Schweiz
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Anja R. erhält für den Monat, in dem sie ihren Laden schliessen musste, gerade einmal 72 Franken. screenshot: srf

Selbständige erhalten lächerlich kleine Corona-Beträge – nun gibt's aber ein Happy End

Selbständige haben wegen der Corona-Massnahmen Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung. Diese fallen bei vielen aber sehr tief aus.



Was ist das Problem?

2.40 Fr. pro Tag. Das erhielt beispielsweise Anja R., die in Romanshorn einen Laden besitzt. Also 72 Franken pro Monat als Corona-Erwerbsersatzentschädigung für die Zeit, in der sie ihren Laden schliessen musste.

Ähnliches erlebte der Basler Veranstaltungstechniker Lars P. Bei ihm hiess es von der Ausgleichskasse: 12 Franken pro Tag. Zuerst freute er sich, als er den Brief öffnete – die Ernüchterung folgte postwendend: «Zuerst dachte ich, der Betrag von 468 Franken wäre für eine Woche. Dann sieht man, nein, das ist für 39 Tage!»

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Anja und Lars sind keine Einzelfälle, Hunderten Selbständigen in der Schweiz geht es ähnlich. Viele von ihnen meldeten sich bei der SRF-Sendung «Kassensturz», die dem Problem jetzt nachgegangen ist.

Wie kommt es dazu?

Aber wieso erhalten viele Selbständige so wenig? Grund dafür ist die Berechnungsmethode. Die Ausgleichskassen verwenden bei der Berechnung des Betrags nicht etwa das tatsächliche versteuerte Einkommen, sondern das hinterlegte Einkommen.

Bei der Firmengründung gibt der Selbständige an, wie viel er verdienen wird. Dieser Betrag (sogenanntes hinterlegtes Einkommen) wird der AHV-Ausgleichskasse mitgeteilt. Auf Basis dieses Betrags wird dann eine provisorische Akontorechnung erstellt.

Wenn dann das tatsächliche versteuerbare Einkommen vorliegt, wird die definitive Rechnung für die Sozialversicherung nachgereicht. Falls dieser Betrag über dem provisorischen liegt, verrechnet die Ausgleichskasse fünf Prozent Verzugszins.

Diese Lösung ist für viele Selbständige gut: «Ich zahle die AHV-Beiträge Ende Jahr, weil mein Geschäft ein saisonales ist. Den Verzugszins nehme ich in Kauf», sagt etwa Lars P. gegenüber «Kassensturz». Und Anja R.: «Fakt ist, am Ende ist alles bezahlt.»

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

Wieso wird das hinterlegte Einkommen verwendet?

Das Bundesamt für Sozialversicherungen informierte im März per Kreisschreiben an die Ausgleichskassen, dass als Grundlage für die Erwerbsersatzentschädigung das hinterlegte Einkommen verwendet werden soll. In den entsprechenden Stellen heisst es etwa:

«Grundlage für die Bemessung der Entschädigung für selbständig Erwerbende bildet das Erwerbseinkommen gemäss der aktuellsten Beitragsverfügung für das Jahr 2019. Dabei ist es unerheblich, ob die Grundlage der Beitragsverfügung provisorisch oder definitiv ist.»

Und:

«Eine nachträgliche Anpassung des Erwerbseinkommens infolge der definitiven Steuermeldung bewirkt keine Änderung in der Entschädigung. Dasselbe gilt für Änderungen der AHV-Beitragszahlungen für das Jahr 2019, welche nach dem 17.03.2020 erfolgten.»

Wie wird diese Praxis von Rechtsexperten eingeschätzt?

Ueli Kieser, Professor für Sozialversicherungsrecht an der Universität St.Gallen sagt: «Die Ausgleichskassen müssen zwingend immer das aktuellste Einkommen nehmen. Aktuell das von 2019. Das steht in der Verordnung drin und das muss umgesetzt werden.»

Der «Kassensturz»-Journalist hakt nach:

«Das heisst, die Behörden halten sich nicht an das Gesetz?» – «Das kann man so sagen.»

Antwort von Kieser.

