Schweiz
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marco meier

Marco Meier* ist frei. Glauben will er das selber noch nicht ganz.  Bild: watson/rafaela roth

Illegal weggesperrt und plötzlich frei: «Ich hab' gedacht, die fünf Tage Knast schlaf' ich schnell durch. Daraus wurden dreieinhalb Jahre»

Drei Jahre lang wird der Aargauer Marco Meier zu Unrecht weggesperrt. Als er im April dieses Jahres schliesslich aus der psychiatrischen Klinik ausbricht, weiss er nicht, dass ihn das Bundesgericht einen Monat darauf freisprechen würde. Jetzt erzählt Meier seine Geschichte.



Marco Meier weiss seit rund 24 Stunden, dass er ein freier Mann und seine Flucht vorbei ist. Am Donnerstag kurz nach 20 Uhr steht er auf dem Parkplatz des McDonald's einer Schweizer Kleinstadt. Meiers Haut ist knastbleich, sein Blick musternd, aber freundlich. Er wirkt älter, als er mit 26 sollte. Er erzählt seine Geschichte so unaufgeregt wie einer, der gelernt hat, dass sich aufregen sowieso nichts bringt. Nur manchmal entwischt ihm ein bitteres Lachen. 

«Seit ich auf der Flucht bin, muss ich die ganze Zeit kotzen. Ich kann nichts mehr essen. Es ist wahrscheinlich die Anspannung. Ich glaube noch nicht ganz, dass ich frei bin. Ich muss das Bundesgerichtsurteil noch schwarz auf weiss sehen.

Diese letzten Jahre haben aus leeren Versprechungen bestanden. Das ist das Übelste. Sie lügen einen an. Dauernd. Irgendwann glaubst du gar nichts mehr. Sie stellen dir ständig Dinge in Aussicht, die du nie kriegst. Egal, ob du dir Mühe gibst oder die Regeln brichst. Jetzt werde ich sofort misstrauisch, wenn sich etwas gut anhört. Das ganze letzte Jahr habe ich vergebens auf den Entscheid des Bundesgerichts gewartet. Ich habe nicht mehr daran geglaubt.

Ich wollte mich jetzt eigentlich ins Ausland absetzen. Die letzten Monate habe ich praktisch nur drinnen verbracht, in Wohnungen von Freunden. Aber ich bin schon froh, jetzt, das wäre mir alles zu schräg geworden.» 

Die Tat

Marco Meier ist 21, als sich seine Freundin von ihm trennen will. Erst seit gut einem Jahr hat er ein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche in Gränichen verlassen. Dort hat er eine Lehre als Gärtner abgeschlossen. 

Im Alter von 18 Jahren hatte Meier bereits 32 Heime hinter sich. Mit neun kam er von zu Hause weg. Alleinerziehend und berufstätig war Marcos Mutter mit dem Jungen und seiner Schwester überfordert. 

«‹Ich bring' dich um, wenn du gehst›, hab' ich zu ihr gesagt.»

Marco Meier

«Na ja, es hat halt Streit gegeben. Meine Ex-Freundin wollte Schluss machen. ‹Ich bring' dich um, wenn du gehst›, hab' ich zu ihr gesagt. Ich habe sie geohrfeigt und sieben Stunden lang eingesperrt. Das war nicht gut. Ich war betrunken. Ich habe danach aufgehört, Alkohol zu trinken. Es tut mir leid, dass das passiert ist. 

Ihr Vater hat sie dann gedrängt, mich anzuzeigen. Ihre Eltern mochten mich nie. Ich komme aus der Unterschicht. Sie haben Geld. Meine Ex wollte die Anzeige noch zurückziehen. Aber da lief das Ganze schon unter häuslicher Gewalt, und das ist ein Offizialdelikt, das damals schon von Amts wegen verfolgt wurde. Meine Ex kam mich in all den Jahren immer besuchen. Wir haben noch heute Kontakt.

Dann hab' ich noch dem Hauswart eine reingehauen. Der hat sie immer so blöd angefasst. Er hat nachher ausgesagt, ich hätte ihn schlimm verprügelt. Ich war da nicht dabei, ich war bei dem Termin im Ausland.»

«Es tuet mehr Leid» – Marco Meier für seine Ex-Freundin

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YouTube/Freiheit Odertod

Staatsanwaltschaft, Kanton Aargau

Am 9. September 2010 und am 17. März 2011 wird Marco von der Aargauer Staatsanwaltschaft wegen Drohung, Nötigung und leichter Körperverletzung mit zwei Strafbefehlen zu Geldstrafen von 30 und 150 Tagessätzen verurteilt. Am 3. Januar 2012 wurden die Geldstrafen gemäss Bundesgerichtsurteil in eine Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelt. Marco widerspricht.

«Einen Teil der Geldstrafe vom ersten Strafbefehl hab' ich bezahlt. Dann ging ich nach Deutschland. Ich wollte nicht fliehen. Ich ging einfach nach Deutschland, weil ich nach Deutschland wollte. Meine Mutter hat mich dann angerufen und gesagt, dass die Polizei mich sucht. Ich kam zurück.

«Ich hab' gedacht, die fünf Tage schlaf' ich schnell durch. Daraus wurden dreieinhalb Jahre.»

