Waadtländer SVP blamiert sich mit KI-generierter Kantonsfahne – finde die Fehler
Dass eine Partei im Wahlkampf auf künstlerische Darstellungen setzt, ist nicht Neues. Dass dabei auch generative KI eingesetzt wird, ist vielleicht etwas neuer, dürfte aber mittlerweile niemanden mehr überraschen. Kostet wenig, kann viel – wenn man denn weiss, wie man damit umzugehen hat.
Offensichtlich hat die Waadtländer SVP hierbei noch das eine oder andere zu lernen. In einem Post auf dem offiziellen Instagram-Kanal der Kantonalen Partei (@adcvaud) veröffentlichte sie ein Bild eines Vaters und Sohnes, die gemeinsam unter einer von poetischen Sonnenstrahlen erleuchteten Waadtländer Flagge auf den Lac Léman blicken. Darunter die Aussage «Unsere Werte sind nicht verhandelbar!»
So weit, so gut. Dumm nur: Die Flagge weist gleich mehrere Fehler auf.
Dem erfahrenen Vexillologen (oder auch dem Normalo, der schon einmal die Kantonsflagge des Waadtlands gesehen hat) springt gleich ins Auge, dass die Farben vertauscht sind – unten grün, oben weiss. Weiter heisst der Wahlspruch eigentlich «Liberté et Patrie»; das Bindewort ist hier wohl verloren gegangen.
Doch der Spruch ist immer noch fehlerhaft: Er sollte nämlich ausschliesslich auf der oberen (also weissen) Hälfte der Flagge stehen, nicht auf beiden. Und last but not least, stimmt auch das Format der Fahne nicht – denn sie hat, wie alle Kantonsfahnen, ein Seitenverhältnis von 1:1.
Ob Grossrat Jean-François Thuillard, dem die Wahlkampf-Aktion gegolten hatte, vom Fahnen-Drama Kenntnis hatte, ist unbekannt. Der Post ist mittlerweile gelöscht worden.
(cpf)
