Schweiz
Wirtschaft

Der Bund steuert auf ein Milliardendefizit zu

Weniger Einnahmen bei der Bundessteuer

Der Bund steuert auf ein Milliardendefizit zu

08.02.2015, 08:3708.02.2015, 08:54
Eveline Widmer-Schlumpf: Kann sie rote Zahlen vermeiden?
Eveline Widmer-Schlumpf: Kann sie rote Zahlen vermeiden?Bild: THOMAS HODEL/REUTERS

Der Bund hat im vergangenen Jahr rund 2 Milliarden Franken weniger eingenommen als budgetiert. Der grösste Teil der Mindereinnahmen fällt auf die direkte Bundessteuer und dort auf die juristischen Personen, also die Firmen. 

Das bestätigen mehrere mit dem Dossier vertraute Personen der «NZZ am Sonntag». Beunruhigend ist, dass sich der Fehlbetrag laut zuverlässigen Quellen nicht vollumfänglich erklären lässt. In Bern steht man vor einem Rätsel. 

So teilt die Eidgenössische Steuerverwaltung auf Anfrage bloss mit, sie werde die Gründe für diese Tendenz zu Mindereinnahmen untersuchen. Sie bestätigt, dass die Einnahmen Ende 2014 «tiefer sind als in der entsprechenden Periode des Vorjahres». Zahlen nennt sie keine. 

In den nächsten Jahren zeichnen sich Löcher ab

Sollte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf trotzdem in der Rechnung 2014 rote Zahlen vermeiden können, so verdankte sie dies unvorhergesehenen Minderausgaben wie etwa dem Verzicht auf die Beschaffung des Kampfjets Gripen. Nicht verhindern kann die Bundesrätin indes, dass der Finanzplan für die Jahre 2017 bis 2019 korrigiert werden muss, und zwar deutlich nach unten. Waren bisher Überschüsse im Umfang von mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr vorgesehen, so zeichnen sich für die nächsten Jahre Löcher in der Grössenordnung von jeweils einer Milliarde Franken ab. 

Mögliche Folgen des Franken-Schocks sind in diesen Prognosen noch gar nicht enthalten. Kommt es zur befürchteten Abkühlung der Konjunktur oder gar zu einer Rezession, werden die Erträge aus der Unternehmenssteuer weiter zurückgehen; Mindereinnahmen wären auch bei der Mehrwertsteuer zu erwarten. (feb)

Presseschau zum Mindestkurs-Entscheid der SNB

1 / 11
Presseschau zum Mindestkurs-Entscheid der SNB
Die britische «Times» spricht von Chaos an den Börsen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
SNB-Präsident unterstützt Fed-Chef Powell: Extreme Zeiten verlangen nach extremen Aktionen
In einer Erklärung setzen sich mehrere Notenbanker für den von Donald Trump unter Druck gesetzten US-Notenbanker Jerome Powell ein. Auch SNB-Präsident Martin Schlegel hat sie unterschrieben. Es zeigt: Ungewöhnliche Zeiten verlangen ungewöhnliche Stellungnahmen. Das gilt besonders für so wichtige Institutionen wie die Zentralbanken.
US-Präsident Donald Trump ist der Chef-Notenbanker der USA, Jerome Powell, schon länger ein Dorn im Auge – auch wenn er diesen 2018 selbst zum Fed-Chef ernannt hat. Aus seiner Sicht fährt die Federal Reserve, die US-Notenbank, eine viel zu konservative Linie. Die Zinsen hätten längst stärker und schneller gesenkt werden sollen. Niedrigere Zinsen würden dabei helfen, die Konjunktur in den USA zu stützen und die wachsende Staatsverschuldung leichter zu stemmen, glaubt Trump.
Zur Story