Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Erobern bald ausländische Kioske Schweizer Bahnhöfe?

Sie sind violett-grün und in der ganzen Schweiz zu Hause: die Avec-Läden. Nun will die Valora-Tochter ihre Geschäfte auffrischen – und damit bei Pendlern punkten. Nur: Die SBB haben die Geschäftsflächen von Avec neu ausgeschrieben.

26.06.18, 04:54

Philipp Felber / Nordwestschweiz



Die dominante Farbe in den Avec-Geschäften wird künftig Magenta sein. Zudem will sich die Firma neu ausrichten. Frisches und Handgemachtes soll künftig mehr Platz erhalten. Der Schritt kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Denn die SBB haben Geschäfte von Avec an Bahnhöfen neu ausgeschrieben – künftig könnte jemand anders auf diesen Flächen Läden betreiben.

Avec-Läden werden künftig anders aussehen: Ein neues Logo soll dabei helfen. zvg

Die Neu-Ausschreibung der SBB trifft Valora, den Avec-Mutterkonzern, gleich mehrfach. Die Bundesbahnen haben Kiosk- und Verkaufs-Flächen mit vorwiegend Convenience-Produkten ausgeschrieben. Noch bis Ende Jahr können sich Interessenten um die 265 Ladenflächen bewerben. Am stärksten betroffen ist Valora. Der Vertrag für 210 Valora-Kioske und Press+Books-Läden, ebenfalls eine Valora-Firma, läuft Ende 2020 aus. Dazu kommen 30 Geschäfte, in denen momentan Avec eingemietet ist, wie SBB-Pressesprecher Christian Ginsig auf Anfrage sagt.

Kennst du diese Pendler-Typen?

Video: watson

Bald ausländische Kioske?

Um die Ladenflächen dürfte es ein grosses Gerangel geben. Denn anders als der normale Detailhandel ist das Geschäft mit den Pendlern noch immer ein stark wachsendes Segment. 2016 wurden in der Schweiz laut Schätzungen des Marktforschungsinstituts GFK 5.25 Milliarden Franken Umsatz an Kiosken, in Convenience-Läden und Tankstellenshops erzielt. 2005 waren es noch rund 20 Prozent weniger. Getrieben wurde diese Entwicklung nicht zuletzt von den grösser werdenden Pendlerströmen.

Am Montag kündigte Coop-Chef Joos Sutter bei «20 Minuten» an, dass sein Unternehmen Interesse an zusätzlichen Ladenflächen an Bahnhöfen hat. Die Coop-eigenen Läden, welche die Firma teilweise von Aperto übernommen hat, sind nicht von auslaufenden Verträgen betroffen. Hingegen muss die Migros um zehn Verkaufspunkte von Migrolino kämpfen.

Zudem werden laut Christian Ginsig rund 20 Kiosk- oder Convenience-Flächen neu dazukommen. Valora, Coop und Migros müssen sich dabei aber nicht nur gegen Schweizer Bewerber durchsetzen. «Es ist möglich, dass sich ausländische Firmen, um die Flächen bewerben», sagt der SBB-Sprecher. Valora hat bereits angekündigt, dass man sich wieder um die Flächen bewerben will.

Neues Logo

Bei Avec hat man nun auf diese Entwicklung reagiert und richtet sich neu aus. Das neue Logo soll «in den nächsten Monaten zum Einsatz kommen», sagt Valora-Sprecher Lukas Mettler auf Anfrage. Eine direkte Verbindung zur SBB-Ausschreibung verneint Mettler zwar. «Wir versuchen, unser Angebot stetig zu verbessern», sagt er. Doch als Argument für eine weitere Zusammenarbeit mit den SBB ist der Stilwechsel bei Avec sicher wertvoll. Zudem will Avec frischer werden.

Das neue Avec-Label. zvg

Dazu lanciert die Firma ein neues Label: Avec – Handmade with Love. «Damit sollen Produkte gekennzeichnet werden, die von Hand hergestellt beziehungsweise veredelt werden», sagt Mettler. Zudem lanciert Avec ein weiteres neues Label. Es soll die Regionalität deutlicher in den Vordergrund stellen, heisst das neue Label doch: «Von hier. Regional für dich». Die Logos wurden vor kurzem von Valora als Marken eingetragen, wie die «Handelszeitung» als erste berichtete. Über die Kosten des Faceliftings schweigt sich die Firma aus.

Avec betreibt über 120 Läden in der ganzen Schweiz, einen Teil davon an Bahnhöfen. Das Unternehmen wurde einst als Joint Venture von Migros, SBB und Valora gegründet. Die SBB schieden 2005 aus dem Unternehmen aus. 2008 wurde das Joint Venture aufgelöst, Migros und Valora und teilten sich die Verkaufsflächen auf. Die Migros setzte im Anschluss auf die Migrolino-Franchise. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Sprint über 42.195 Kilometer: Wie kann ein Mensch so schnell sein?

Du fängst also an zu studieren? Diese 7 Überlebenstipps wirst du brauchen

präsentiert von

Viraler Post: Nein, du siehst auf Facebook nicht nur 25 Freunde

Insgesamt leben mehr Männer als Frauen auf der Welt – aber wie sieht's pro Land aus?

Ein Pausen-Rücktritt, zwei One-Hand-Catches und 6½ weitere NFL-Highlights des Wochenendes

Ist diese Familie der schlimmste Drogen-Dealer der USA? 

