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Mehr als 20 Wölfe seit Anfang Dezember im Wallis getötet

Ein Wolf im Wildnispark Langenberg, aufgenommen am Freitag, 8. Dezember 2023 in Langnau am Albis.Die Woelfe im Wildnispark Zuerich Langenberg stammen urspruenglich von Wildfaengen in den Karpaten ab u ...
Ein Wolf im Wildnispark Langenberg.Bild: KEYSTONE

Mehr als 20 Wölfe seit Anfang Dezember im Wallis getötet

02.01.2024, 13:3002.01.2024, 13:47
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Seit der Einführung der revidierten Jagd- und Schutzverordnung per Dezember 2023 sind im Wallis 21 Wölfe getötet worden. Der letzte Abschuss ereignete sich am vergangenen Montag.

Der betroffene Jungwolf war Teil des Rudels von Les Toules und wurde von einem Wildhüter in Begleitung der Jagdgesellschaft getötet. Dies geht aus der letzten Zählung auf der Website der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) des Kantons Wallis vom Dienstag hervor.

Die Kantone haben die Möglichkeit, im Dezember und Januar «präventive Regulierungsabschüsse» zu tätigen, wenn sie vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) dafür grünes Licht erhalten. Das Wallis darf mehr als die Hälfte der 13 Rudel, die sich auf dem Kantonsgebiet bewegen, von der Landkarte streichen. Das wären mindestens 34 Wölfe bei rund 100 Individuen.

Mehr Abschüsse als geschätzt

Anfang Dezember hatten die Walliser Behörden geschätzt, dass die Aktion bereits «ein grosser Erfolg» wäre, wenn es dem Kanton gelänge, im Dezember und Januar zwischen 10 und 15 Wölfe zu entfernen.

Der Kanton hat die Rudel von Nanz, Augstbord, Hérens-Mandelon, Le Fou-Isérables, Les Toules, Les Hauts-Forts und Chablais im Visier. Mitte Dezember blockierte das Bundesverwaltungsgericht die präventive Tötung von den drei Rudeln Hauts-Forts, Nanz und Le Fou-Isérables, nachdem mehrere Umweltorganisationen dagegen geklagt hatten.

Diese waren der Ansicht, dass Bund und Kantone mit diesen Tötungen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit missachteten und die vom Kanton verfügte Abschussbewilligung widerrechtlich sei. Sie betonten die wichtige Rolle des Wolfs im Waldökosystem. Das BAFU hat inzwischen die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Klage beantragt. (yam/sda)

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80 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FreudigLesend
02.01.2024 14:04registriert Dezember 2023
Die einfachste Lösung ist selten die Beste. Schade ist die Angst vor ein paar lauten Bauern in der Politik grösser als der Wille nachhaltige Lösungen zu suchen.
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Latvietis1101
02.01.2024 13:55registriert Oktober 2023
Ich möchte, dass im gesamten Land die Kirchenglocken läuten, um landesweit auf dieses Unrecht hinzuweisen und den Wolf als wunderschönes Geschöpf, was er ist, zu ehren.
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stoeckm
02.01.2024 14:37registriert Mai 2021
Voll daneben. Überlege meine Skiferien im Wallis zu stornieren.
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