Marco Meier

Ich hab' dann gedacht, ich spar' mir die restlichen 350 Franken und geh' die schnell absitzen. Ich war für fünf Tage vorgeladen. Wir feierten noch Weihnachten und Silvester, am 5. Januar ging ich dann rein. Ich hab' gedacht, die fünf Tage schlaf' ich schnell durch. Daraus wurden dreieinhalb Jahre.»

Gefängnis in Aarau

Am 5. Januar 2012 wird Marco im Amtshaus Aarau inhaftiert. Die 14 Haftplätze sind für vorläufige Festnahmen und Untersuchungs- und Sicherheitshaft vorgesehen. 

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Erste Station: Amtshaus Aarau, zwei Monate Ersatzhaft. bild: wikipedia

«Dann ging es los. Bereits nach zwei Tagen kamen sie und meinten – ja – hier noch eine Drohung, hier noch die Nötigung – ich müsse nochmals 30 Tage absitzen, für den ersten Strafbefehl. Dann kam die Körperverletzung vom Hauswart dazu. Es kam immer mehr dazu. Sie haben mich immer länger behalten. 

Im Amtshaus kam ich in ein Viererzimmer. Die Leute kamen und gingen, nur ich blieb. Da wird man depressiv, auch wenn es nur 30 Tage sind. Nach zwei Monaten kam ich dann nach Lenzburg, ins ZG, ins Zentralgefängnis.»

Zentralgefängnis Lenzburg

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Lenzburg besteht aus der Strafanstalt sowie dem Zentralgefängnis und umfasst 300 Vollzugsplätze. Davon sind 216 Plätze im geschlossenen Vollzug für Männer; 84 Plätze stehen zur Verfügung für Untersuchungshaft, Halbgefangenschaft sowie Kurzstrafen für Jugendliche, Frauen und Männer.   

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Lenzburg, aufgenommen am Freitag, 22. August 2014, in Lenzburg. Die Strafanstalt Lenzburg feiert ihr 150-jaehriges Bestehen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Zweite Station: Zentralgefängnis Lenzburg, vier Monate Ersatzhaft, dann FFE. Bild: KEYSTONE

«Im ZG hab' ich dann die Strafe gemacht. Sie wäre bis etwa Juli 2012 gegangen. Aber dann liessen sie mich nicht raus, sondern gaben mir Sicherheitshaft, FFE, Fürsorgerische Freiheitsentziehung. Es gebe dann einen Gerichtstermin, da sehe man, wie es weitergehe. Ich wartete.  

Bevor ich ins Gefängnis kam, habe ich viel gekifft. Drin hab' ich dann acht Monate nicht geraucht. Die haben mir versprochen, dass ich dann einen PC, Playstation oder irgendwas kriege, zur Beschäftigung. Dann war ich trotzdem positiv bei der UP, der Urinprobe. Das konnte überhaupt nicht sein. Aber in Lenzburg ist jeder positiv. Dann hab' ich wieder begonnen zu kiffen.  

«Lenzburg ist ein einziges Drogenloch. Dort kommt alles rein, Gras, Koks, Heroin – egal was. Auch wenn es in der Schweiz nicht erhältlich ist, in Lenzburg kriegst du es.»

Marco Meier

Lenzburg ist ein einziges Drogenloch. Dort kommt alles rein, Gras, Koks, Heroin – egal was. Auch wenn es in der Schweiz nicht erhältlich ist, in Lenzburg kriegst du es – alles, egal was. Es ist einfach teuer.

Wenn deine UP positiv auf Cannabis getestet wird, kriegst du drei Tage Bunker. Wenn die voll sind, kriegst du eine rote Karte. Dann darfst du ein paar Tage nicht raus, nur zum Duschen. Die sechs Bunker sind praktisch immer voll. Was soll ich sagen, jeder zweite Schweizer kifft. Für mich ist das irgendwie kein Delikt. Es hat mich beruhigt. 

Dann haben sie das Gutachten gemacht. Das war mein Untergang. Da schätzten sie mich als gemeingefährlich ein. Da stand drin, dass ich ein Psychopath bin, alles. Dissoziale Störung, Persönlichkeitsstörung. Die prognostizierten mir Verkehrsdelikte, Morddelikte, schwere Gewaltdelikte, Vermögensdelikte, die ganze Palette. Das hat mich dann gestresst. Ich konnte es akzeptieren, die Ersatzhaftstrafe abzusitzen, aber dass sie mich als krank hinstellten, nicht.»

Bezirksgericht Bremgarten

Während Marco noch seine Geldstrafe absitzt, ordnet das Bezirksgericht Bremgarten am 5. Juli 2012 auf Antrag des Amts für Justizvollzug Aargau eine therapeutische Massnahme nach Artikel 59 des Strafgesetzbuches an, eine sogenannte kleine Verwahrung. Marco wehrte sich nicht. «Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft», konstatiert das Bundesgericht drei Jahre später. 

«Das nennt sich dann kleine Verwahrung. Da wusste ich, dass es gelaufen war.»

Marco Meier

Kleine Verwahrung, Verwahrung, lebenslängliche Verwahrung


Die stationäre therapeutische Massnahme, auch genannt «kleine Verwahrung» nach Artikel 59 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) wird angeordnet, «wenn der Täter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang steht und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen». Stationäre therapeutische Massnahmen sind Therapien mit Freiheitsentzug, über deren Fortführung kantonale Fachkommissionen oder solche der Strafvollzugskonkordate alle fünf Jahre entscheiden müssen.  