Das Berechnen der Erwerbsersatzentschädigung aufgrund von Daten, die unter Umständen Jahre zurückliegen, ist also nicht zulässig, lautet das Fazit vom Professor für Sozialversicherungen.

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Ueli Kieser, Professor für Sozialversicherungsrecht an der HSG St.Gallen. Screenshot: srf

Was sagt das Bundesamt für Sozialversicherungen?

«Kassensturz» wollte im Anschluss wissen, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen auf die Vorwürfe eingeht. Die Vizedirektorin des BSV, Colette Nova, begründet dies mit der Zeitnot. Es gehe darum, dass man den Leuten möglichst schnell Geld auszahlen könne. Die Beträge stützten sich auf die Informationen, die man bereits besitze. «Das ist einfach der Betrag, wo die Leute Beiträge drauf bezahlen für das Jahr 2019. Das sind die jüngstmöglichen Zahlen.»

Nova weist auf die Mitwirkungspflicht hin. Die Selbständigen müssten sich melden, wenn sie mehr verdienen. «Die Kasse hat immer einen Informationsrückstand», deswegen gebe es auch diese Mitwirkungspflicht.

Colette Nova, Vize-Direktorin Bundesamt fuer Sozialversicherungen EDI, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber der Coronavirus (COVID-19), am Dienstag, 24. Maerz 2020 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Colette Nova, Vizepräsidentin Bundesamt für Sozialversicherungen. Bild: KEYSTONE

Ende gut, alles gut?

Zufall oder nicht: Während der zwei bis dreiwöchigen Recherchen des «Kassensturz» machte das BSV in den letzten Tagen eine entscheidende Wende: Neu gelten nicht mehr nur das hinterlegte Einkommen. Wenn aktuellere Zahlen vorliegen, können Selbständige einen Antrag stellen, dass die Kasse den Fall nochmals überprüfen solle.

Gefragt, woher die Wende komme, antwortet Nova: «Wir sind schlauer geworden, wir haben gewisse Erfahrungen gemacht.»

(jaw)

