Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Drohne ADS 95 Ranger entdeckt drei Kriminaltouristen

Eine solche Drohne Typ ADS 95 Ranger der Schweizer Luftwaffe kreiste gestern Nacht über dem Zürcher Bezirk Uster.
Bild: grenzwachtkorps

Mit Drohnen auf Verbrecherjagd: Schweizer Armee leiht Polizei und Grenzwache ihre unbemannten Fluggeräte – zum Ärger der Bevölkerung

Die Luftwaffe leiht ihre Aufklärungsdrohnen immer öfter zur Fahndung nach Kriminellen an Grenzwacht- und kantonale Polizeikorps aus. Das führt mitunter auch in besiedeltem Gebiet zu Lärmbelästigung. 



watson-User Andreas hat eine nervenaufreibende Nacht hinter sich. Um fünf Uhr Morgens platzte ihm der Kragen: «Seit Stunden fliegt über Volketswil eine Drohne vom Militär. Müssen die ihre Spielsachen wirklich mitten in der Nacht über dicht besiedeltem Gebiet in geringer Flughöhe testen?» schreibt er in einer wütenden Mail an die watson-Redaktion.

«Das klingt wie wenn einem ein Töff ums Haus rast!»

watson-User Andreas

Am nächsten Morgen am Telefon hat sich Andreas schon etwas beruhigt. Es habe sich nicht um eine Übung, sondern um einen polizeilichen Einsatz gehandelt, habe er in Erfahrung gebracht. «Trotzdem; das klingt wie wenn einem ein Töff ums Haus rast», sagt er. 

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Drohneneinsatz über dem Zürcher Bezirk Uster in der Nacht auf Dienstag. Was das Ziel des Einsatzes war, will Sprecher Daniel Schnyder aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen. Die Kapo besitzt keine eigenen Drohnen, kann solche aber über das Grenzwachtkorps (GWK) anfordern. Dieses besitzt eine Leistungsvereinbarung über gewisse Einsatzstunden mit der Schweizer Luftwaffe und hat im Rahmen dieser Leistungsvereinbarung die Drohne kurzfristig der Kapo Zürich zur Verfügung gestellt. 

Das GWK bestätigt: «Eine Drohne der Schweizer Luftwaffe wurde letzte Nacht zur Überwachung des Grenzraums eingesetzt», sagt Sprecher Peter Zellweger. Zum Ereignis, das die Kapo Zürich bewogen hat, die Drohne vom Grenzwachtkorps anzufordern, will auch Zellweger keine Auskunft geben. Eine Zunahme von Drohnenflügen aufgrund der Flüchtlingswelle verneint er jedoch. «Die Schweiz ist noch nicht so stark von der Flüchtlingswelle betroffen», sagt er. Auch die Frage, ob nach illegalen Grenzgängern gesucht wurde, verneint er. 

Zunahme von Drohneneinsätzen

Eine Zunahme der Einsätze von grossen Drohnen gibt es dennoch. Das GWK setzt das Aufklärungsdrohnensystem 95 Ranger (ADS-95) der Schweizer Luftwaffe seit 2006 für die Überwachung und Kontrolle des Grenzraumes ein. Gemäss dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung wurden Polizeien und Grenzwachtkorps 2014 in 55 Einsätzen während 155 Stunden mit Drohnen unterstützt. «Für dieses Jahr rechnen wir mit einer höheren Zahl», sagt Luftwaffe-Sprecher David Marquis gegenüber watson. 

Er erklärt auch die tiefe Flughöhe des gestrigen Fluges. «Die Drohne musste unter der Wolkendecke fliegen, die sehr tief hing», sagt Marquis. Dadurch sei die erhöhte Lärmbelastung entstanden. 