Die ordentliche Verwahrung nach Artikel 64 StGB wird auf Grund von Persönlichkeitsstörungen oder psychischen Störungen des Täters vom Gericht ausgesprochen und wird nach der abgesessenen Haftstrafe vollzogen, um die Öffentlichkeit vor gefährlichen Straftätern zu schützen. Die Verwahrung muss wie die stationäre therapeutische Massnahme periodisch überprüft werden. 

Die lebenslängliche Verwahrung nach Artikel 64 Abs. 1 StGB wird bei extrem gefährlichen Straftätern angeordnet, die als untherapierbar gelten. Die Verwahrung soll bis ans Lebensende dauern, es sei denn, neue medizinische Erkenntnisse oder Entwicklungen änderten etwas an der Diagnose der Untherapierbarkeit der Verwahrten. Die lebenslängliche Verwahrung wurde mittels Volksabstimmung 2004 eingeführt und 2010 erstmals angewandt. 

Sämtliche Arten der Verwahrung sind keine Strafen, sondern Massnahmen, die nach einer Freiheitsstrafe vollzogen werden. 

«Nach dem Gerichtstermin haben mich die anderen Häftlinge gefragt, ob ich den 59er gekriegt habe. Da kommst du nie mehr raus, sagten sie. Ich wusste gar nicht, was das ist. Dann hab' ich mal gegoogelt, Artikel 59 im Strafgesetzbuch. Da steht, dass eine stationäre Behandlung angeordnet werden kann, wenn der Täter psychisch schwer gestört ist und die Tat damit in Zusammenhang steht. Das nennt sich dann kleine Verwahrung. Da wusste ich, dass es gelaufen war. 

Ich hätte dieses Urteil weiterziehen müssen. Das wusste ich doch nicht und mein Pflichtverteidiger meinte, das wäre schon okay. Weil ich das damals nicht angefochten habe, hat mich dann auch das Obergericht nicht mehr rausgelassen. 

Sie argumentierten vor Gericht, dass ich aggressiv werde, wenn ich kiffe. Das stimmt aber nicht. Meine Ex-Freundin sollte dies vor Gericht bestätigen. Ich habe sie als Zeugin eingeladen. Ihre Vormundin hat ihr dann eingeredet, dass ich gefährlich bin und unbedingt drin bleiben müsse. Dann hat sie vor Gericht gegen mich ausgesagt.»

Strafanstalt Lenzburg

Marco erhält einen Platz im geschlossenen Vollzug in der Strafanstalt Lenzburg. Seine Haft dauert nun schon mehr als eineinhalb Jahre.

«Ich habe dann in der Gärtnerei gearbeitet in Lenzburg und gewartet, bis es weiter geht. Dann wollten sie mich in den Schachen stecken. Die anderen Häftlinge haben mir geraten, da nicht hinzugehen. Ich wollte nicht. Dann haben sie mir gedroht, dass ich jetzt entweder zur Therapie in den Schachen gehe oder sie würden mich in Untersuchungshaft stecken. Da kann man nur eine Stunde pro Tag raus. 

Sie sagten, ich solle doch in den Schachen, da gebe es einen Swimmingpool, da könne ich trainieren. Ich solle ein Jahr lang mitmachen, nach einem halben Jahr bekäme ich Lockerungen und dann käme ich raus.»

Therapiezentrum im Schachen, Solothurn

Im Therapiezentrum im Schachen stehen rund 60 Plätze für Straftäter in der kleinen oder grossen Verwahrung zur Verfügung. Hier werden mit einer richterlichen Massnahme belegte Straftäter, die ihr Delikt wegen einer psychischen Krankheit begangen haben, therapiert. Die Massnahme dauert unbestimmt an, bis der Insasse nicht mehr als gefährlich erachtet wird.

«Das Härteste war, dass die Pfleger im Schachen von Anfang an sagten, dass sie nicht wüssten, was ich hier mache.»

Marco Meier

Die neue Justizvollzugsanstalt Schachen am Montag, 12. Mai 2014 in Deitingen bei Solothurn. Am Dienstag, 13. Mai 2014 wird in Deitingen der Neubau der Justizvollzugsanstalt Schachen eingeweiht. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Dritte Station: Schachen, Solothurn. Bild: KEYSTONE

«Das Härteste war, dass die Pfleger im Schachen von Anfang an sagten, dass sie nicht wüssten, was ich hier mache, obwohl ein Richter entschieden hatte, dass man mich wegsperren muss. Die haben selber zu mir gesagt, dass ich gucken soll, so schnell wie möglich rauszukommen, damit ich nicht echt noch verrückt werde. Die Pfleger selber haben mir auch meinen neuen Anwalt Konrad Jeker empfohlen. 

Am Anfang war es eigentlich ganz okay im Schachen. Dank meiner Ausbildung konnte ich gleich als Gärtner zu arbeiten beginnen. Ich habe versucht, alles perfekt zu machen. Ich habe nicht gekifft, keinen Alkohol getrunken, bin nie aufgefallen. Therapiert haben sie mich nie. Medikamente musste ich auch nicht nehmen – obwohl ich ja gemäss Gutachten ein Psychopath war. Nach einem halben Jahr hab' ich die vom Amt für Justizvollzug angerufen und gefragt, was jetzt sei, mit den Lockerungen. Sie sagten nur, dass sie nichts mehr für mich tun können.