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leu84 21.05.2020 07:29
    Highlight Highlight Für AGs gibt es viele Gesetze. Ein Grund dafür ist der Schutz der AktionärInnen bzw. InvestorInnen. Es gibt Landesweit aucj viele Kleinaktionäre. Das meiste wird nicht an der Börse gehandelt. Allerdings trägt auch jeder ein Risiko. Einzelunternehmungen (EU) haben sehr viele Freiheiten, aber auch ein sehr grosses Risiko. In den Räten genoss die Freiheit der EU grösseres Gewicht als Vorschriften. Daher muss das Risiko jedem Unternehmen bewusst sein. Es ist leider auch nicht jeder der ein Geschäft eröffnet ein Unternehmer und viele gehen auch ohne Corona unter. Buchführen muss gelernt sein.
  • Pafeld 20.05.2020 22:13
    Highlight Highlight Wenn die Hilfe für Selbständige nur knapp über der Nothilfe liegt (ich kenne auch Fälle, die ganz leer ausgehen), liegt in unserem achso heiligen, liberalen Arbeitsmarkt und seinen Speichelleckern etwas ganz übel im argen.
  • Ich-meins-doch-nicht-so 20.05.2020 19:32
    Highlight Highlight Auch wenns egal sein sollte. Man zeige mir auch nur einen Mann, der in einem öffentlichen Amt sagt: Wir haben’s angepasst weil wir schlauer geworden ergo einen Fehler revidiert haben.
  • Noblesse 20.05.2020 16:50
    Highlight Highlight 10 Wochen Vollstress für viele Leute, die selbständig sind. Es hiess, dass ist in Stein gemeisselt, gehen Sie zur Sozialhilfe. Die ist genau bedarfsorientiert. Wieviel Miete, KK und Anzahl Kinder. Eine Frechheit, was AHV, Seco oder Rechtsanwalt als Auskunft gaben. So ist es fast ein Wunder, dass der altehrwürdige Kassensturz hier haargenau die Dinge in die richtige Richtung trieb. Alles in allem eine grosse Frechheit vom Seco!!
  • Denkmuster 20.05.2020 16:11
    Highlight Highlight Was im Artikel zu wenig thematisiert wird: Die betroffenen Selbständigen haben nur deshalb so wenig Corona-Entschädigung bekommen, weil sie zuvor pflichtwidrig ein viel zu tiefes Einkommen der SVA gemeldet haben! Man kann sich zwar fragen, ob an diese Versäumnis derart harsche Konsequenzen gebunden werden sollen. Aber die jetzigen Probleme bei Berechnung und Auszahlung haben die Betroffenen selbst mitverschuldet! Mein Mitleid hält sich deshalb in Grenzen.
  • Jä nu 20.05.2020 15:16
    Highlight Highlight Ich schreibe es einmal mehr, in Zeiten wie diesen Arbeiten die Ämter immer noch nach dem gleichen Motto wie immer: Wenn immer möglich wird gekürzt oder gestrichen wo es nur geht oder ein an sich klares Gesetz so ausgelegt, dass man andere schikanieren kann. Es ist die Zeit der Schreibtischtäter auf unseren Ämtern.
  • Dragonlord 20.05.2020 15:00
    Highlight Highlight Das BSV kennt doch das Prozedere, wie das Einkommen bei Selbständigen berechnet wird. Aufgrund der Steuerveranlagung, welche in der Regel nicht schon im März des Folgejahres vorliegt.
    Dass auf Grundlage der vorliegenden Zahlen eine erste Berechnung für eine rasche Hilfe vorgenommen wurde, ist nachvollziehbar, auch wenn diese Zahlen provisorisch sind. Es sollte aber eigentlich auch klar sein, dass bei Bekanntwerden von den definitiven Zahlen eine Anpassung dieser Nothilfe stattfinden muss. Nach oben, wie aber auch nach unten, wenn das provisorische Einkommen zu hoch war.
  • Der Rückbauer 20.05.2020 14:18
    Highlight Highlight Lächerlich kleine Beträge? Das kommt eben davon, wenn Selbständigerwerbende zu tiefe Beträge nicht korrigieren. Also Hausaufgaben nicht gemacht!
    Nun, ich meine, das sind nicht Opfer, sondern Täter oder auch nur Schlampis. Insofern finde ich es gut, wenn die SVA diesen Schlampis entgegenkommt, in der Meinung, dass die den Fehler nicht wiederholen. Abgesehen davon, dass sie die Schlampis vor 5% Verzugszinsen verschonen. - Jene, die die provisorischen Zahlen aus eigenem Antrieb korrigiert haben, kriegen auch reguläre Zuschüsse.
    Beste Grüsse von einem seit Jahren selbständig Erwerbenden.
    • Sternengucker 20.05.2020 16:03
      Highlight Highlight Absolut recht. Ich arbeite in diesem Metier. Und obwohl die Selbständigen jedes Jahr angefragt werden und ihr Einkommen anpassen können, macht es kaum jemand. Ganz ehrlich, selber schuld. Rosinenpicker.
    • Super8 20.05.2020 22:07
      Highlight Highlight Die "Schlampis" sind wohl eher Täter, da sie so jahrelang SVA-Beiträge gespart haben, nun aber heulen, dass sie so wenig bekommen.
    • Bitsundbites 21.05.2020 08:48
      Highlight Highlight Wenn du aber die letzten vier Jahre in Ausbildung warst als Selbständiger mit Einzelfirma und dadurch Dein Steuerbares Einkommen vorübergehend auf NULL gesunken ist ( bei gleichem Umsatz ) dann guckst Du jetzt in die Röhre. Auch ein seit Jahren selbständig Erwerbender.
    Weitere Antworten anzeigen
  • chrimark 20.05.2020 14:06
    Highlight Highlight Das Vorgehen des Bundesamtes ist reichlich dumpf und widersprüchlich zur Idee hinter den Zahlungen. Die absichtliche Hinterlegung viel zu tiefer Einkommen um Beitragszahlungen zu optimieren, lindert mein Mitleid mit denn betroffenen allerdings deutlich. Irgendwie ist der Staat immer der Böse. Ausser für Unterstützung und Finanzoptimierung, da ist er gern gesehen und wehe er nimmts gleich ungenau wie man selbst.
    • Capsaicine 21.05.2020 10:15
      Highlight Highlight Die Selbständigen zahlen im Endeffekt den vollen Beitrag, ob jetzt als Akonti oder halt eben später mit der Jahresabrechnung (plus 5% Zinsen!). Das ist alles genau und in Ordnung.
      Mein Mitleid mit denen, die jetzt fast nichts kriegen, ist keineswegs gelindert...
    • chrimark 21.05.2020 12:19
      Highlight Highlight Zuerst mal, gratuliere, du hast den Artikel gelesen. Wer, wie von dir erwähnt vorgeht, braucht den Staat als Kreditgeber. Rechtlich ok, moralisch naja.
      Was im Artikel nicht steht: Schnell und unkompliziert Zahlungen leisten geht nicht, wenn zuerst Anträge mit Angaben zum Einkommen geprüft und ev. noch Belege nachgefragt werden müssen.
      Das geht nur basierend auf bereits vorhandenen, gesicherten Daten.
      Wer das System zu seiner Finanzoptimierung nutzte, muss sich jetzt nicht beklagen, wenn es nicht zur unkomplizierten Coronahilfe genutzt werden kann.
  • PeteZahad 20.05.2020 13:57
    Highlight Highlight 2/2
    Das mit den Zahlen für 2019 funktioniert nicht, da man z.B. in BE die Steuereklärung bis 15.11. rausschieben kann. Das heisst die AHV hat wahrscheinlich noch gar nicht alle Einkommensdaten für 2019.
  • fidget 20.05.2020 13:57
    Highlight Highlight Müssen Selbständige der Ausgleichskasse keine Lohnmeldung schicken? Ich melde für unser KMU im Januar stets die Lohnsumme des Vorjahres an die Kasse und aufgrund dessen werden dann die provisorischen Beitragsrechnungen, sowie die definitive Abrechnung des Vorjahres erstellt.
    Dann verstehe ich das richtig, dass die Kassen bei Selbständigen mit teils uralten Zahlen rechnet?
    • Andyk 20.05.2020 14:38
      Highlight Highlight Grundlage bildet die Akontolohnsumme 2019. Diese wird entweder aufgrund der Grundlagen des Vorjahres festgesetzt oder aufgrund der Selbstangaben der Versicherten. Die Versicherten können die Akontolohnsumme bis zu den definitiven Steuerzahlen beliebig oft anpassen lassen. In diesem Fall wurden nun nur Anpassungen bis 17.03. berücksichtigt, um Missbräuche zu vermeiden.
    • Dragonlord 20.05.2020 14:47
      Highlight Highlight Nein, bei Selbständigen wird keine Lohnsumme deklariert, wie dies bei anderen Unternehmen der Fall ist. Es gelten auch andere %-Sätze abgestuft je nach Einkommen.
      Die definitiven Beiträge für Selbständige werden auf der Basis ihres Einkommen gemäss Steuerveranlagung erhoben, also eher gegen Ende des Folgejahres oder noch später und nicht Ende Januar des Folgejahres, wie dies bei anderen Unternehmen mit Lohnsummendeklaration der Fall ist.
    • ands 20.05.2020 14:57
      Highlight Highlight Selbständige wissen ja im Januar in der Regel noch nicht, wieviel sie im letzten Jahr verdient haben. Dafür muss erst die Abrechnung gemacht werden. Deshalb melden sie ihren Lohn später als dein KMU, das bereits vor Abschluss der Abrechnung weiss, welche Lohnsumme ausbezahlt wurde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PeteZahad 20.05.2020 13:56
    Highlight Highlight 1/2 Also da wird wieder aus einer Mücke ein Elegant gemacht. Ja, es ist mühsam für die gezeigten Beispiele aber die sind ehrlich gesagt auch selber schuld. Es ist klar definiert, dass man das zu erwartende Jahreseinkommen für die Akonto-Rechnungen zu melden hat. Und wie im Beitrag erwähnt, hat man eine Mitwirkungspflicht, dass heisst das man der AHV auch meldet, wenn das zu erwartende Einkommen beträchtlich zu- oder abnimmt. So erlebt man auch keine böse Überraschungen mit Nachzahlungen. Es gibt viele, die hier eher etwas mehr angeben und sich dann über einen Zustupf an die Ferienkasse freuen.
  • Charlotte R. 20.05.2020 13:46
    Highlight Highlight Dass als Berechnungsgrundlage das hinterlegtes Einkommen verwendet wird, wenn aktuelle Einkommenszahlen vorhanden sind, ist sicher unglücklich. Das wurde ja jetzt korrigiert.