Die Drohne ADS 95 Ranger entdeckt drei Kriminaltouristen

Dank Infrarotkameras können die Drohnen des Typs ADS 95 beispielsweise Kriminaltouristen aufspüren.
Bild: grenzwachtkorps

Mit Drohnen auf Verbrecherjagd 

Die Drohnen der Luftwaffe werden in der ganzen Schweiz und verstärkt in Grenzregionen eingesetzt. Im November 2014 konnten beispielsweise im Tessin drei Einbrecher dank Drohnen aufgespürt und verhaftet werden. «Weiter konnten wir im Rahmen von Drohneneinsätzen bereits verschiedentlich die Kantonspolizeien bei Fahndungsaktionen nach Raubüberfällen im Grenzraum unterstützen», sagt Zellweger vom GWK. 

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte Jürg Noth, Chef des Grenzwachtkorps im Februar, dass heute auch vermehrt Schleppertätigkeiten mittels Drohnen dokumentiert werden.

Gemäss dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung sind aktuell noch 15 Flugzeuge des ADS 95 im Einsatz. Letzte Woche hiess nach dem Nationalrat auch der Ständerat den Kauf von sechs neuen Aufklärungsdrohnen aus Israel gut.

Bei der Luftwaffe freut man sich: «Das mit dem ‹Rüstungsprogramm 15› bewilligte Aufklärungsdrohnensystem 15 wird beim Drohnenkommando der Luftwaffe das ADS-95 ablösen», sagt David Marquis. Die neun Meter langen Drohnen mit einer Flügelspannweite von 17 Metern sollen 2019 geliefert werden. Die neuen Drohnen zu bewaffnen, ist nicht vorgesehen. Eine rot-grüne Minderheit wehrte sich vergeblich gegen ihre Anschaffung.

Mini-Drohnen können vor allem eines: Atemberaubende Landschaftsbilder schiessen:

Error
Cannot GET /_watsui/filler/
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

26
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Floh Einstein 15.09.2015 21:21
  • Andi Amo 15.09.2015 19:59
    Highlight Highlight Also ich gehöre auch zur Bevölkerung (sogar in Grenznähe) - und mich verärgert das nicht.

    Man ist gegen ein möglicherweise mächtiges Hilfsmittel gegen Kriminalität, weil es 'mitunter in besiedeltem Gebiet zu Lärmbelästigung führt'? Sorry, Euer Ernst?!
    Lasst mich raten; Eurer Meinung nach müsste die Polizei sicher auch auf die Verfolgung von Verbrechern verzichten - Weil da könnte es ja noch Unfälle geben...
  • Kimbolone 15.09.2015 18:39
    Highlight Highlight Ich will Sicherheit, der Staat muss mich vor Kriminellen schützen!... Aber nur wenns keinen Lärm produziert!

    Typische Schweizer Mentalität.
  • Wilhelm Dingo 15.09.2015 17:35
    Highlight Highlight gut so!
    • rare_pepe 15.09.2015 18:40
      Highlight Highlight Ich bin ein Krimineller und ich finde ihre Aussage provokativ.
  • Gringoooo 15.09.2015 17:20
    Highlight Highlight Ich wohne sehr grenznahe und bin mir die Drohnen langsam gewohnt. Im normalfall fliegen sie genug hoch dass normale Fensterscheiben das Geräusch nicht durchlassen. Manchmal flattert auch ein Superpuma rum, der wumst schon mehr.
    Trotz allem bin ich froh darüber, wer schon mehrmals mitten in der Nacht Einbrecher in seinem Garten hatte stöhrt sich nicht gross über diese Einsätze.
  • sste87 15.09.2015 16:06
    Highlight Highlight Und das sind „Breaking News“? Was will die Journalistin uns mit diesem Bericht sagen? Böse Armee setzt unnötiger Weise Drohnen ausserhalb der Bürozeiten ein? ;-)

    Die Armee unterstützt seit Jahren die Polizei und die Grenzwache. Das Geräusch der ADS95 klingt mehr nach einem Rasenmäher und hört man maximal einige hundert Meter weit - wenn überhaupt. Die neuen Drohnen sind meines Wissens dann sogar noch leiser ...