Dann ging es mir immer schlechter. Die Leute im Schachen sind schwere Gewalttäter, Vergewaltiger oder Pädophile. Das sind Monster. Die erzählen ihre Geschichten. Irgendwann bin ich dann ausgerastet. Die Securitys wollten mich in den Bunker stecken. Ich habe mich gewehrt. Am Ende hatte ich eine Platzwunde am Kopf, Verletzungen am Bein und Schnitte an den Handgelenken von den Handschellen. Ich habe dann meinen Anwalt angerufen. Der kam noch am selben Tag. Am nächsten Tag war ich draussen.»

Strafanstalt Lenzburg

«Dann sind plötzlich zwei Typen vor mir gestanden, der Oberarzt der Forensik Königsfelden und der Chef der Spezialabteilung. Ich dachte nur: ‹Shit, Königsfelden›.»

Marco Meier

«Dann kam ich kurz zurück ins ZG. Ich musste etwa dreieinhalb Monate auf einen neuen Therapieplatz warten. Dann sind plötzlich zwei Typen vor mir gestanden, der Oberarzt der Forensik Königsfelden und der Chef der Spezialabteilung. Ich dachte nur: ‹Shit, Königsfelden›.»

Psychiatrische Klinik Königsfelden

Die psychiatrische Klinik Königsfelden in Windisch (AG) verfügt über eine gesicherte forensische Abteilung, in der insgesamt 48 Betten für psychisch schwer gestörte Straftäter stehen, die in einer kleinen Verwahrung oder im Rahmen einer anderen Massnahme eingesperrt sind. Die Abteilung heisst Zentrum für stationäre forensische Therapie.

Bild

Vierte Station: psychiatrische Klinik Königsfelden bild: wikimedia

«Auch hier war es am Anfang wirklich gut. Ich hatte ein Einzelzimmer, meine Musik, PSP, alles war erlaubt. Ein Freund kam auch nach Königsfelden und ich hatte jemand normalen zum Reden. 

Dann nach drei Monaten sind wir umgezogen und alles wurde plötzlich anders. Alles wurde verboten, die haben uns richtig schikaniert. Alles haben sie gestrichen. Gebrannte CDs waren nicht mehr erlaubt, MP3 war nicht mehr erlaubt. Die Küche ging früher zu, einfach so.  

Sie wollten, dass ich zugebe, dass ich krank bin. Das Erste, was du in der Therapie tun solltest, ist zugeben, dass du krank bist. Das wollte ich nicht. Ich bin ja nicht krank. Dann stand im Protokoll jedes Mal, dass ich nicht therapiewillig bin. 

Das Schlimmste ist, dass man alles verpasst. Meine Grossmutter hatte zwei Herzoperationen, in der Familie sind zwei Leute gestorben, Freunde sind gestorben, meine Schwester hat ein Kind gekriegt, nirgends war ich dabei.

«Jetzt muss ich den Staat verklagen. Ich habe gelesen, dass ich Anrecht auf 150 Franken Entschädigung pro Tag habe.»

Marco Meier

Ich habe immer geschrieben, Raptexte. Ich habe alles aufgeschrieben. Drei Alben habe ich in diesen Jahren gemacht. Ich habe mehrere Anfragen von Studios, die mich rausbringen wollen.»

Die Flucht

«Die Therapie wurde immer länger und irgendwann wurde mir klar, dass sie mich nicht mehr rauslassen würden. Also planten ich und mein Freund die Flucht. Es klappte beim zweiten Versuch.  

Mit Hilfe von draussen organisierten wir uns eine Eisenzange. Die ging durch diese Drähte wie durch Butter. Die Pfleger hatten eine halbe Stunde Rapport. Dann seilten wir uns ab. Vom Aufprall hat es mir die Kniescheibe rausgehauen.  

Die nächsten Tage haben wir Tele M1 geguckt, TeleBärn, doch nirgends wurde unsere Flucht vermeldet.

Ich hab' mir dann mein Bein selber wieder zugenäht, weil ich in kein Spital gehen konnte. Einen Monat lang konnte ich kaum laufen. Aus der Wohnung habe ich mich nicht getraut. Ich spielte Playstation, machte den Haushalt und wartete, bis ich ins Ausland abhauen konnte. Ich hatte ständig Angst, sie würden mich finden. Zu meinen Verwandten habe ich den Kontakt abgebrochen, auch zu meinem Anwalt. Ich dachte, es sei besser so.»

Leben

«Es ist es ein komisches Gefühl, jetzt plötzlich frei zu sein, mich frei zu bewegen und einfach zu tun und zu lassen, was ich will. Ich kann aufstehen, einen Kaffee trinken, irgendwo hinsitzen. 

Ich will einfach ein hübsches Leben, jetzt. Ich will Ruhe. Ein Haus am See oder so. Es müsste am Wasser sein. Damit ich aufstehen und gleich ins Wasser springen kann.  

Ich weiss noch nicht so genau, was ich jetzt tun soll. Ich könnte IV beantragen, aber ich will lieber arbeiten. Ich möchte eine Wohnung, ich muss einen Job haben, vielleicht ein Auto. Ich weiss nur nicht, wo und wie ich beginnen soll. Ich hab' ja noch nicht mal einen Ausweis oder eine Adresse. 

Aber die Frage ist, ob ich überhaupt in der Schweiz bleiben will. Ich kenne jetzt Menschen mit den verschiedensten Delikten, aber ich verstehe es einfach nicht. Einer, der ein neunjähriges Kind vier Jahre lang missbraucht, kriegt fünf Jahre. Mein Freund mit bewaffnetem Raubüberfall, der niemand verletzte, kriegt sechs Jahre. Ich könnte heute drei Kollegen organisieren, die mit mir morgen einen beschuldigen, dann wird der sitzen. Verrückt, nicht wahr? 