    Aber: Die eine Dame im Kassensturz hat ein hinterlegtes Einkommen von Fr. 1'080.00 pro Jahr. Sie hat also irgendwann mal mit rund 90 Fr. Einnahmen pro Monat gerechnet. Das ergibt dann halt 2.40 pro Tag. Insofern ist die Berechnung korrekt. Auch wenns nach einem Scherz aussieht.
    • plataoplomo 21.05.2020 00:54
      Highlight Highlight Wenn sie noch nicht lange selbständig ist, kann das schon sein. In den ersten Jahren müssen Investitionen getätigt werden. Durch Sofortabschreibungen kann der Gewinn dann gerne gegen Null tendieren, auch wenn ein guter Cashflow aus der Betrienstätigkeit erzielt wurde... Und nis die steueramtliche Meldung an die Ausgleichskasse erfolgt, können 1-2 Jahre vergehen.
  • Darkglow 20.05.2020 13:41
    Highlight Highlight Würde man zuerst überlegen und danach Handeln, hätten sich die Ausgleichskassen einiges an Nachbearbeitung erspart. So wie ich das verstehe, wird wahrscheinlich, bei allen, die das Geschäft nicht 2019 eröffnet haben eine neuere Einkommenszahl stehen. Also müsste nur ein für einen kleinen Teil das Erwerbseinkommen als Grundlage für die Berechnung genommen werden, für alle anderen das aktuelle Einkommen...
    Tja das nennt sich wohl Arbeitsbeschaffungsmassnahme... der Aufwand den nun jede*r Selbstständigerwerbende hat diese Anfrage auf nochmalige Prüfung zu stellen, entschädigt natürlich niemand
  • Pikay 20.05.2020 13:38
    Highlight Highlight Um Gottes willen, man kann sich aber auch anstellen... Bei meiner Mutter war es ebenso, sie war sich nicht sicher, wieso sie so wenig erhalten wird.

