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Anteil weiblicher Topkader in SMI-Firmen 2021 gestiegen – 92 % kommen aus dem Ausland

30.01.2022, 05:0130.01.2022, 14:09

Vier von zehn neuen Topkader-Jobs in Schweizer SMI-Firmen sind 2021 an Frauen gegangen. Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen ist innerhalb eines Jahres von 13 auf 19 Prozent gestiegen. 92 Prozent der neuen weiblichen Topkader kommen aus dem Ausland.

Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen ist gestiegen.
Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen ist gestiegen.shutterstock

Dies sind die wichtigsten Befunde einer von der «Sonntagszeitung» veröffentlichten Studie des Personalvermittlers Russel Reynolds Association, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ebenfalls vorliegen. Der Anstieg um sechs Prozentpunkte ist darauf zurückzuführen, dass im letzten Jahr 39 Prozent der neuberufenen Topkader bei SMI-Firmen weiblich waren.

Die Studie analysierte die Führungsgremien der 20 SMI- und 30 SMIM-Werte. Stichtag war der 1. Januar 2022. Der SMIM umfasst die grössten Mid-Cap-Unternehmen des mittelgrossen Schweizer Aktienmarktes. Bei diesen stieg der Frauenanteil in den Chefetagen um 2,3 Prozentpunkte auf 13,4 Prozent.

Den höchsten Frauenanteil bei den im Swiss Market Index (SMI) geführten grössten Unternehmen hat die Partners Group mit 38 Prozent. Es folgen die Zurich Insurance Group (36 Prozent) und Holcim (30 Prozent). Bei den SMIM-Firmen an der Spitze liegt die Software-Entwicklerin Temenos mit einem Frauenanteil von 42 Prozent. Bei der SIG Combibloc ist jede dritte Führungskraft weiblich (33 Prozent), bei der Ems-Chemie sind es 25 Prozent.

Zum Richtwert fehlen noch 40 Frauen

Seit Januar 2021 ist in der Schweiz ein Geschlechterrichtwert von 20 Prozent in den Geschäftsleitungen im Aktienrecht gesetzlich verankert. Davon sei man nicht mehr allzu weit entfernt, heisst es in der Studie. Bei den 20 SMI-Firmen fehlen insgesamt noch 14 Frauen, um den Richtwert zu erreichen. Bei den 30 SMIM-Unternehmen müssen noch 26 Frauen reinrutschen.

Insgesamt lasse sich die Bilanz im internationalen Vergleich sehen, heisst es in der Analyse weiter. Die Schweiz liege bei der Diversität nur noch knapp hinter Deutschland, aber bereits vor den Niederlanden, Spanien und Italien. Spitzenreiter bei der Frauenförderung in den Topkadern sind Norwegen (30 Prozent), Finnland (26,7 Prozent) und Grossbritannien (25,8 Prozent).

Mit dem höheren Frauenanteil in den Geschäftsleitungen sind die Schweizer Top-Unternehmen auch internationaler geworden. Nur gerade acht Prozent der weiblichen Neuzugänge sind Schweizerinnen. Die grosse Mehrheit stammt aus dem Ausland, vorzugsweise aus den USA, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Belgien. (saw/sda)

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32 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Piwi
30.01.2022 09:59registriert Februar 2016
Idealerweise würde die Geschlechterquote in der Führungsetage derjenigen des Personals entsprechen. Das wäre ein gutes Indiz für faire Aufstiegschancen.
Die Geschlechter sind je nach Berufszweig sehr unterschiedlich verteilt, bedingt durch die Präferenzen bei der freien Berufswahl, das sollte immer auch berücksichtigt werden. Eine generelle Quote macht somit keinen Sinn.
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Jein
30.01.2022 05:36registriert August 2017
Den Trend den man beim Vergleich von SMI und SMIM sieht (tiefere Frauenquote für kleinere Unternehmen) kann man bei einer grösseren Auswahl noch besser sehen, in 2020 betrug gemäss Schilling der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der grössten 100 Schweizer Arbeitgeber nur 10%, und 47 Unternehmen hatten gar keine Frau in der GL.

Noch schlechter steht man da wenn man nur "Kernfunktionen" der GL anschaut (z.B. CEO, CFO, COO), 2/3 der Frauen in den Schweizer GLs sind in "Servicefunktionen" wie z.B. Compliance oder HR tätig (oder neue GL Funktionen wie Head of Diversity & Inclusion).
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Der Rückbauer
30.01.2022 07:44registriert September 2015
Oh, fehlen noch 40 Quotenfrauen? Das wären dann so etwa 35 Ausländerinnen?
Mein Respekt vor den Schweizerinnen, dass sie sich nicht für dieses Spielchen hergeben.
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