Jetzt muss ich den Staat verklagen. Ich habe gelesen, dass ich Anrecht auf 150 Franken Entschädigung pro Tag habe.» 

*Name von der Redaktion geändert

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    Alle Leser-Kommentare
  • SoWi 13.08.2015 10:19
    Highlight Highlight Meinem Sohn geschieht seit 7 Monaten etwa das Gleiche, sitzt in U-Haft wegen einem Lügengebäude, was aber weder Staatsanwaltschaft etc. merken wollen, obwohl bei der Hauptanklägerin viele Lügen aufgeflogen sind. Man hält sich jetzt an das Gutachten, welches in etwa gleich ausgefallen ist wie bei "Marco".
    • Rafaela Roth 13.08.2015 11:14
      Highlight Highlight Lieber SoWi, möchten Sie mir den Fall Ihres Sohnes schildern? Melden Sie sich doch unter rafaela.roth@watson.ch oder 044 508 39 39.
      beste Grüsse
      Rafaela Roth
  • Sunshine1991 11.08.2015 01:05
    Highlight Highlight ex freundin nimmt stellung

    fakt ist er war unschuldig im Knast..
    meine strafe hat er schon längstens abgessesen!

    er ist ein opfer der justitz !
    ich kann nur sagen das er seine strafe bereut
  • NewYorker 10.08.2015 18:25
    Highlight Highlight Bereits der 3.Fall, von dem ich höre, dass einem der Cannabis-Konsum auch nach mehreren Monaten Abstinenz plötzlich wieder nachgewiesen werden kann... Anscheinend zeigt der THC-Gehalt sehr unregelmässig an! Nur dass die Behörden davon nichts wissen wollen. Da muss sich schleunigst was ändern!
  • Tilia 10.08.2015 18:08
    Highlight Highlight @Bonifatius geb ich dir recht. die willkür war früher bestimmt schlimmer und ich mag das einzelfallbashing auch nicht. aber ich finde niemand sollte über andere bestimmen können. ich bin da vielleicht zu viel freigeist. zu schnell geraten menschen in die mühlen. zu schnell wird geurteilt und zu schnell nach sicherheit geschrien. mir ist die freiheit mehr wert als die sicherheit. komisch ist doch dass immer alle denken ach der böse abschaum wirds schon verdient haben aber sie merken nicht dass es sie genau so schnell treffen kann. der anständigste familienvater kann im system in ungnaden fallen wenn seine ex behauptet er hat die kinder angefasst. heute hat nur noch eine norm bestand und alles andere ist abwegig. man gibt sich zwar tolerant und weltoffen und doch ist die gesellschaft gnadenlos im schubladisieren. nach dem motto bist du schon mal in der psychi biste bestimmt auch krank. ach er meint er ist nicht krank jaja das gehört zum krankheitsbild....wer definiert denn was krank ist in der psyche? nur weil du und ich nicht so leben?
    • Bonifatius 10.08.2015 19:25
      Highlight Highlight Da hast du recht. Niemand ist schlussendlich vor Behördenwillkür geschützt. Nur ist die Gesellschaft einfach kompliziert und rückt immer näher zusammen. So muss man halt auch Kompromisse eingehen, oder anders: Die Freiheit des Einzelnen muss da aufhören, wo er/sie die Freiheit der anderen negativ tangiert. Dies hat in dem Fall Marco getan, als er seine Ex gegen ihren Willen einsperrte und schlug. Gewisse Gesellschaftsregeln und damit verbundene Funktionäre vereinfachen schlussendlich das Zusammenleben, gleichermassen geben sie auch Raum für Missbrauch.
    • Bonifatius 10.08.2015 19:34
      Highlight Highlight Psychische Krankheiten werden heute aber nicht mehr nur aufgrund eines unorthodoxen Lebensstils getroffen. Für eine stationäre Behandlung muss schon das eigene oder andere Leben bedroht sein. Die Diagnose wird dann anhand der "Symptome" bestimmt. Zumindest nach Lehrbuch. Dass die Medizin der Psyche im Gegensatz zum Körper noch sehr unerforscht ist, steht ausser Zweifel. Dass sie in gewissen Fällen missbraucht wird, ebenfalls. Ich zweifle jedoch nicht am Auftreten solcher. Dafür habe ich schon zuviel miterlebt.
  • Usualsuspect82 10.08.2015 15:30
