Schweiz
Tessin

Schweizer kauft Wasserpistole und kassiert fünf Tage Haft

Schweizerin kassiert fünf Tage Haft, weil sie auf Shein eine Wasserpistole bestellt hat

05.02.2026, 15:5605.02.2026, 16:30

Eine Tessinerin wollte als Polizistin verkleidet an die Fasnacht – doch diese Idee verkam zu einem Flop. So bestellte sich die Frau auf der chinesischen Plattform Shein dafür eine Wasserpistole für 2.78 Franken. Statt dieser erhielt sie einige Monate später aber Besuch von zwei Polizisten, wie der SRF-Kassensturz berichtet.

So sieht die gekaufte Wasserpistole aus.
So sieht die gekaufte Wasserpistole aus.screenshot: shein

Grund dafür ist das Schweizer Waffengesetz. Dieses besagt: Nicht nur die Einfuhr echter Waffen ist strafbar, sondern auch das Bestellen und der öffentliche Gebrauch von Waffen, welche echten Waffen zum Verwechseln ähnlich sehen – was beim Modell der Tessinerin trotz rosaroter Farbe nach Ansicht der Justiz der Fall war.

Wegen ihrer Bestellung erhielt die Frau eine bedingte Haftstrafe von fünf Tagen. «Die Strafjustiz wurde wegen einer Wasserpistole ins Spiel gebracht. Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?», fragt sie gegenüber SRF. Sie schaltete einen Anwalt ein, nach dessen Eingreifen die bedingte Haft in eine bedingte Geldstrafe von 150 Franken umgewandelt wurde.

Es ist nicht der erste Fall, dass eine Person in der Schweiz aufgrund der rechtlichen Lage nach dem Kauf einer Fake-Pistole Ärger bekommt. Der Walliser Ständerat Beat Rieder (Mitte) hat per Motion eine Änderung gefordert – diese kam durch. Der Bundesrat muss das Waffengesetz nun überarbeiten. Online-Plattformen sollen neu in der Schweiz verbotene Spielzeug-Waffen kennzeichnen müssen. Wer diese Waffen trotzdem kauft, soll eine Busse erhalten. Dadurch sollen die Verfahren für die Behörden weniger aufwändig werden. (dab)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
218 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Realitäter
05.02.2026 16:36registriert November 2017
Was lernt man daraus?
"der Shein trügt...."
2058
Melden
Zum Kommentar
avatar
St.Pauli
05.02.2026 16:08registriert August 2017
"Schweizerin kassiert fünf Jahre Haft..."
"Wegen ihrer Bestellung erhielt die Frau eine bedingte Haftstrafe von fünf Tagen."
Da hat sich ein Fehler eingeschlichen.
1682
Melden
Zum Kommentar
avatar
Amateurschreiber
05.02.2026 16:42registriert August 2018
"trotz rosaroter Farbe"?
Es gibt echte Pistolen in allerlei Farben und Farb - Kombinationen. Auch in Pink, Weiss, Grün, Orange...!
13916
Melden
Zum Kommentar
218
Handicap seit Geburt: Hochseilartist Freddy Nock hätte stürzen müssen
Freddy Nock balancierte ohne Sicherung in schwindelerregender Höhe. Das ist umso erstaunlicher, wenn man weiss: Sein Gleichgewichtssinn war gestört. Das zeigen medizinische Untersuchungen, die erst jetzt nach seinem Tod öffentlich werden.
Gerade mal 18 Millimeter breit war das Stahlseil, kaum breiter als ein Daumennagel. Gespannt war es zwischen zwei Gipfeln: zwischen dem Biancograt (3532 m) am Piz Bernina und dem Piz Prievlus (3582 m). In der Mitte des Seils ging es 1000 Meter in den Abgrund. Darüber balancierte der Artist Freddy Nock im März 2015.
Zur Story