Riesiger Erdspalt bedroht Dorf im Wallis
Im Val d'Anniviers im Wallis wächst eine Erdspalte jeden Tag um zwei bis vier Millimeter – inzwischen ist sie schon 250 Meter lang und zwischen 80 Zentimeter und 1 Meter breit.
Der Riss entstand nach starken Hochwassern 2018 und 2024. Denn das Flussbett, das den Hang stützt, wurde durch das Wasser beschädigt. Dadurch begann die Erde abzurutschen.
Um die Bewegung rund um die Uhr zu beobachten, haben die Behörden Messgeräte, einen Laserscanner und eine Webcam installiert. Zudem fliegt jede Woche eine Drohne über das Tal.
Nun befürchten die Behörden einen Hangrutsch. Die Bevölkerung wurde deshalb gebeten, sich dem Gebiet nicht zu nähern. Ausserdem werden für die Gemeinde Chippis VS Sicherheitsmassnahmen und Evakuierungspläne vorbereitet, wie SRF berichtet.
Behörden sind in Alarmbereitschaft
Wenn der Hang abrutscht, kann er das Flussbett der Navizence blockieren. Dadurch staut sich das Wasser und ein natürlicher Staudamm entsteht. Es könnte zu Überschwemmungen kommen, die das Tal und das Dorf Chippis gefährden. Rund 1500 Menschen leben direkt am Fluss.
Das schlimmste Szenario wäre, dass die gesamte instabile Masse auf einmal abrutscht. Geologinnen und Geologen gehen aber davon aus, dass dies schrittweise geschieht. Insgesamt könnten bis zu 500'000 Kubikmeter Erde und Gestein abrutschen. (cst)