    Highlight Highlight Und die meisten kommentatoren stehen wieder hinter dem Typ! Habe nichts anderes erwartet! Ist ja schick geworden dem staat einfach alles in die schuhe zu schieben. Dann ist man sozial und ach so mitfühlig. Der Mann tut mir echt leid, aber wer mit 18 jahren 32 (!!!) heime hinter sich hat, dessen eltern haben wohl so einiges verbockt. Eine wohl nie dagewesene familie brachte diesen stein ins rollen und nicht der ach so böse staat. Dijenigen die hier gegen politik und staat kommentieren sind in meinen augen kurzsichtig! Oder wart ihr alle in kliniken und gefängnissen weil der staat euch ohne grund zuhause abholte? Aber hauptsache sozial, mitfühlig und auf den erstbesten und einseitigen bericht aufsteigen...
    • Bonifatius 10.08.2015 16:04
      Highlight Highlight Gebe dir teilweise recht. Der Bericht ist sehr einseitig. Mich stört am meisten dass er scheinbar an keinem Vergehen selbst schuld hat; am Gewaltdelikt gegenüber der Ex war der Alkohol schuld, der verprügelte Hauswart war anscheinend ein Perversling, der positive Urintest gefälscht, seine Ausraster gegenüber den Betreuern passierten wegen den anderen "Monstern", die Verschärfungen im Knast gegen ihn waren "plötzlich" und scheinbar grundlos um ihn zu "schikanieren" ... Der Rest ist sicherlich wegen der schlimmen Kindheit passiert - welcome back in the 70's.
    • Thomas_v_Meier 10.08.2015 16:11
      Highlight Highlight Bundesgericht Urteil ist klar und deutlich. Das er sicher kein einfachen Start ins Leben hatte, bestimmt kein unschuldiger ist und ein nicht ganz einfacher Mensch ist, ist klar. Das bedeutet aber nicht das der Staat nicht gegen die eigenen Gesetze handeln darf, Behördenwillkür, nur weil er unterprivilegiert ist. Bundesgericht Urteil ist klar und deutlich!
    • Bonifatius 10.08.2015 16:27
      Highlight Highlight @Meier: Gerichtsentscheide sind in den seltensten Fällen klar und deutlich, das ist ja keine Naturwissenschaft. Und sonst wären sie ja nicht voneinander gegensätzlich. Mit der zweiten Ansage hast du recht. Zumindest bis jetzt. Soviel ich weiss, ist es aber nur noch eine Frage der Zeit bis das präventive Wegsperren legal wird. Und aus falschen Sicherheitsgelüsten heraus wird das Volk wahrscheinlich wieder ja sagen..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bonifatius 10.08.2015 15:11
    Highlight Highlight Ich lese hier Wörter wie Behördenwillkür etc. Das mag in Marcos Fall rechtlich stimmen. Aber das Volk hat der Vorlage der kleinen Verwahrung zugestimmt, mit dem Wissen, dass es sich hierbei um eine Verschiebung der Verantwortung vom Gericht und einer definitiven Strafe hin zum Psychiater und eines Gutachtens kommt. Falls Marco wieder straffällig oder gewalttätig gegen eine neue Freundin oder sonst wem werden könnte, dann schreien die gleichen Leute auf, dass die Behörde nichts gegen ihn unternommen hat, obwohl sie über seine Aggressionen Bescheid gewusst hätten.
    • Tilia 10.08.2015 15:46
      Highlight Highlight seien wir mal ehrlich. 90% der leute die abstimmen haben null plan worüber sie abstimmen. sie stimmen aufgrund weniger schlagzeilen ab ohne juristisches verständnis. das alleine zeigt ja schon wie unpraktikabel das system geworden ist. der drchschnittsbürger weiss gar nicht mehr was er will weil er alle verantwortung auf den staat abwälzen will und dabei nicht merkt dass er selber der staat ist.....aber man kanns auch so nennen....der bürger welcher beim staat angestellt ist kann ziemlich viel willkür walten lassen.
    • Thomas_v_Meier 10.08.2015 15:53
      Highlight Highlight Das mag alles Stimmen. Nur er hätte gar nie in der kleinen Verwahrung landen dürfen. Das ist für Ersatzstrafe Gefängnis statt Busse Gesetzlich gar nicht erlaubt. hat das Bundesgericht so festgestellt!
    • Bonifatius 10.08.2015 15:54
      Highlight Highlight @Tilia: Naja, ich denke nicht dass die Behördenwillkür zugenommen hat, sie wird einfach öffentlicher. Heute wird doch viel härter - allerdings niemals besonders sachlich - beurteilt, da Skandale von der Presse ausgeschlachtet werden (Carlos, Kesb etc.) und durch diese Einzelfälle die Behörden gezwungen werden transparenter zu werden... Gleiches gilt bei früheren Respektpersonen wie den Lehrern und den Ärzten. Zumindest in meiner Wahrnehmung, Statistiken kenne ich jetzt keine dazu ^^
  • Ceci 10.08.2015 14:44