    Aber anstatt gleich zum Kassensturz oder so zu rennen, kann man auch einfach bei der zuständigen Ausgleichskasse anrufen und, siehe da, es ist innert Minuten geklärt. Sie alle sind hoffnungslos überfordert, die Ausgleichskasse von Bern hat beispielsweise rund 16'000 laufende Gesuche.

    Also fürs nächste Mal: Nicht gleich zu den Medien laufen sondern einfach kurz bei der zuständigen Stelle nachfragen - geht bestimmt auch schneller.
    • ands 20.05.2020 23:48
      Highlight Highlight Was soll es bringen, wenn man sich auf dem Amt meldet? Die Berechnung war ja korrekt.
      Hingegen hat der Druck, der über die Presse aufgebaut wurde, dazu geführt, dass die Berechnungsgrundlage angepasst wurde. Dies dürfte auch deiner Mutter zugute gekommen sein.
  • Cindy Ella 20.05.2020 13:26
    Highlight Highlight Nein es ist nicht im geringsten ein Happy End. Die Misere geht weiter. Frau Nova vergisst mitzuteilen, dass gleichzeitig mit der neuen Verfügung eine Rechnung der neuen Berechnung der Sozialabgaben mitgeschickt wird. Da nützt eine neue Begutachtung des aktuellen Einkommens sehr wenig, wenn sich der neue Tagesansatz von CHF 2.40 auf Chf 34.40 erhöht hat. Man
    kann damit gerade die erhaltene Rechnung begleichen und hat kein Geld zum Überleben. Tatsächlich keine Ünterstützung sondern nur eine weitere Belastung. Nur ein fixes minimales Grundeinkommen hätte die Situation mildern können.
  • djohhny 20.05.2020 13:20
    Highlight Highlight Und wo ist jetzt genau das Happy End?
  • Obey 20.05.2020 13:13
    Highlight Highlight Auf diesen Bericht haben wohl tausende von Selbstständigen (mich eingeschlossen) seit Wochen sehnlichst gewartet. Vielen Dank Kassensturz!

