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Aufruhr im Waadtland: Oberster Politiker (SVP) wegen häuslicher Gewalt verurteilt

SVP-Politiker Yves Ravenel, seinerseits der oberste Politiker im Kanton, wurde von einem Gericht wegen häuslicher Gewalt verurteilt. Die Mitglieder des Parlaments waren über den Justizfall nicht informiert.

Benjamin Weinmann / ch media



Yves Ravenel parle lors du congres de nomination de l'UDC Vaud pour la nomination des candidats aux elections federales 2019 ce samedi, 4 mai 2019 a Villars-le-Terroir. Les elections federales auront lieu le 20 octobre 2019. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Yves Ravenel (SVP), Parlamentspräsident des Kantons Waadt, hatte vergangenen Herbst auch für die Nationalrat kandidiert. Bild: KEYSTONE

Yves Ravenel muss um seine politische Zukunft bangen. Der SVP-Politiker und Präsident des Waadtländler Parlaments, ist wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden, wie «20 minutes» berichtet. Laut Informationen der Zeitung hatte die Ravenels Ehefrau im Januar 2019 – sechs Monate vor seiner Wahl zum Parlamentspräsidenten – eine Klage wegen häuslicher Gewalt eingereicht. Es soll auch zu wiederholten Drohungen gekommen sein.

Im August verurteilte ein Strafgericht Ravenel unter anderem zu einer Geldbusse von 80 Franken à 60 Tage und einer weiteren Busse in der Höhe von 960 Franken mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren. Ravenel wehrte sich in der Folge gegen das Verdikt. Der öffentlich zugängliche Prozess war darauf auf den 23. Januar vor einem Gericht in Nyon angesetzt.

Am Montag dann die Kehrtwende: Ravenel zog seine Beschwerde zurück. Die Anhörung in Nyon findet somit nicht statt und die Strafverfügung tritt in Kraft. Auf Anfrage von «20 minutes» wollte Ravenels Ehefrau keine Auskunft geben – «aus Angst vor Repressalien».

Anwalt spricht von «bedauerlichem Vorfall»

Ravenels Anwalt, Alain Thévenaz, spielt den Fall herunter und spricht von einem «bedauerlichen Vorfall» im Zuge eines Scheidungsverfahrens. Sein Klient hätte nach seinen Angaben Lampen im Garten der Villa zerbrochen, die der Politiker seiner Frau, von der er getrennt sei, zur Verfügung gestellt hatte. Ravenel habe sich entschieden, seine Beschwerde zurückzuziehen um den schmerzhaften Prozess für seine Familie nicht zu verlängern.

Wie die Zeitung berichtet, war keines der zahlreich kontaktieren Parlamentsmitglieder über den Fall informiert. «Ich bin fassungslos. Dieser Fall wird unweigerlich Auswirkungen auf die Arbeit des Parlaments haben», sagt der Grüne Vassilis Venizelos.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alteresel 08.01.2020 11:08
    Highlight Highlight Die Saubermänner der SVP haben ein weiteres Problem.
  • dho 08.01.2020 03:51
    Highlight Highlight Wie viele SVP Politiker wurden 2019 eigentlich zivilgerichtlich verurteilt?
    • Astrogator 08.01.2020 08:37
      Highlight Highlight Du meinst strafrechtlich?

      Die Zahl spielt keine Rolle, es sind ja immer bedauernswerte Einzelfälle 😉
  • Meyer Andrej 07.01.2020 14:47
    Highlight Highlight In def Westschweiz haben sie nicht ein gutes Händchen mit Politikern, der Eine in Saint Croix bezahlt fast keine Steuer, der Andere Maudet in Genf, lassen wir es und nun das, aber auch das ist nicht einmal die berühmte Spitze des Eisberges. Korruption, Selbstbedienung, Intrigen, Mauscheleien, alles Alltag in unserem sauberen Land.
  • Noob 07.01.2020 13:13
    Highlight Highlight Nazi-Sympathisant und häusliche-Gewalt, ich glaube wir haben ein Problem mit kriminellen SVP'ler.
    • ursus3000 07.01.2020 16:28
      Highlight Highlight Nein das sind nur Einzelfälle
    • pamayer 07.01.2020 19:26
      Highlight Highlight Ungefähr so:

      https://www.woz.ch/-6831
    • dho 08.01.2020 03:52
      Highlight Highlight Der woz-Artikel beginnt so:

      SVP: Schweizerische Verbrecher Partei *

      Diebstahl, Betrug, vollendeter Mordversuch: Die SVP will kriminelle AusländerInnen ausschaffen. Dabei hätte sie in ihren eigenen Reihen genug aufzuräumen.

      😉
  • MartinZH 07.01.2020 13:01
    Highlight Highlight Einfach unter aller Kanone..! Warum tritt Yves Ravenel nicht gleich zurück..? 👎

    Entweder man macht das "als öffentliche Person" von sich aus publik, um darauf zu hoffen, dass die Wähler noch Verständnis haben könnten.

    Wird es verheimlicht, dann ist ja sowieso klar, dass es nur eine Sache der Zeit ist, bis es alle wissen. Das zu verheimlichen zeugt nur von Dummheit und Geringschätzung der Wähler. Vielleicht kommt es ja nicht ans Tageslicht?

    Diese Verheimlichungsstrategie ist infantil, bei erwachsenen Menschen (und erst recht als Politiker, Vorbild) ein offensichtlicher Mangel an Charakter.
  • Baccaralette 07.01.2020 12:41
    Highlight Highlight Lampen zertreten gilt als Häusliche Gewalt. Ach so, ja dann..

    Echt jetzt??
    • Pafeld 07.01.2020 13:28
      Highlight Highlight Er wird dabei kaum eine Clownsnase aufgehabt und Witze erzählt haben. Ist eine entsprechende und eindeutige Drohkulisse gegeben, braucht es keine zerdepperten Dinge.
    • Avalon 07.01.2020 14:15
      Highlight Highlight Wie meinst du das?
    • Baccaralette 07.01.2020 14:58
      Highlight Highlight Oh, entschuldigt, jetzt habt ihr mich falsch verstanden.

      Ich kann mir vorstellen, dass da definitiv mehr zu Bruch gegangen ist als nur Lampen im Garten, wenn die Frau dazu nichts sagen will aus Angst vor noch mehr Gewalt. So habe ich das gemeint - nicht dass Lampen zerdempern völlig harmlos ist!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wendy Testaburger 07.01.2020 11:46
    Highlight Highlight "Bedauerlicher Vorfall". Aha.
    • Pupsi 08.01.2020 05:59
      Highlight Highlight Habe ich auch gedacht. Wie viele „bedauerliche“ Vorfälle noch stattgefunden haben, von denen niemand weiss? Häusliche Gewalt zu bagatellisieren finde ich echt bedauerlich.

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