    Highlight Highlight Eine Sauerei! Ich wünsche Marco alles Gute, viel Kraft und Mut. Ich wünsche ihm gute Leute, die ihn unterstützen und Erfolg bei allem was er anpackt.
    • Bonifatius 10.08.2015 15:41
      Highlight Highlight "bei allem was er anpackt" naja, hoffentlich nicht mehr seine Freundin.
  • HelloWorld 10.08.2015 14:03
    Highlight Highlight Dieses Hin und Her ist wirklich eine Folter. Was genau, beziehungsweise welche Befunde dazu geführt haben wäre auch sehr interessant. Dann gibt es da noch den finanziellen Ansichtspunkt. Wir als Steuerzahler finanzieren dieses Apparat mit. Und in diesem Fall auch die (absolut gerechtfertigte) Entschädigung. Und da denke ich mir einfach immer, das man hier als Steuerzahler auch einmal eine genauere Untersuchung beantragen darf und das Personen welche ihre Position missbraucht haben, ebenfalls ihre Strafe zu verbüssen haben.
  • Maya Eldorado 10.08.2015 13:31
    Highlight Highlight Das Kapitel Verdingkinder und administrativ Versorgte ist doch abgeschlossen. Wir haben doch das dunkle Kapitel hinter uns gelassen. Oder?
    • Bonifatius 10.08.2015 15:31
      Highlight Highlight Hört endlich mal auf Verdingkinder mit heutigen Straftätern gleichzusetzen! Es ist nicht das Gleiche ob du als 6jähriger 12 Stunden auf einem Bauernhof schuften musst, oder als Schläger (und ja, das ist Marco, auch wenn er gleichzeitig auch ein Opfer ist) im Gefängnis Musik hören, kiffen und Playstation spielen kannst.
    • Frausowieso 11.08.2015 08:47
      Highlight Highlight Da muss ich Bonifatius recht geben. Verdingkinder wurden ihren Familien aus verschiedenen Gründen weggenommen. Diese Gründe sind aus heutiger gesellschaftlicher Sicht teilweise absurd z.B. alleinstehende Mutter. Die Kinder wurden als Arbeitskräfte vermittelt und von ihren "Pflegfamilien" misshandelt, ausgenutzt und teilweise missbraucht. So etwas kommt in der heutigen Zeit sicher nicht mehr systematisch vor. Die meisten Pflegefamilien sind sehr liebevoll. Marco ist kein Kind, er war straffällig und er wurde zu keiner unentgeltlichen Arbeit gezwungen. Wieso dann der Vergleich?
    • Maya Eldorado 11.08.2015 10:25
      Highlight Highlight Ich hatte einen Schulkollegen der verdingt wurde (Jahrgang 47). Er hatte auch was angestellt. Der Vater, Waldarbeiter, hat zu vie Geld versoffen, so dass es oft vor dem Lohn für die Mutter und die 6 Kinder nichts mehr zu essen gab. Da half mein Schulkollege. Nachts sammelte er Geld ein, das auf den Deckeln der Milchkesseli in Papier eingewickelt war. Er gab alles seiner Mutter, dass sie wieder essen kaufen konnte. Dann wurde er erwischt und verdingt. Er hat mir das alles an einer Klassenzusammenkunft erzählt. Und ja, er bekam mehr Schläge als essen und Schulaufgaben durfte er keine machen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joshzi 10.08.2015 13:07
    Highlight Highlight Jeder Mensch - insbesondere, wenn er zu Massnahmen verurteilt ist - soll das Recht haben, dass sein Fall in regelmässigen Abständen überprüft wird. Menschen wegzusperren, ohne jede Chance auf Anhörung, das ist reine Vergeltungsjustiz.
    • RatioRegat 10.08.2015 13:44
      Highlight Highlight Eine reine "Vergeltungsjustiz", also eine Justiz bei der es um den Ausgleich des Unrechts durch Bestrafung ginge, wäre fairer, weil es dann nur um eine angemessene Bestrafung für tatsächlich begangenes Unrecht ginge.
      Bei diesem Massnahmengewurstel geht es hingegen darum, jemandem die Freiheit zu entziehen, weil er sich vielleicht (vielleicht auch nicht) in Zukunft nochmals strafbar verhalten könnte.
      Das ist - insbesondere mit Blick auf die vorliegenden Anlasstaten - schlicht absurd.
  • Chrüsh 10.08.2015 13:04
    Highlight Highlight Hier sieht man wie schnell man staatlicher Willkür und Repression ausgesetzt ist und das im "Justizvorbildsland" Schweiz. Auch die Wehrlosigkeit von Menschen die als "psychisch Krank" abgestempelt werden ist hier ein krasses Beispiel. Ich wünsche Marco alles gute für die Zukunft!
    • Alan Smithee 10.08.2015 14:45
      Highlight Highlight
      Die Behördenwillkür hierzulande.hat in den letzten Jahren groteske Formen angenommen.

