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Pro-Waffen-Meme vergleicht die Schweiz mit Honduras und geht viral – dabei stimmt es hinten und vorne nicht



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Der Stein des Anstosses: Ein Bild, alles falsch.
Bild: Facebook

Wer als Schweizer einige Zeit in den USA verbringt, wird früher oder später auf jemanden treffen, der vom Schweizer Waffengesetz schwärmt. Viele Amerikaner haben ein ziemlich verklärtes Bild von der hiesigen Situation – wie ein Bild voller falscher Angaben zeigt, das bei den Amerikanern auf den sozialen Medien gerade viral geht.

Das Meme vergleicht die Mordrate und die Waffengesetze von Honduras und der Schweiz, zwei Länder, die eine ähnliche Einwohnerzahl aufweisen.

Massgeblich zur Verbreitung des Bildes hat der ehemalige Marinesoldat und Waffennarr Steve Reichert beigetragen, dessen Facebook-Titelbild sagt: «Hillary for Prison 2016». Er teilte es mit seinen knapp 300'000 Followern; daraufhin wurde es 50'000 Mal weiterverbreitet und 11'000 mal geliked.

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Screenshot: Facebook

Das Bild soll aufzeigen, dass restriktive Waffengesetze nichts bringen. Wie Websites, unter anderem ReverbPress und Politifact nicht überraschend feststellten, ist es jedoch mehr als ein bisschen irreführend – weil voller Fehlinformationen.

Bevölkerung

Die Schweiz und Honduras haben 8,2 Millionen Einwohner – das kommt ungefähr hin. Daraus aber auf eine kulturelle oder sozioökonomische Ähnlichkeit zu schliessen, ist ziemlich fahrlässig.

Während die Schweiz ein wohlhabendes Land mitten in Europa ist, tobt in Honduras der Drogenhandel und daraus resultierende Waffengewalt zwischen Banden. Die Schweiz hat gemäss Weltbank ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von rund 84'000 US-Dollar, Honduras gerade mal 2400 Dollar. Diese Verhältnisse tragen unter anderem zu mehr Verbrechen und Waffengewalt bei.

Waffengesetze

Auch hier ist alles kreuzfalsch. Es gibt in Honduras kein Gesetz, das seinen Bürgern den Waffenbesitz verbietet – sogar Ausländer dürfen Schusswaffen bei sich tragen. Das Gesetz erlaubt jedem den Besitz von bis zu fünf Waffen – unter der Bedingung, dass man sie nicht sichtbar bei sich trägt.

Wie wir wissen, gibt es in der Schweiz kein Gesetz, dass uns dazu zwingt, eine Pistole oder ein Gewehr zu besitzen. Der Mythos entspringt der Pflicht von Armeeangehörigen, ihre Waffe bei sich zuhause zu lagern – aber ohne Munition. Sobald der Militärdienst beendet ist, wird die Waffe wieder abgegeben.

Mordrate

Da hätten wir ausnahmsweise etwas, das stimmt: Honduras hat tatsächlich die höchste Mordrate der Welt.

Dass die Schweiz die niedrigste haben soll, ist jedoch nicht korrekt. Obwohl die Mordrate in der Schweiz sehr tief ist, stehen einige Länder wie Singapur, Monaco oder Island noch besser da. (rey)

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