    Aber mein Beileid an Andreas - ein Päckchen Tempo würde ich offerieren! ;-)
    • C0BR4.cH 15.09.2015 16:13
      Highlight Highlight Super mol. Leisere Drohnen aus Israel. Solches 'Spielzeug' wollten wir schon immer mal haben. Am besten gleich kampffähig, nur für den Fall ......
    • sste87 15.09.2015 16:38
      Highlight Highlight Über die Herkunft kann man sicherlich streiten, da bin ich gleicher Meinung. Nur so viele Hersteller von solchen Drohnen gibt es auch nicht.
      Wo ist aber aus deiner Sicht das Problem, wenn eine solche Drohne bewaffnet werden kann?
      Es ist zurzeit definitiv eine kostengünstigere Variante als neue Kampfjets, obwohl Drohnen nie Jets komplett ersetzen können (z.B. Luftpolizeidienst).
    • C0BR4.cH 15.09.2015 17:08
      Highlight Highlight Ich hab allgemein ein Problem mit potenziel bewaffneten Drohnen. Gründe dafür gibt es genug (e.g. Rammstein-Basis in Deutschland).

      Über die Jets will ich hier gar nicht erst anfagen zu diskutieren. Mehr als Kerosin-Schludern sind die nicht. Bevor die was machten könnten, gegen den "Eindringling" ist dieser in einem anderen europäischen Land.
    Weitere Antworten anzeigen
  • imo 15.09.2015 15:56
    Highlight Highlight Ergänzung
    Benutzer Bild
  • imo 15.09.2015 15:56
    Highlight Highlight Letzte Woche drehten mitten in der Nacht zwei Drohnen über dem Kanton Luzern... Eine über der Stadt selbst und eine über dem Sempachersee, die tönen wie ein Rasenmäher im Himmel...
    Benutzer Bild
  • herbal_relaxation 15.09.2015 15:52
    Highlight Highlight Ich könnte mir vorstellen, dass die Drohnen zur Ortung von grösseren Cannabis-Plantagen benutzt wurde. Mit Wärmebild-Kamera ist das ohne Probleme möglich und z.B. in Los Angeles an der Tagesordnung.
    • C0BR4.cH 15.09.2015 16:01
    • Olmabrotwurst vs. Schüblig 15.09.2015 16:52
      Highlight Highlight aber wir kiffer wissen alle... das unser zeug niemals ausgeht... jeder hat so sein eigen vorratsbedarf oder weiss garantiert wo holen ;)
    • Mett-Koch 15.09.2015 21:08
      Highlight Highlight Ich kenne mich zwar nicht aus, aber kann man in der Nacht tatsächlich ein Hanffeld von anderen Pflanzen unterscheiden und wäre es nicht viel leichter, Plantagen zu den Bürozeiten ausfindig zu machen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • C0BR4.cH 15.09.2015 15:48
    Highlight Highlight Die Dinger werden übrigens auf flightradar24.com erfasst ; )

    http://www.flightradar24.com/data/airplanes/d-114/#76c674f
    Benutzer Bild
    • herschweizer 15.09.2015 16:12
      Highlight Highlight ja die MDS95 kommt doch in die Kategorie Modellflugzeug mit Kamera nicht?

Die A1 ist wieder voll wie vor Corona, doch Busse und Trams füllen sich nur langsam

Neue Daten zeigen: Noch immer sind weniger Menschen unterwegs als vor der Coronakrise. Doch ins Auto setzen sich die Pendler deutlich schneller wieder als in Bahn, Bus und Tram.

Die Coronakrise hat dem öffentlichen Verkehr einen nie dagewesenen Einbruch der Passagierzahlen beschert. Auch auf der Strasse waren in den vergangenen Wochen deutlich weniger Autos unterwegs, weil viele im Homeoffice arbeiteten und weniger Fahrten in der Freizeit unternahmen.

>>> Corona im Ticker: Weltweit über 10 Millionen Fälle.

Eine Auswertung von aktuellen Daten zeigt nun: Der Strassenverkehr erholt sich deutlich schneller als der öffentliche Verkehr. In der dritten Juni-Woche …

Artikel lesen
Link zum Artikel