Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweiz mit Migrations-Plus: Weniger Ein-, aber auch weniger Auswanderer



ZUM BERICHT DER SECO UEBER DIE EU-ZUWANDERUNG UND DEN DAMIT VERBUNDENEM WIRTSCHAFTSWACHSTUM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Pflegefachfrau Julia Sterk aus Russland spricht im Pflegezentrum Erlenhof in Zuerich in der Abteilung fuer Demenz am 11. August 2005 mit einem Patienten. Die Personenfreizuegigkeit mit der EU hat wesentlich zum Beschaeftigungswachstum in der Schweiz beigetragen. Laut des neusten Berichts des Staatssekretariats fuer Wirtschaft (SECO) kann rund die Haelfte des Zuwachses mit der Zuwanderung in Verbindung gebracht werden.

In der Pflege aktiv: Schweiz-Einwanderer. Bild: KEYSTONE

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass mehr Menschen geblieben sind, wo sie waren. Im ersten Halbjahr 2020 wanderten im Vergleich zur Vorjahresperiode 5,7 Prozent weniger Leute in die Schweiz ein. Die Auswanderungen gingen sogar um 14,4 Prozent zurück.

Der Wanderungssaldo lag bei knapp 26'000, das sind 1323 Personen mehr als im Vergleichszeitraum. Die Zunahme ist zwei Umständen geschuldet, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag mitteilte: einerseits der hohen Zuwanderung im Januar und Februar, die auf die guten Konjunkturaussichten zurückging, andererseits der rückläufigen Auswanderung im April und Mai, die durch die Einschränkung der Reisemöglichkeiten während des Lockdowns bedingt war.

Am stärksten ging die Zahl der in die Schweiz eingewanderten Personen im Mai zurück, als 5132 Personen, also 42 Prozent weniger, immigrierten. Im April waren es 28, im Juni 8 Prozent weniger als in der Vergleichsperiode. Auch die Auswanderung war stark rückläufig: Im April sank sie um mehr als ein Drittel, im Mai um ein knappes Fünftel und im Juni um ein Zehntel.

Strenger Bedarfsnachweis

Aus der EU/EFTA/UK ging die Zuwanderung von Arbeitskräften mit befristeten und unbefristeten Verträgen im ersten Halbjahr um 57'072 Personen zurück. Vom 25. März bis zum 8. Juni 2020 war ihre Einreise auf Tätigkeiten beschränkt, die einem überwiegenden öffentlichen Interesse gemäss der Covid-19-Verordnung 2 entsprechen.

Vorrang hatten Tätigkeiten, welche die Verfügbarkeit von essenziellen Gütern und Dienstleistungen in den Bereichen Heilmittel und Pflege, Lebensmittel, Energie, Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie sicherstellen. «Dank der Zuwanderung von Arbeitskräften aus der EU/EFTA/UK konnte der Bedarf der Schweizer Wirtschaft gedeckt werden», hält das SEM fest.

Getrennte Familien

Familiennachzug nahmen 16'363 Personen in Anspruch, 7,6 Prozent weniger Bewilligungen als im Vegleichszeitraum wurden erteilt. Die Zulassung ausländischer Familienangehöriger von Schweizerinnen und Schweizern oder von Staatsangehörigen der EU/EFTA/UK war vom 25. März bis zum 11. Mai 2020 beschränkt, für Familienangehörige von Drittstaatsangehörigen galt die Beschränkung bis zum 8. Juni 2020.

Im April ging dieses Segment der Zuwanderung um 17 Prozent zurück, im Mai um 35 und im Juni um 19 Prozent. «Mit der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen und der sich stabilisierenden Gesundheitslage dürfte sich die Situation normalisieren», mutmasst das SEM. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Ziele des Uno-Migrationspakts

Immer weniger Ausländer kommen in die Schweiz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 05.08.2020 05:48
    Highlight Highlight Statt immer noch mehr billige EU-Arbeitskräfte in unser Land zu lassen, müssen wir jetzt zuerst die Arbeitsplätze der Menschen in der Schweiz sichern. Deshalb ist die Steuerung der Zuwanderung heute dringender nötig denn je zuvor. Weil die anderen Parteien dies selbst in der aktuellen Wirtschaftskrise nicht tun, sondern lieber die Grenzen wieder sperrangelweit öffnen wollen, braucht es am 27. September ein klares Ja zur Begrenzungsinitiative.
    • Platon 05.08.2020 13:56
      Highlight Highlight @Schneider
      Die Zuwanderung wird über die Arbeitsstandards durch die FlaM gesteuert. Wird die Begrenzungsinitiative angenommen fallen diese Weg, das ist im übrigen auch der heimliche Plan der SVP. Kannst du mir erklären wie Grenznahe KMUs dann noch gegen ausländische Anbieter mit Dumpingpreisen Konkurrenzfähig sein können? Können sie nicht! Die Begrenzungsinitiative wird das genau Gegenteil von dem erreichen, was sie verspricht. Schweizer KMUs am Abgrund und Schweizer Arbeitnehmer werden Opfer eines brutalen Preiskampfes.
  • Tschowanni 04.08.2020 11:46
    Highlight Highlight Weiter so. Wir haben Platz für alle und eigene Arbeitslose haben wir auch keine. Die Zahlen dieser sind im ersten Halbjahr massiv gesunken, es hat Jobs für alle. Die Wohnungen sind auch Norm günstiger geworden mangels Nachfrage
    • MrBlack 04.08.2020 15:11
      Highlight Highlight Die Platzverhältnisse kann man ja diskutieren. Das Problem ist aber eher global & dass Menschen vermehrt in die Städte ziehen.

      Das Argument mit der Arbeitslosigkeit zieht aber bestimmt nicht. Die Arbeitslosenquote hängt mit der Wirtschaftskraft zusammen, die wiederum auch mit Einwanderung zusammenhängt. Kurz zusammengefasst: Bei gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen hängt die Arbeitslosigkeit(prozentual) nicht wirklich von der Zu-/Abwanderung sondern von anderen Faktoren ab.

Flüchtlinge sollen nicht mehr nach Hause dürfen, dafür bei uns schneller arbeiten

Der Bundesrat verschärft die Regeln für vorläufig Aufgenommene. Sie dürfen nicht mehr in ihre Heimatländer reisen. Ausserdem soll die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Für vorläufig aufgenommene Flüchtlinge soll – analog zu anerkannten Flüchtlingen – ein Verbot für Reisen in deren Heimatland gelten. Das hat der Bund am Mittwoch in einer Medienmitteilung mitgeteilt. Zudem soll diesen Personen der Zugang zum Arbeitsmarkt hier in der Schweiz erleichtert werden, damit sie rascher auf eigenen Füssen stehen können.

Gleichzeitig sieht der Bundesrat Erleichterungen beim Wohnungswechsel im Inland vor, um die berufliche Integration zu fördern. Für eine neue Stelle oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel