Schweiz
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Die jungen Diplomaten
Feierliche Diplomübergabe im EDA im Bundeshaus
Jean-Babtiste Délèze, Samira Cizero, Jonas Belina, Cristina Verones und Alexander Schärer
2019

Copyright SRF/Severin Nowacki

Die fünf Jungdiplomaten : Jean-Baptiste, Samira, Jonas, Cristina, Alexander (von links). Bild: Severin Nowacki

Junge Diplomaten – 3 Gründe, warum du bei dieser SRF-Doku einschalten solltest

Wie schüttle ich Trump richtig die Hand? Wie verhandle ich mit der EU? Und wie esse ich Salat richtig? Eine neue SRF-Serie begleitet fünf Jungdiplomaten und -diplomatinnen während der Ausbildung. Und zeigt persönliche Dramen.



Nur die Besten der Besten schaffen es. Aus einem guten Grund: «Diplomatie ist für die globalisierte Schweiz eine Überlebensfrage. Darum müssen wir die besten Diplomaten auf dieser Welt formen», sagt ein Ausbildner des Aussendepartements EDA zu Beginn der SRF-Doku-Serie «Junge Diplomaten».

Ein SRF-Team begleitete fünf Absolventen der EDA-Diplomaten-Schmiede zwei Jahre lang. Und blickte tief hinter die Kulissen. Einzuschalten lohnt sich – nicht nur aus diesen drei Gründen:

Die Diplomatie im Detail

Bild

Eine Ausbildnerin erklärt den Jungdiplomaten, wie man mit dem richtigen Handschlag überzeugt. bild: screenshot srf

Ob komplizierte Dossiers knallhart verhandeln, die korrekte Etikette bei Empfängen von Delegationen lernen oder den richtigen Handschlag mit Trump üben: «Diplomatie lernt man nicht in einem YouTube-Tutorial. Es braucht viel Zeit», sagt der Freiburger Anwärter Jean-Baptiste Délèze (35).

Der Romand sticht unter den fünf Diplomaten-Anwärtern mit seiner lockeren, unkonventionellen Art heraus. Kein Wunder: Schon als Neunjähriger verteilte er Schoggi auf der Schweizer Botschaft in Ruanda.

Der persönliche Kontakt, das Netzwerk, ist in der Diplomatie entscheidend. Auch darum sind für die angehenden Diplomaten «bonnes manières» wichtig. Aber wie isst man diplomatisch?

Als Übung servieren die Kellner bei einem Mittagessen im Berner Luxushotel Bellevue den Jungdiplomaten zu gross gerupfte Salatblätter. Was tun, damit sich die Anwärter am Tisch nicht blamieren? «Man darf Salat nie mit einem Messer zerschneiden», erklärt Samira Cizero (34). Und zerkleinert darauf das Salatblatt – wie instruiert – mit einem Brotstück.

Die Bernerin ist in einer besonderen Situation: Die 34-Jährige bekommt während den Dreharbeiten ein Baby. Und setzt die höchst anspruchsvolle Ausbildung auf der Botschaft in Kairo fort.

Die grosse Herausforderung: Das Privatleben

Bild

Schwieriges Telefon für Diplomatin Samira: Weil ihr Baby zu Hause schreit, muss sie den 1.-August-Empfang verlassen. Bild: SRF

Die meisten Diplomatinnen und Diplomaten wechseln alle vier Jahre ihren Standort. Die ständige Züglerei gehört zu ihrem Leben, sie und ihre Familien müssen sich immer wieder auf ein neues Umfeld einlassen. «Das Gleichgewicht mit dem Partner oder der Partnerin ist die grösste Herausforderung im Diplomatenjob», erklärt der EDA-Ausbildner weiter.

Das erleben die Diplomaten-Anwärter am eigenen Leib. Ob in Myanmar, Senegal, Argentinien oder New York: Zur Ausbildung gehört auch ein 15-monatiges Praktikum, wo sie das Handwerk an der Front lernen. Jean-Baptiste reist unerwartet alleine an seinen Posten auf der Botschaft in Dakar. Kurz vor der Abreise ging seine Beziehung in die Brüche.

Die frischgebackene Diplomaten-Mama Samira hat derweil andere Sorgen. Während der grossen 1.-August-Gala in der Botschaft in Kairo klingelt mehrmals das Handy. Ihr Baby schreit zu Hause ununterbrochen – kaum angekommen, muss sie die wichtige Feier wieder verlassen. Kein gelungener Start ins Diplomaten-Praktikum.

Ungemach auch bei Jonas Belina (37): Seine Frau muss vor der Abreise nach Argentinien lukrative Job-Angebote ablehnen. Die Diplomaten-Laufbahn, ein Karrierekiller für den Partner?

«Der Diplomaten-Job ist eine Lebensform, welche die ganze Familie betrifft», so der studierte Physiker. Es braucht viel Flexibilität aller Beteiligten: Seine Partnerin versucht nun, auf der deutschen Schule in Buenos Aires Musikunterricht zu geben.

Die weite Welt

360 Diplomatinnen und Diplomaten vertreten die Interessen der Schweiz weltweit. Sie arbeiten oftmals in exotischen Ländern. So auch Alexander Schärer (32), der den praktischen Teil seiner Ausbildung auf der Botschaft in Yangon, Myanmar, absolviert. «Mingalaba» («Guten Tag» auf Burmesisch) gehört rasch zum Vokabular des Zürchers.

Mehr zu den Porträtierten

Die Diplomaten-Anwärter reisen auch innerhalb der Länder viel herum. Alexander fliegt in der Doku etwa von Yangon nach Naypyitaw, der burmesischen Geister-Hauptstadt, um Gespräche mit dem Vize-Aussenminister aufzugleisen.

Achtspurige Highways führen durch den Ort, obschon es praktisch keinen Verkehr hat. «Der Gigantismus ist schon eindrücklich», so Alexander. Bei ihren Ausseneinsätzen tauchen die Diplomaten in fremde Kulturen ein. Es ist einer der ganz grossen Reize des Diplomatenjobs.

Du willst mehr über die jungen Diplomaten erfahren? Die fünfteilige Doku läuft ab Donnerstag, 22. August, jeweils 21.05 Uhr auf SRF1 und online.

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ich_bin_ich 23.08.2019 08:53
    Highlight Highlight Verstehe nicht wie man sich das anschauen kann.
    Was bringt es mir zu sehen, wie Menschen die 10x soviel verdienen wie der Normalbürger, sich an Luxusdinner Häppchen reinschaufeln?
    Ich mag es denen ja gönnen, aber wieso muss man das allen unter die Nase binden.
    • who cares? 23.08.2019 09:07
      Highlight Highlight Diplomaten verdienen zwar überdurchschnittlich, aber noch lange nicht absurd viel. Was auch angemessen ist, wenn man bedenkt, dass sie alle einen Masterabschluss haben und eine Zusatzausbildung machen sowie sich kein Leben an einem Ort aufbauen können, wegen der Rotation alle 4 Jahre.
    • ceciestunepipe 23.08.2019 11:09
      Highlight Highlight Man gewinnt Einblicke in einen Beruf, von dem man nicht viel weiss, der aber teils ziemlich grosse Auswirkungen haben kann auf unser aller Leben bezüglich Politik und internationalen Beziehungen.
    • Elke Wolke 23.08.2019 11:19
      Highlight Highlight Bedenke auch das in der Regel PartnerIn Karriere aufgeben muss, d.h. man wird kaum über längere Zeit in den Luxus von Doppelverdiener kommen. Das unzeitgemässe an diesem Job ist eine extrem starke Fremdbestimmung: Wo arbeitest du, zu welchem Thema, etc. Das will nicht jeder über sich ergehen lassen. Und bist du nicht in der gleichen Partei wie der Departementschef, dann ist deine Karriere auch vorbei. Siehe graduelle Degradierung von Frau Pascale Baeriswyl (SP). ➡️ https://www.srf.ch/news/schweiz/bundesrat-ignazio-cassis-noch-nicht-angekommen-auf-dem-roten-teppich-der-diplomatie
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 23.08.2019 08:23
    Highlight Highlight "Der persönliche Kontakt, das Netzwerk, ist in der Diplomatie entscheidend."

