Bundesrat Rösti beharrt auf Tempo 80 auf Autobahnen – SVP hält dagegen
Der Bundesrat will auf rund der Hälfte der Autobahnen Tempo 80 statt 120 – zumindest während Stosszeiten. Damit will Verkehrsminister Albert Rösti Verkehrsüberlastung entgegenwirken, Stau vermeiden und die Sicherheit erhöhen. Auch Lärm soll dadurch gesenkt werden.
Derzeit gilt das Tempolimit 80 auf insgesamt 1'015 Kilometern, also rund 500 Kilometer pro Fahrtrichtung. In wenigen Jahren dürfte es auf 1'100 Kilometer je Fahrtrichtung der Fall sein.
Das stösst auf Kritik aus Röstis eigener Partei. SVP-Nationalrat Thomas Knutti findet, Tempo 80 ist «aus verkehrstechnischer wie auch volkswirtschaftlicher Sicht der falsche Weg». Das berichtet Blick. Er fordert den Bund per Vorstoss auf, dass das geplante Tempolimit nur ausnahmsweise möglich sein soll – und zwar dann, wenn es tatsächlich um Verkehrssicherheit geht.
«Die Nationalstrassen sind das Rückgrat der Mobilität in der Schweiz», sagt Knutti. «Häufige und grossflächige Tempowechsel destabilisieren den Verkehrsfluss, erhöhen die Unfallgefahr und führen zu ineffizientem Fahrverhalten.» Tempowechsel würden Staus nicht verhindern, sondern erst verursachen.
Der Bundesrat betont, dass Tempo 80 nur abschnittsweise und situationsabhängig signalisiert werden soll. Temporeduktionen könnten zu einem gleichmässigeren Verkehrsfluss beitragen, da viele Nationalstrassen regelmässig überlastet seien. Das zeige sich in den seit Jahren steigenden Staustunden. (hkl)
