Fast 4000 Personen in den Schweizer Bergen gerettet – viele davon waren unverletzt
Erschöpft, verirrt, blockiert: Fast 4000 Personen mussten im letzten Jahr insgesamt beim Bergsport in der Schweiz gerettet werden. Das sind rund 11 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024, teilte der Schweizer Alpen-Club (SAC) in seiner Bergnotfallstatstik 2025 am Freitag mit.
Ein möglicher Grund für den Anstieg der Bergnotfälle: 2025 waren gemäss dem Schweizer Alpenclub (SAC) wohl besonders viele Menschen in den Bergen unterwegs. Darauf deuten unter anderem rekordhohe Zahlen bei den Hüttenübernachtungen hin, die der SAC verzeichnet.
Die genauen Gründe hinter der Zunahme der Bergnotfälle kenne der SAC aber nicht. Vermutlich aber spielten Handys und eine gute Netzabdeckung eine Rolle, welche schnellere Hilferufe möglich machen würden. Für den Alpenclub sei auch denkbar, dass mehr Personen in Not geraten, weil sie ihre Tour unterschätzten oder nicht gut planten.
Mehr Unverletzte gerettet
Rund 1500 der geretteten Personen wurden unverletzt gerettet. Diese Zunahme sei auffällig: 2020 waren noch knapp drei von zehn Geretteten unverletzt, im vergangenen Jahr waren es fast vier von zehn.
Gemäss der Bergnotfallstatistik ereignete sich fast die Hälfte der Notfälle beim Wandern oder Bergwandern. Insgesamt hätten die Einsatzkräfte zwar häufiger ausrücken müssen als in den Vorjahren, trotzdem habe es im letzten Jahr in den Bergen weniger tödliche Unfälle gegeben. Je 14 Prozent der Notfälle entfielen auf Skitouren und Hochtouren.
Am häufigsten wurde ein Notruf wegen Stürzen oder Abstürzen abgesetzt. Mehr Menschen alarmierten die Rettungsdienste, weil sie sich verirrt hatten, blockiert oder erschöpft waren. Besonders häufig sei es bei Hochtouren oder beim Bergwandern zu solchen Notlagen gekommen.
Weniger tödliche Bergunfälle
Gesunken ist hingegen die Zahl der tödlichen Unfälle: 2025 kamen beim klassischen Bergsport 98 Personen ums Leben (ohne Flugsport und Mountainbiken). Das ist der tiefste Wert der letzten zehn Jahre. Zwischen 2015 und 2024 lag der Durchschnitt bei 119 Todesfällen pro Jahr.
Beim Bergwandern blieb die Zahl der tödlichen Unfälle mit 36 Fällen wie im Vorjahr niedrig und deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnittvon 53 Toten. Bei Skitouren sank die Zahl der tödlichen Unfälle auf 22 ), auf Hochtouren starben mit 23 Personen ähnlich viele wie im vergangenen Jahr.
(pre/sda)