    Das Netzwerk und der persönliche Kontakt sind bereits für die Diplomatie-AnwärterInnen entscheidend.
  • Elke Wolke 22.08.2019 22:23
    Highlight Highlight Gut gemachte SRF-Doku. Ob der Besuch von Bundespräsident Maurer bei Trump ein Erfolg fürs EDA war, wage ich jedoch zu bezweifeln. Der „Chef-Diplomat“ Cassis war ja nicht eingeladen...
    • DemonCore 23.08.2019 11:25
      Highlight Highlight Bezweifle dass Chaot und Strahlemann Cassis den Besuch wesentlich verbessert hätte mit seiner Anwesenheit. Ich glaube mindestens in Bezug auf Aussenpolitik nimmt die Kompetenz nach oben hin ab, in der Bundesverwaltung.
  • MSAgeha 22.08.2019 22:00
    Highlight Highlight Vier von fünf Jungdiplomaten werden im Text teils mehrfach erwähnt. Cristina Verones nie. Gibt es dafür einen Grund?

    Waren Sie, Herr Müller, unsorgfältig beim Schreiben oder fanden sie die fünfte Diplomatin einfach nicht interessant?
  • Thor_Odinson 22.08.2019 21:39
    Highlight Highlight Sicher ein sehr interessanter, aber auch gefährlicher Job. Gerade auch für Beziehungen. Mit Kindern geht das fast nicht. Respekt, mein Job wäre es nicht
    • DemonCore 23.08.2019 11:27
      Highlight Highlight Tja, manche Karrieren erfordern halt noch loyale und belastbare Familienbeziehungen, wo einer auch mal zu Gunsten der Familie zurückstecken kann. Tatsächlich eine selten werdende Fähigkeit.
    • AHTOH 23.08.2019 16:41
      Highlight Highlight Naja, eher muss die Familie zu Gunsten des einen zurückstecken, nicht nur der Partner. Aber ja, sie haben sich selbst dafür entschieden. Dies ist tatsächlich eine Stelle, die man unbedingt freiwillig will.
    • feuseltier 24.08.2019 03:20
      Highlight Highlight Darum machen es ja die, für die es etwas ist ;))
  • Füürtüfäli 22.08.2019 21:34
    Highlight Highlight «Man darf Salat nie mit einem Messer zerschneiden» und ich dachte immer, das Messer ist zum schneiden bzw. zerkleinern da. 🤔

    Aber die Sendung könnte noch interessant sein. Werd ich wohl inä zäppä
  • Raphael Stein 22.08.2019 20:32
    Highlight Highlight Grosse Salatblätter legt man mit Gabel und Brot zusammen. Niemand mit einem Funken Anstand zerkleinert die Blätter. 😬
    • feuseltier 24.08.2019 03:22
      Highlight Highlight Was ist Salat?
  • Volande 22.08.2019 20:15
    Highlight Highlight Geisterhauptstadt wär auch noch ein geiles Wort für Zürich 🤣
    • Fritz N 23.08.2019 14:33
      Highlight Highlight Ähem, wie kommt man auf sowas? Zürich ist weder die Schweizer Hauptstadt noch besonders leer...
      Trollen will gelernt sein O_o
  • Jesses! 22.08.2019 18:08
    Highlight Highlight „Man zerschneidet ein Salatblatt nicht mit dem Messer.“ Das wäre für mich schon Grund genug, diesen Job nicht zu wollen. Als ob sowas wichtig ist. By the way: Wer ist eigentlich „man“?
    • tr3 23.08.2019 10:21
      Highlight Highlight Wer Salatblätter schneidet, schneidet auch Spaghetti
    • Stoufel 23.08.2019 12:38
      Highlight Highlight Spaghetti oder Salatblätter schneiden sind ganz sicher nicht in der selben Liga!!
    • feuseltier 24.08.2019 03:19
      Highlight Highlight Vorallem wer ist Salat ;))

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