Schweiz
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Heikle Mitgliedschaft: Aussenminister Cassis trat Waffenlobby «Pro Tell» bei



Der neu gewaehlte Bundesrat Ignazio Cassis, Mitte, waehrend des offiziellen Festes zu seinen Ehren, am Donnerstag, 28. September 2017, in Bellinzona. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Ignazio Cassis lässt sich nach seiner Wahl in den Bundesrat in seinem Heimatkanton feiern. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Ignazio Cassis ist im Monat seiner Wahl in den Bundesrat Mitglied der Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht «Pro Tell» geworden. Diese kämpft gegen jede Verschärfung des Waffenrechts in der Schweiz und geht damit auf Konfliktkurs mit der EU.

Der designierte Aussenminister Cassis habe sich «Anfang September» von sich aus an «Pro Tell» gewandt und um eine Mitgliedschaft ersucht, sagte der Generalsekretär von «Pro Tell», Robin Udry, am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er bestätigte zugleich einen Artikel von «Tages-Anzeiger», «Bund» und «Luzerner Zeitung» vom gleichen Tag.

Der am 20. September in den Bundesrat gewählte Cassis habe seine Mitgliedschaft in der Zwischenzeit auch nicht aufgekündigt, so Udry. Cassis selbst war am Samstag auf Anfrage nicht zu erreichen.

Richtungsweisende Verschärfung

Der neue Bundesrat tritt sein Amt am 1. November sein Amt an. Er gehört bereits der Tessiner Organisation «Libertà e Valori» an. Nach eigenen Angaben formierte sich dieses Komitee, um sich gegen die eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz von Waffengewalt» einzusetzen. Sie kämpft ausserdem für einen «legalen und liberalen» Waffenbesitz.

«Pro Tell» hatte zuletzt auf sich aufmerksam gemacht, weil die Organisation gegen die drohende Verschärfung des Waffenrechts mobilisierte und dagegen auch das Referendum ergreifen will. Der Bundesrat will die EU-Bestimmungen dagegen ins Schweizer Recht übernehmen – er hat dafür zwei Jahre Zeit.

Zur Übernahme ist die Schweiz als Schengen-Staat verpflichtet. Bei einem Nein drohte dem Land der Ausschluss aus dem Schengen-Raum. (wst/sda)

«Die Waffenlobby hat Ihre Eier in einer Geldscheinklammer»

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    Alle Leser-Kommentare
  • 123und456 14.10.2017 22:27
    Highlight Highlight jesses gott. kann mir jemand mal erklären was genau eine Verkleinerung des Magazins dermassen apokalyptisch macht?....
    wer braucht denn im privaten noch ne waffe? Jäger und Schützen. Ich sehe nicht wieso für die eine Verkleinerung des Magazins grosse Auswirkungen haben sollte??
  • IMW 14.10.2017 17:24
    Highlight Highlight Absolutes no go
  • Don Sinner 14.10.2017 17:09
    Highlight Highlight Opportunisten sind wir ja alle. Sonst kommst du schlecht durchs Leben (vgl. Lügen, "Notlügen" u. dgl.). Aber dermassen offensichtlich. Für einen Politiker. Einen bürgerlichen. Zuerst der Passport, dann das Coci, jetzt das. (Was ist mir entgangen?) Nicht gerade professionell - im opport. Sinne nat. Hoffentlich wird er im Amt dann "besser".
  • dracului 14.10.2017 16:50
    Highlight Highlight Es scheint, dass hier jemand seine Versprechen in den Hearings bei den Parteien einlösen muss und den Preis für einige Stimmen zahlen muss.
  • derEchteElch 14.10.2017 16:30
    Highlight Highlight Die Schweiz ist NICHT zur Übernahme jeglichen Blödsinns, den die Clowns in Brüssel beschliessen, verpflichtet.

    Wenn diese Scheindemokratie uns droht und vom Schengenraum ausschliessen will gibts genug möglichkeiten, uns zu wehren:

    > Sperrung aller Nord-Süd-Achsen für jeglichen EU Verkehr
    > Grenzkontrollen (nach Zollgesetz KANN die Grenzwache von jedem Reisenden detaillierte Informationen verlangen, bevor dieser einreist, ähnlich wie die USA, selbst von Bahngesellschaften)
    > Ausschluss der EU vom CERN, ETH etc.

