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Dicke Luft bei der Volkspartei – Berner SVP fordert Richtungswechsel

24.01.2021, 09:2924.01.2021, 13:53

Seit Albert Rösti seinen Rücktritt als SVP-Präsident bekannt gegeben hat, führt Marco Chiesa die SVP an. Doch immer mehr SVP-Mitglieder monierten nun, dass Chiesa die Partei nicht so stark führe, wie sie sich das vorstellen, schreibt die «Sonntagszeitung». Wo ist Marco Chiesa fragen sich viele Parteiangehörige, die aber ungenannt bleiben wollen.

Tatsächlich hat sich Chiesa in den letzten Monaten eher rar gemacht. Nebst einem Auftritt in der Präsidenten-Arena und einem Forumsbeitrag in einer Zeitung beteiligte er sich noch an zwei wütenden Medienmitteilungen der SVP über die Coronapolitik – zumindest seiner Unterschrift nach. Dies führte dazu, dass der SVP-Präsident in einem Interview mit der «NZZ» sogar gefragt wurde, wo er denn überhaupt die ganze Zeit stecke.

Bild: keystone

Chiesa soll endlich das Ruder in die Hand nehmen

Für die Berner SVP ist das Grund genug, zu intervenieren. Die Berner SVP-Generalsekretärin Aliki Panayides fordert, dass Chiesa das Ruder entschlossen in die Hand nimmt. Es gehe aber nicht nur darum, dass Chiesa seiner präsidialen Präsenz nachkomme, sondern um etwas viel Fundamentaleres: Chiesa soll endlich den Oppositionskurs der SVP beenden. Die Schweizerische Volkspartei soll wieder eine Regierungspartei werden, die Lösungen bietet.

Panayides, so die Sonntagszeitung, stütze sich dabei auf eine Mitgliederumfrage in Bern, die ergeben habe, dass die Berner SVP-Basis eine klare Positionierung als lösungsorientierte Bundespartei möchte. Zwar würden die Oppositionskräfte in der Partei die Aufgabe haben, auf Missstände hinzuweisen, die SVP als Ganzes müsse aber Lösungen parat haben.

Heisssporne vermitteln ein falsches Image

Ebenfalls mit Sorge stelle man fest, dass immer mehr Heisssporne an die Parteispitze drängten. Vor allem die immer radikalere Kritik an der Coronapolitik von Thomas Aeschi gefällt nicht mehr allen. Zuletzt wurde der Fraktionschef sogar von SVP-Bundesrat Guy Parmelin an der virtuellen Albisgütli-Tagung abgemahnt.

Thomas Aeschi.
Thomas Aeschi.Bild: keystone

Welche Folgen dies hat, muss sich erst noch zeigen. Intern soll sich Chiesa über den Auftritt von Aeschbi enerviert haben, wie die Sonntagszeitung aus mehreren Quellen erfahren haben will. Allerdings werde Chiesa von Aeschi und Magdalena Martullo dominiert und ausgespielt, damit er der SVP erst gar kein neues Gesicht geben könne. So stützt Chiesa dann auch gewisse Ansichten von Aeschi in seinen wenigen Auftritten, formuliert seine Aussagen aber auch oft unverbindlich.

Zuletzt hatte sich Chiesa mit Bundesrat Alain Berset zusammengesetzt, um die heftigen Vorwürfe der SVP gegenüber dem Gesundheitsminister zu besprechen. Die Volkspartei hatte dem Bundesamt für Gesundheit auf Twitter unter anderem diktatorische Züge vorgeworfen. (pls)

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111 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Scaros_2
24.01.2021 09:48registriert Juni 2015
Allerdings werde Chiesa von Aeschi und Magdalena Martullo dominiert und ausgespielt, damit er der SVP erst gar kein neues Gesicht geben könne.

Tja - Da müsste man halt gewisse Leute auschliessen damit man einen Wechsel vollziehen kann. Ansonsten wird die SVP auf ewig die ewig monierende jammerpartei bleiben.
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Väterchen Frost
24.01.2021 09:48registriert Dezember 2020
Solange solche Aeschis, Köppels und Glarners in dieser Partei sind, wird es jeder Chef schwer haben. Sie schwächen sich selbst.

Eine vernünftige und konstrukive Rechtspartei würde der Schweiz gut tun. Und das muss ja nicht die SVP sein.
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Posersalami
24.01.2021 09:46registriert September 2016
Liebe Berner, gründet doch eine neue Partei für diejenigen in der SVP, die einigermassen normal sind und mit denen man reden kann.
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