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Gottérons Saison-Abos werden teurer: «Es hat einen Hauch von Gaunerei»
In Fribourg regt sich Unmut. Jahrelang blieben die Tarife stabil, jetzt sind die Abonnement-Preise für Gottéron plötzlich in die Höhe geschnellt. Am 18. Mai kündigte der Verein eine Preiserhöhung für alle Abo-Kategorien an – weniger als einen Monat nach dem Sieg in der National League.
Zum ersten Mal seit 2020 werden «nach mehreren Jahren stabiler Konditionen Tarife und Leistungen angepasst», wie der Verein erklärt. Abo-Inhaber, die ihre Preiskategorie ändern wollen, könnten sich «direkt an die Ticketing-Abteilung wenden». Ausserdem wird eine neue Preiskategorie eingeführt. Die maximale Anzahl Abonnements von 7500 soll aber unverändert bleiben.
Als Gründe für die Preiserhöhung nennt Gottéron «die Weiterentwicklung der Arena, zusätzliche Plätze im unteren Ring, die Verkleinerung des Gästesektors sowie die bessere Sichtqualität einzelner Plätze». Es sei erwähnt, dass die Drachen seit September 2023 über 100 Spiele vor ausverkauftem Haus bestritten haben.
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Die Plätze im Detail
So viel teurer werden die Abos
Hier die Aufschlüsselung der jährlichen Abonnementgebühren für die verschiedenen Sitzplatz-Kategorien:
- Kategorie 1: von 1690 auf 1850 CHF (+9,5 %)
- Kategorie 2: von 1490 auf 1650 CHF (+10,7 %)
- Kategorie 3: von 1290 auf 1450 CHF (+12,4 %)
- Kategorie 4: von 990 auf 1250 CHF (+26,3 %)
- Kategorie 5 (neu eingeführt): 1050 CHF
Das Business-Abo bleibt unverändert bei 2565 Franken. Kinder zahlen weiterhin den halben Preis. Für Unmut könnten jedoch die neuen Abo-Tarife für Personen mit eingeschränkter Mobilität (PEM) sorgen:
- Sitzplatz PEM: von 690 auf 750 CHF (+8,7 %)
- Sitzplatz Begleitperson PEM: von 1490 auf 1650 CHF (+10,7 %)
- PEM mit Rollstuhl sowie Begleitperson PEM mit Rollstuhl: von 300 auf 330 CHF (+10 %)
Die Qual der Wahl
Manche trifft es gar doppelt. So ergeht es auch Juliette (Name geändert), die mit ihrem Mann seit Jahren kein Spiel verpasst hat. Ihr Platz in der Zone 207 zählt neu zur Kategorie 1 statt wie zuvor zur Kategorie 2. Die damit einhergehende Preiserhöhung ist ein herber Schlag: von 1490 auf 1850 Franken, also eine Steigerung um satte 24,1 %.
«Ich war ausser mir vor Wut, als ich die Erhöhung sah», sagt sie gegenüber watson. «Wir können es uns leisten und werden weiterhin zu den Spielen gehen, aber es bedeutet trotzdem zusätzliche 350 Franken pro Jahr.» Ihr Fazit: «Es hat einen Hauch von Gaunerei.»
Sie nimmt auch andere Perspektiven ein: «Ich denke an jüngere Menschen, die weniger Geld haben, zum Beispiel an Lehrlinge. Für sie kann das einen enormen Unterschied machen.» Falls sie selbst eine Entscheidung fällen müsste, steht bereits klar:
Übliche Preise in der Liga
Auf Anfrage von watson erklärt John Gobbi, Generaldirektor von Fribourg-Gottéron, die Erhöhung der Abo-Preise sei gerechtfertigt. «Wir bewegen uns preislich im Rahmen der Liga, auch wenn wir im oberen Mittelfeld liegen», sagt er. «Dies ist unsere erste erhebliche Preiserhöhung für Abonnemente mit Sitzplätzen seit 2020, also seit der Renovierung der BCF Arena.»
Man habe «alle Sitzplatzkategorien überprüft», so Gobbi. Das betrifft insbesondere den oberen Bereich der Zone 207, wo Juliette mit ihrem Mann sitzt. Sie versteht nicht, warum sich die Kategorien in einigen Zonen geändert haben und in anderen nicht.
Der Verein bot ihnen einen alternativen Platz in der neuen Kategorie 5, Zone 208, direkt unterhalb des Gästesektors an. Aber das passt ihnen nicht.
Bezüglich der Verkleinerung des Besuchersektors gibt John Gobbi ausserdem an, er habe «die Auslastung dieses Bereichs über zwei Saisons analysiert. Es stellte sich heraus, dass er im Durchschnitt unterbesetzt war», erklärt er.
Auf der Erfolgswelle reiten
Zu guter Letzt die heikelste Frage: Hat der Verein den jüngsten Sieg genutzt, um die Preise anzuheben? Für Juliette ist die Antwort eindeutig «Ja». Aber warum gerade jetzt? «Sollte die Mannschaft ein paar schlechte Saisons haben, wird der Verein eine solche Erhöhung nicht mehr rechtfertigen können.»
«Nein, wir haben vor den diesjährigen Playoffs eine gründliche Analyse unserer globalen Preisgestaltung durchgeführt», entgegnet John Gobbi. «Diese zusätzlichen Einnahmen können wir zukünftig in verschiedene Projekte investieren, insbesondere in die Nachwuchsförderung.»
Juliette hat in nächster Zeit jedenfalls nicht vor, die Spiele zu verpassen. «Wir haben einen tollen Platz, den möchte ich nicht ändern. Aber wir werden wohl in der Pause bei den Getränken und Sandwiches etwas sparen …»
