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«Isolieren wir sie!» – das Tessiner Ja zum Inländervorrang macht die Italiener rasend

25.09.2016, 20:5026.09.2016, 06:11
Der italienische Aussenminister Paolo Gentiloni ist nicht erfreut.
Der italienische Aussenminister Paolo Gentiloni ist nicht erfreut.Bild: Petros Karadjias/AP/KEYSTONE

Nach dem Ja der Tessiner Stimmbürger zu einem kantonalen Inländervorrang folgt die Reaktion aus Italien auf dem Fuss. Der italienische Aussenminister warnt davor, die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU aufs Spiel zu setzen. Der Präsident der Region Lombardei ergreift Partei für die Grenzgänger und kündigt «Gegenmassnahmen» an.

Ohne die Personenfreizügigkeit seien die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU in Gefahr, zitiert die Nachrichtenagentur ANSA den italienischen Aussenminister Paolo Gentiloni. Dieser räumte aber zugleich ein, dass die Tessiner Abstimmung vorerst ohne «praktische Konsequenzen» bleibe.

Hier lacht er, aber jetzt ist er wütend: Roberto Maroni (Mitte)
Hier lacht er, aber jetzt ist er wütend: Roberto Maroni (Mitte)Bild: EPA

Schärfer tönte es dagegen aus der angrenzenden Lombardei: Das Tessin habe dafür gestimmt, «zehntausenden lombardischen Grenzgängern» den Zugang zu verweigern, wird der Präsident der Region Lombardei Roberto Maroni (Lega Nord) am Sonntagabend zitiert.

Er erkenne zwar den Entscheid des «souveränen Volkes» an, warne aber zugleich davor, dass die Rechte seiner lombardischen Mitbürger gefährdet werden könnten. Ab morgen wird die Region Lombardei laut Maroni «geeignete Gegenmassnahmen» vorbereiten, um die Rechte der Arbeiter zu verteidigen.

Ähnlich wütend tönt es von der italienischen EU-Abgeordneten Lara Comi:

Der Präsident der Vereinigung «Grenzgänger im Tessin», Eros Sebastiani, versucht dagegen, die Wogen zu glätten: Das Tessin könne nicht eigenmächtig über diese Fragen entscheiden, das müsse Bern tun. Er habe nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses von zahlreichen italienischen Grenzgängern besorgte Anrufe erhalten, wie es nun weitergehe.

Der Grossteil der Schweizer sieht die Grenzgänger laut Sebastiani nicht als Gefahr - sie würden erkennen, dass viele Betriebe ohne die italienischen Arbeiter nicht existieren könnten. Das Lohndumping könne nur effektiv durch einen Pakt zwischen italienischen und Schweizer Arbeiten sowie Unternehmern und Treuhändern bekämpft werden. (aeg/sda)

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