  • kaiser 10.08.2015 12:56
    Highlight Highlight 1. Meier ist jetzt draussen. Aber wie weiter? Er hat keinen Boden unter den Füssen, vertraut niemandem, sieht überall Intrigen, war bei allen Stationen auffällig... Kommt das gut? Ich wünsche es ihm und uns.

    2. Das System der Gefängnisse, Zwischengefängnisse, Psychiatrische Anstalten muss hinterfragt werden. Werden die Fälle hin und her geschoben respektive wie kann die Zusammenarbeit verbessert werden?

    3. Die Sicherheit und die Information muss verbessert werden. Es kann nicht sein, dass psychisch schwer gestörte Straftäter einfach fliehen können und die Bevölkerung nicht informiert wird.
  • 's all good, man! 10.08.2015 12:55
    Highlight Highlight So, wie ich watson kenne, wird die «Gegenseite» sicherlich auch noch zu Wort kommen. Denn bis jetzt kennen wir in diesem Fall ja eigentlich nur die Sicht vom Betroffenen selbst und mich würde schon noch interessieren, wie und warum es bei den Gutachtern zu diesen Beurteilungen gekommen ist. Da dünkt mich die Darstellung jetzt schon etwas einseitig.

    Wenn das aber alles so zutrifft, dann ist das ein sehr krasser Fall. Es dürfte nicht grad System haben, dennoch gibt diese «Law & Order»-Politik schon sehr zu denken. Hauptsache einfach alles wegsperren, was irgendwie nicht genehm ist. :-(
  • Frausowieso 10.08.2015 12:49
    Highlight Highlight Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich psychisch kranke Menschen für gesund halten. Je grösser die Persönlichkeitsstörung, desto mehr haben die Menschen das Gefühl, sie seien gesund. Das liegt in der Natur der Sache. Der Mann ist ja eindeutig verhaltensauffällig.
    • MisterXX 10.08.2015 18:08
      Highlight Highlight @ sassenach
      ok nach deiner meinung nach ist wenn jemand beschuldigt eine persöntlichkeitsstörung zu haben und au wenn dieser unschuldigt ist und beschtreitet das er krank ist ist er also krank weil ja das kranke sagen das sie keine störung haben? lächerlich deine aussage.
      und der erste sc4britt ihn einer therapie ist zuzugebn das man krank ist !!
    • Frausowieso 11.08.2015 08:42
      Highlight Highlight @MisterXX
      Nein, das habe ich nicht geschrieben. Psychisch kranke Personen können aber nicht immer einschätzen, ob sie wirklich psychisch krank sind. Es gibt Persönlichkeitsstörungen z.B. die paranoide, bei denen die Betroffenen der festen Überzeugung sind, dass sie gesund sind und alle ihnen nur Böses wollen. Viele Leute wollen es nicht wahrhaben, dass sie psychisch krank sind. Oder sie können es nicht, da es Teil ihrer Krankheit ist.
      Du kannst Dich ja mal ein bisschen mit dem Thema befassen. Eigentlich wäre das Grundvoraussetzung, bevor man mitdiskutiert.
  • Teslaner 10.08.2015 12:05
    Highlight Highlight Illegal weggesperrt? Freundin geschlagen und eingesperrt, Hauswart geschlagen, Drogen ins Gefängnis schmuggeln bzw. konsumieren (Ja, Cannabis sind noch drogen, auch wenn ein paar zugenebelte meinen, mann müsse es legalisieren). Was ist daran legal?
    • Gantii 10.08.2015 12:27
      Highlight Highlight das berechtigt also 3 1/2 jahre gefängnis bzw. verwahrung?
    • MartinK 10.08.2015 12:36
      Highlight Highlight Hätte er sich doch mit Alkohol zugedröhnt, dass würde die Sache schon viel besser machen ;)
    • TheRabbit 10.08.2015 12:39
      Highlight Highlight Bundesgerichtsurteil besagt, dass er unschuldig ist.
      Ausserdem sind die Drogen im Gefängnis wohl nicht das Problem der Insassen. Vielmehr sollte man den Wärtern auf die Finger schauen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Max Heiri 10.08.2015 11:59
    Highlight Highlight Ich fände es spannend die Gründe für die kleine Verwahrung aufzutischen. Wieso haben die jeweiligen Stellen entschieden? Wieso hat seine Ex-Freundin (die anscheinend einen Vormund hat!) nochmals gegen ihn ausgesagt?
  • Frau Bissig 10.08.2015 11:57
    Highlight Highlight Und erstens kommt manches anders-und zweitens,als man denkt ( Sprichwort ). :-/
  • arpa 10.08.2015 11:53
    Highlight Highlight in diesen therapiezentren läuft einiges schief.. der patient sitzt am kürzeren uns ist oft der willkür der betrwuer ausgesetzt.. wenn ich sehe was sich alles.betreuer nennt.. viele hätten selber eine therapie nötig.. auch die schweiz ist ein armseeliges land.. ind darauf soll man.stolz sein? haha!
    • Karl33 10.08.2015 12:03
      Highlight Highlight Behördliche Willkür, Heime und Therapien: Weshalb werden da auch grad Erinnerungen an die KESB wach?
  • Tilia 10.08.2015 11:49
    Highlight Highlight danke rafaela für dieses interview.....es entsetzt mich jedes mal aufs neue wie schnell man der staatlichen willkür ausgeliefert ist. man braucht mehr zivilen ungehorsam! die pfleger habe richtig gehandelt und geholfen wo sie konnten.
    • Karl33 10.08.2015 12:02
      Highlight Highlight Das krasse ist ja, dass die staatliche Willkür durch die bürgerlichen Law- and Order PolitikerInnen gefordert wird. Einerseits wird immer über den Staat geschimpft, aber gleichzeitig soll der Staat jeden, der nicht ganz korrekt bürgerlich denkt, wegsperren. Viele SVP-Wähler schwafeln gar, auch hier auf watson, von Straflager, Arbeitslager. Mir kommt das Grausen über dieses bürgerliche (fdp, svp)-Welt- und Menschenbild.
  • revilo 10.08.2015 11:40
    Highlight Highlight "Einer, der ein neunjähriges Kind vier Jahre lang missbraucht, kriegt fünf Jahre. Mein Freund mit bewaffnetem Raubüberfall, der niemand verletzte kriegt sechs Jahre."

    Ein solches System ist doch einfach zum Kotzen!
    • Max Heiri 10.08.2015 12:01
      Highlight Highlight Bewaffneter Raubüberfall ist alles andere als etwas harmloses. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber die bedrohten Opfer sind oft psychisch verletzt.
    • little_miss_trouble 10.08.2015 12:07
      Highlight Highlight Ehm ja. Aber der Vergleich war ein missbrauchtes Kind!!! Das leidet auch psychisch!
    • mrgoku 10.08.2015 13:03
      Highlight Highlight ein Kind missbrauchen ist meines erachtes übler als jemand abzuknallen... will damit nicht sagen dass jemand töten harmlos ist. aber ein kinde missbrauchen? sorry was schlimmeres gibt es ganz einfach nicht in meinen augen
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