    Ein bisschen störend empfand ich die Antworten von Frau Nova. Das letzte bisschen Schadenfreude, dass jetzt diejenigen Selbstständigen bestraft wurden, welche die Einschätzungen nicht regelmässig nachführen, konnte sie dann doch nicht ganz verstecken.
    • Super8 20.05.2020 22:14
      Highlight Highlight Viele haben offenbar jahrelang ihre Steuern optimiert und nun kommt die Quittung.
    • plataoplomo 21.05.2020 00:48
      Highlight Highlight Mit den Händen im Hosensack... Heieiei
  • Kari Baldi #WirAlleSindCorona 20.05.2020 13:11
    Highlight Highlight Auch wenn das aktuelle Einkommen zur Berechnung der Entschädigung heran gezogen wird ist es für viele Einzelfirmen ein böses Erwachen. Haben sie in den vergangenen Jahren alles getan, um ein möglichst tiefes Einkommen zu versteuern. Diese Geschäftsform wählen viele absichtlich, weil sie auch noch das Toilettenpapier als "Aufwand" von den Steuern abziehen können.
    • Capsaicine 21.05.2020 10:20
      Highlight Highlight Es mag Selbständige geben, auf die das zutrifft.
      Meines Erachtens sind die meisten der Einzelunternehmer aber Leute, die mit Herz und hohem Einsatz ein kleines Geschäft führen, das Ihnen und mir auch zugute kommt. Und sollte da wirklich mal das WC-Papier vom Geschäft auch privat genutzt worden sein - mein Gott!

      Die Selbständigen brauchen jetzt nicht auch noch solche Kommentare, sondern Unterstützung! Kaufen wir beim Bäcker, gehen wir zum Sportlehrer, zum Buchhändler...
    • Kari Baldi #WirAlleSindCorona 21.05.2020 13:24
      Highlight Highlight Wenns ums Steuern zahlen geht, sind alle gleich. Ich sage ja nur: wer den Status Einzelfirma wählt (anstelle GmbH wo man in der Firma selber angestellt ist und sich einen steuerbaren Lohn zahlt UND auch eine Pensionskasse haben muss) muss sich jetzt nicht wundern, wenn aufgrund des tiefen, selbst deklarierten Einkommens wenig bekommt. Es geht um Fakten, nicht um Emotionen.
  • KoTaMo 20.05.2020 13:01
    Highlight Highlight Kassensturz ist eine der wenigen Instanzen, die unbeirrt, unabhängig und konsequent solchen Missständen nachgehen. Dankesehr!
    • Lebenundlebenlassen 20.05.2020 14:47
      Highlight Highlight Geb ich die Recht aber was Produkte Tests betrifft vergleichen sie oft Äpfel mit Birnen
    • Super8 20.05.2020 22:15
      Highlight Highlight Es ist kein Missstand, sondern das Resultat von Steueroptimierung.
    • Hoci 21.05.2020 00:07
      Highlight Highlight Und sie lassen sich übel für Konkurrenzkampf benutzen, weil sie sachlich nicht sattelfest sind. Die Artikel werden wohl teils von exzernen Zwecks Lobby und Konkkurenzausschaltung geschrieben. Teils unglaublich rafiniert und spitzfindig, schlecht durchschaubar fpr Laien: Banken, Versicherungen..
      Deshalb Achtung und mehr selber recherchieren.
  • Atavar 20.05.2020 12:41
    Highlight Highlight "Was ist das Problem?"

    1. Romantisierung der Selbstständigkeit
    2. Reservenbildung ist heute schwieriger geworden (Preisdruck, kleine Margen, oftmals wenig Verständnis für Betriebswirtschaft)
    3. die Fixkosten wurden durch Gesetze & Regeln massiv erhöht
    4. die Selbstständigen bezahlen eine Versicherung, die sie nicht nutzen können

    Warum doktern wir an Symptomen rum? Temporär die Auszahlungshöhe anpassen kann's ja auch nicht sein. Da muss eine Überarbeitung her!