Studentin ist auf dem Weg zum ganz grossen Coup – dann kommt diese knifflige Frage

Warum beim Hurrikan «Florence» das Worst-Case-Szenario droht

Von Mimose zu Mimose: Ein offener Brief

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MaskedGaijin 26.06.2018 08:10
    Highlight "Frisches und Handgemachtes soll künftig mehr Platz erhalten." Tönt nach überteuerten Quinoa-Sandwiches oder so.
    46 0 Melden
  • Nominator 26.06.2018 07:27
    Highlight Grösser werdende Pendlerströme, Verkehrsströme, Wachstum überall und nicht zu stoppen. Ein typisches Zeichen von Krebs. Heute zum Teil heilbar. Die Menschheit wirds überleben, trotzdem wirds wehtun. Die Schlacht um Marktanteile, Umsatz und Gewinn. Aufkaufen, verdrängen, kaputtmachen. Vielleicht besser als ein richtiger Krieg. Trotzdem habe ich Bedenken dass diese Entwicklung der menschlichen Entwicklung dienlich ist, und nicht einfach nur Zeitverschwendung. Hauptsache es wird Feierabend.
    18 30 Melden
  • LubiM 26.06.2018 06:49
    Highlight Wenn das bedeutet, dass es mehr Konkurrenz gibt und ein 0.5L Mineral nicht mehr ein Füfliber kostet, dann ist mir das mehr als Recht
    *mir ist bewusst, dass es nicht exakt 5.- kostet, aber es kommt mir so vor...
    104 8 Melden
    • dan2016 26.06.2018 07:54
      Highlight das bedeutet, dass von den 5 Franken furs Mineral weniger in die Tasche des Kioskanbieters geht und mehr in die Tasche der SBB. Die werden ja wohl kaum ausschreiben, wir lassen die Miete gleich, dafür geht es darum, die tiefsten Mineralwasserpreise zu haben.
      20 3 Melden
    • Jaa! 26.06.2018 09:04
      Highlight Wasser sollte man eh nicht kaufen müssen...
      Flasche zuhause am Hahn auffüllen und schon hast du 5.- gespart;)
      7 2 Melden
    • LubiM 26.06.2018 09:27
      Highlight Schlussendlich ist mir egal wohin das Geld wandert, wenn es normale Preise bedeutet. Mineralwasser 0.5L für 5.-, die werden das bestimmt nicht für 4.- Einkaufen. PS vis a vis im Migros oder Coop gibt es diese ja auch für 1.- ... also man rechne
      4 0 Melden
    • AlteSchachtel 26.06.2018 10:08
      Highlight @dan2016
      "weniger in die Tasche des Kioskanbieters"

      der Kioskanbieter wird gleichviel in der Tasche behalten, weil er die Lohn- und Sozialversicherungsausgaben beim Personal "optimiert".....
      2 1 Melden
    • Ritiker K. 26.06.2018 11:02
      Highlight @ dan2016 Es muss nicht zwingend Geldgier sein. Es könnte auch sein, dass die SBB als bundesnaher Betrieb wegen den gesetzlichen Richtlinien zum Beschaffungswesen dazu gezwungen ist die Ladenflächen auszuschreiben, da die Verträge ja auf Ende 2020 auslaufen und das Auftragsvolumen sicherlich in einem Bereich ist, der keine freihändige Vergabe erlaubt.
      0 2 Melden
    • infomann 26.06.2018 13:48
      Highlight Das Wasser sollte 10 Fr. kosten
      Wasser kaufen ist so ziemlich mich das unnötigste.
      Wir haben qualitative super Wasser ab den Wasserhahn.
      6 3 Melden
    • dan2016 26.06.2018 14:25
      Highlight @Infomann. Tatsaechlich kaufe ich nie am Bahnhof in der Schweiz Wasser. Aber ich gebe gerne zu, dass ich in Manchester am Bahnhof trotzdem recht froh war, ein Wasser zu kaufen. Koennte es sein, dass es auch in der Schweiz an einem Bahnhof eventuell Reisende hat?
      2 4 Melden
    • infomann 26.06.2018 14:41
      Highlight Ich habe ja nicht gesagt es darf keines gekauft werden.
      Nur über das Portemonnaie beginnen die Leute zu denken.
      6 1 Melden
    • Alterssturheit 26.06.2018 15:35
      Highlight Häufig gibt's in unmittelbarer Nähe einen Coop oder Migros wo man 1l Mineral für 45 Rappen kaufen könnte. Aber vielen ist "der Aufwand" wohl zu gross, daher lieber fast 5 Stutz zahlen für 3dl und motzen, weil das Geld nirgends hin reicht....
      4 1 Melden
    • infomann 26.06.2018 16:02
      Highlight Du hast recht, aber noch etwas untertrieben...grins
      1,5 Liter sogar für 25 Rappen!!
      2 1 Melden
  • Süffu 26.06.2018 06:03
    Highlight Handmade with a lot of love und dann unter Schutzathmosphäre in Plastik eingeschweisst oder in 10 Sekunden hergestellt - da wird einem ganz warm ums Herz..
    134 7 Melden
    • evand 26.06.2018 07:24
      Highlight Solange das Plastik saisonal und aus der Region ist, sehe ich darin kein Problem...
      51 0 Melden
    • Xargs 26.06.2018 11:57
      Highlight Kosten dann auch mehr als ein 250g Tessinerbrot inkl. Beläge..
      4 0 Melden

Unternehmen sollen Bussen von den Steuern abziehen dürfen

Unternehmen sollen ausländische Bussen und Geldstrafen unter bestimmten Bedingungen von den Steuern abziehen dürfen. Das will der Nationalrat. Der Bundesrat und der Ständerat hatten anders entschieden.

Im Nationalrat konnten die SVP und die FDP am Dienstag ihre Mehrheit ausspielen, mit ein paar Stimmen aus der Mitte. Der Rat beschloss mit 94 zu 88 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Mehrheit seiner Kommission zu folgen.

Demnach sollen inländische Sanktionen und Bussen nicht steuerlich abzugsfähig …

Artikel lesen