    Wir lassen uns von diesen Bürokraten aus Brüssel nicht erpressen!
    • exeswiss 14.10.2017 17:11
      Highlight Highlight "> Sperrung aller Nord-Süd-Achsen für jeglichen EU Verkehr"

      damit und jährlich 1,5 mrd. CHF durch den LSVA von der EU für die saniereung von strassen und bahntransit flöten geht?
    • Paganapana 14.10.2017 17:12
      Highlight Highlight Wow toller Isolationskurs, funktionierte bisher ja immer sehr toll.
    • karl_e 14.10.2017 17:15
      Highlight Highlight EchterElch, du bist leider kein Hirsch: Meinst du wirklich, der Schwanz könne mit dem Hund wedeln? You are a dreamer, you (M. Martullo)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 14.10.2017 16:14
    Highlight Highlight Ich möchte ja nicht wissen, was für ein Aufschrei der Empörung durch die rechte Presse gehallt wäre, wenn z.B. Frau BR Simonetta Sommaruga kurz vor ihrer Wahl GSoA Mitglied geworden wäre?

    Alle hätten laut Skandal gebrüllt, weil sie sich als Pazifistin geortet hätte, aber ein rechter Bundesrat, der sich zur extrem rechten Waffenlobby bekennt, scheint dagegen total normal zu sein und sogar noch bewundert zu werden?

    Diese Doppelmoral schreit doch zum Himmel!

    • Lowend 14.10.2017 17:26
      Highlight Highlight Sie finden also eine Vereinigung, die Mordwaffen befürwortet weniger stossend, als eine Organisation, die sich eine Zukunft ohne Waffen vorstellen kann?

      In was für einer üblen Welt leben Sie denn, dass Sie das Morden besser finden, als den Schutz des Lebens durch den Verzicht auf Bewaffnung?

      Die GSoA ist weit weniger radikal, als diese Tellensöhne, die billigend die Tötung von Menschen in Kauf nehmen und gegen die Bilateralen Verträge kämpfen, die übrigens nach all den Abstimmungen auch Verfassungsrang haben.
    • Rodney McKay 14.10.2017 19:01
      Highlight Highlight Lieber Lowend, Ihnen ist aber schon bekannt, dass die Ziele der GSoA auch im SP-Parteiprogramm verankert sind, Frau Sommaruga ist Mitglied der SP. Insofern hätte diese GSoA-Mitgliedschaft, nichts an der Gesinnung von Frau Sommaruga geändert.
    • Kampfhamster 14.10.2017 20:10
      Highlight Highlight Protell ist inwiefern genau extrem rechts? Ein Vorstandsmitglied ist bei der CVP, das ist wohl kaum extrem rechts.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rodney McKay 14.10.2017 15:52
    Highlight Highlight So wie ich diesen Bericht interpretiere, darf ein Bundesrat keine eigene (private) Meinung haben, und sollte sich somit von sämtlichen Interessenverbänden distanzieren. Ich finde das geht entschieden zu weit. Es gibt ja auch noch die Privatperson Cassis. Ansonsten müsste bei allen Bundesräten überprüft werden, ob sie irgendwelchen Interessenverbänden angehören, und dies würde dann wirklich zu weit führen. Dies käme dann dem "gläsernen Bundesrat" sehr nahe, nach meiner Meinung, keine gute Idee.
    • Tikvaw 14.10.2017 16:48
      Highlight Highlight Ich habe gedacht es wäre schon immer eine der Lieblingsbeschäftigungen von Journalisten gewesen, die Interessensverbindungen und Privatangelegenheiten von Bundesräten/Politiker herauszufinden und zu veröffentlichen.
    • _kokolorix 14.10.2017 17:03
      Highlight Highlight Wenn der Verteidigungsminister Mitglied der GsoA wäre tätest du wohl empört aufschreien...
      Aber wenn der Aussenminister Mitglied einer vorgestrigen Isolationistentruppe wird welche für ein Waffenrecht nach Vorbild der USA einsteht, wo jeder weisse Mann jeden Nichtweissen straffrei erschiessen kann?
    • exeswiss 14.10.2017 17:13
      Highlight Highlight transparente politiker wäre das beste was der welt passieren könnte!
    Weitere Antworten anzeigen

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