    PS: Immer diese Mainstreammedien, die alles unkritisch weiterverbreiten, was der Bund so macht [/sarcasm]
    • Tony Montana 20.05.2020 15:49
      Highlight Highlight Atavar, Du hast leider das Problem nicht verstanden. Was meinst Du damit, dass Selbständige eine Versicherung bezahlen, die sie nicht nutzen können?
      Die Selbständigen bezahlen keine Arbeitslosenversicherung. Im Rahmen der Covid-19 erhalten sie ausnahmsweise Gelder der Arbeitslosenkasse.
    • Hoci 21.05.2020 00:12
      Highlight Highlight 1) nein, kaum.
      2) entweder man hats drauf oder nicht. Klein ist manchmal ein Nachteil
      So oder so, wenn die Reservenbildung nicht stimmt aufgeben oder was öndern
      3) Fixkosten werden massgeblich durch anderes bestimmt zb Mieten und Versicherungen. Nicht durch Gesetze.
      4) da hast du Glück gehabt. Sei froh.

      Von Unzernehmertun verstehst du nicht viel. Wer rastet rostet, und wer sich nicht versichern kann und genug verdient für Reserven muss umgehend etwas ändern.
  • Spargel 20.05.2020 12:39
    Highlight Highlight Das war klar das diese Praxis in die Hosen ging. Die indirekt betroffenen, also die Härtefälle, werden entsprechend warten und das Einkommen gegen die oberste Limite von 90k erhöhen. Verjährung erst in 5 Jahren. Alle die jetzt reingeflogen sind und keine Einsprache gegen die Verfügung machten, sollen eine Wiedererwägung verlangen.
  • paule 20.05.2020 12:32
    Highlight Highlight Viele die schon jemals eine Anfrage an die AHV Leute gemacht haben, verstehen das. Da arbeiten teils Leute Jahrelang, aber sie können absolut keine Auskunft über dieses und Jenes erteilen, sie wissen einfach nichts!

    Die haben offenbar nur einen Pensionsberechtigten Job gesucht und nicht Arbeit.
  • wilbur 20.05.2020 12:29
    Highlight Highlight jetzt hinterfragt das bundesrats-tv srf auch noch die vorgehensweise des bundes. das können doch nur die freien medien???1?1?1???111
    • Statler 20.05.2020 13:22
      Highlight Highlight Den Blitzen nach hast Du wohl den Sarcasm-Tag vergessen ;)
    • wilbur 20.05.2020 14:36
      Highlight Highlight haha scheint so. aber hab auch ein bisschen angst, dass die blickleser, welche sich seit der corona-kriese langsam hier einzuschleichen scheinen, die überhand gewinnen ;)
    • Neruda 20.05.2020 16:20
      Highlight Highlight Einschleichen tut sich bei dir nur das E bei Krise.
  • Ouvrier 20.05.2020 12:19
    Highlight Highlight Alles immer versteuert und Sozialabgaben bezahlt, nun bekomme auch einige ehrliche fast nichts, ich würde in Zukunft den Staat bescheissen.
    • Hoci 21.05.2020 00:14
      Highlight Highlight Haben sie eben nicht, sondern sie wollten ein wenig mischeln.
      Wer korrekt angibt kriegt korrekt.
  • Mijasma 20.05.2020 12:19
    Highlight Highlight Ein Amt wird in drei Wochen schlauer! Dagegen ist sogar die Quadratur des Kreises ein Klacks. Ein Ereignis für die Geschichtsbücher.
  • andy y 20.05.2020 12:17
    Highlight Highlight Die Aussage das es so am schnellsten geht mag wohl stimmen. Nun wird es dermassen viele Anträge auf neuberchnungen geben das der Aufwand massiv steht. Wieso nicht gleich korrekt, dafür nur ein Mal? Denke so mach einer hätte gerne noch 14tg gewartet und z.b. auf 2.49.- p/Tg verzichtet
    • Hoci 21.05.2020 00:14
      Highlight Highlight Ich schätze die sind selber überrascht ob der Abweichungen.

Deutscher Rentner wird an Corona-Demo von Aluhut niedergebrüllt – seine Antwort sitzt

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