DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nationalbank zu Umweltkriterien: «Nicht das Ziel, die Welt grüner zu machen»

28.10.2021, 04:02

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lehnt Investitionen allein nach Umweltkriterien ab. Die SNB habe nicht das Ziel, die Welt grüner zu machen, sagte Direktoriumsmitglied Andrea Maechler am Mittwoch an einer Veranstaltung in Zürich.

Das sei nicht das Mandat der Notenbank, die im Sinne ihrer geldpolitischen Ziele bei ihren Anlagen flexibel bleiben müsse. Umweltschützer haben die SNB aufgefordert, mit ihren Investitionen Einfluss auf Konzerne zu nehmen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.

SNB Direktoriumsmitglied Andrea Maechler empfindet die Forderungen von Umweltschützern als zu einschränkend.
SNB Direktoriumsmitglied Andrea Maechler empfindet die Forderungen von Umweltschützern als zu einschränkend.Bild: keystone

Maechler erklärte, die SNB stelle ihr Aktienportfolio entsprechend der Gewichtung von Indizes zusammen. Dies beschränke die Möglichkeiten, Einzelwerte nach ökologischen Kriterien auszuwählen.

Die SNB kaufe aber keine Aktien von Unternehmen, die in erster Linie mit dem Kohlebergbau Geschäfte machten, sagte Maechler weiter. Zudem habe die Zentralbank ihren Anteil an Investitionen in Energiekonzerne insgesamt in den vergangenen zehn Jahren auf drei von elf Prozent reduziert – in Folge von Veränderungen im Marktwert der Unternehmen.

Die SNB setzt seit langem nicht nur auf Negativzinsen, sondern auf Fremdwährungskäufe, um eine für die exportabhängige Wirtschaft des Landes schädliche Aufwertung des Franken zu bekämpfen. Damit ist die Notenbank zu einem internationalen Grossinvestor mit einem Vermögen an ausländischen Währungen im Gegenwert von knapp einer Billion Schweizer Franken geworden.

WWF stellt Forderungen

Der WWF Schweiz liess seinerseits verlauten, die SNB und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) seien weit davon entfernt, den Anforderungen der Klimakrise und des Verlustes an Biodiversität vollumfänglich gerecht zu werden.

Der WWF Schweiz fordert die Finma und die SNB auf, rasch einen gemeinsamen Fahrplan zu veröffentlichen. Der Plan solle aufzeigen, wie die finanziellen Klima- und Biodiversitäts-Risiken in all ihren Tätigkeiten integriert und rasch umgesetzt werden könnten.

Die Finma solle jährlich die in der Schweiz angebotenen Finanzprodukte prüfen, um irreführende Informationen und Greenwashing zu bekämpfen. Greenwashing ist eine PR-Methode mit dem Ziel, Firmen ein grünes Image zu verleihen. Die Prüfungsberichte seien zu veröffentlichen und die Bewilligungen anzupassen. (saw/sda/reuters)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Braunalgen verpesten Meere von der Karibik bis nach Afrika

1 / 11
Braunalgen verpesten Meere von der Karibik bis nach Afrika
quelle: ap/ap / israel leal
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Teurerer Impfstoff, Triage und Covid-Wut – das schreiben die Sonntagszeitungen
Die Diskussionen über die Einführung von 2G und einer Impfpflicht, die massiv höheren Preise für Impfstoffe und die Forderung der Anti-Raucher-Lobby nach einer Verdoppelung der Zigaretten-Preise: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.

SP-Co-Präsident Cédric Wermuth zieht gar ein 2G-Obligatorium in Betracht. Bund und Kantone müssten die Impfkampagne nochmals deutlich verstärken, sagte Wermuth gegenüber der «SonntagsZeitung». Er glaube aber nicht, dass dies reichen werde. Deshalb müssten jetzt Tabus gebrochen werden. Es müsse nun rasch eine offene Diskussion über Massnahmen wie 2G oder eine Impfpflicht geführt werden. SP-Nationalrat Fabian Molina macht seinerseits Druck bei der Impfpflicht. Am Montag muss der Bundesrat im Parlament Fragen dazu beantworten. Molina will wissen, welche Überlegungen die Landesregierung zu einem Impf-Obligatorium angestellt hat und welchen Handlungsspielraum der Bundesrat hat.

Zur Story