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Wirtschaft

So viel Strom exportieren die Schweizer Energiefirmen

5,3 Milliarden Umsatz – Rekord! So viel Strom exportieren die Schweizer Energiefirmen

Schweizer Strom ist im nahen Ausland gefragt. Die Export-Einnahmen bewegen sich wegen den stark gestiegenen Strompreisen auf Rekordniveau.
20.10.2022, 09:5720.10.2022, 11:48
Simon Wolanin / AWP
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Insgesamt hat die Schweizer Energiewirtschaft im Jahr 2022 von Januar bis September bereits rund 5,3 Milliarden Franken durch Stromexporte verdient. Das ist zweieinhalb Mal so viel wie in derselben Periode im Vorjahr. Im Vergleich zu 2020 haben sich die Einnahmen sogar fast verfünffacht.

Alleine im September haben Energieversorger Strom im Wert von über 560 Millionen Franken exportiert. Dies zeigt eine Analyse der Nachrichtenagentur AWP basierend auf den am Donnerstag veröffentlichten Aussenhandelsdaten vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG).

Strom Schweiz
In den Wintermonaten ist die Schweiz von Stromimporten aus Frankreich und Deutschland abhängig – im Sommer kann exportiert werden.Bild: Shutterstock

Italien kauft mehr Schweizer Strom

Der mit Abstand wichtigste Abnehmer von Schweizer Strom ist Italien. Im September importierte Italien über 1700 Gigawattstunden Schweizer Strom im Wert von 370 Millionen Franken. Dies ist rund zehn Prozent mehr als üblich und entspricht fast der Hälfte des Schweizer Endverbrauchs im selben Monat, wie sich aus den aktuellen Daten des Netzbetreibers Swissgrid entnehmen lässt.

Neben Italien setzen auch Deutschland, Frankreich und Österreich auf Schweizer Strom, allerdings in geringerem Ausmass. Rund zwei Drittel des exportierten Stroms floss im vergangenen Jahr nach Italien.

Strom lässt sich nur sehr begrenzt speichern. Da die Schweizer Haushalte und Firmen im September 13 Prozent weniger Strom verbraucht haben als üblich, gab es mehr überschüssige Energie für den Aussenhandel. So exportierte die Schweiz laut Swissgrid-Daten im vergangenen Monat 4.4 Prozent mehr Strom im Vergleich zum selben Monat in den Vorjahren.

Auch Import-Ausgaben auf Rekordniveau

Weil Strom in den letzten Monaten deutlich teurer wurde, sind auch die Ausgaben für Stromimporte in die Höhe geschossen. Bislang hat die Schweiz im Jahr 2022 Strom im Wert von rund 5.6 Milliarden Franken eingekauft. Die Ausgaben haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht.

Insgesamt hat die Schweiz damit 2022 anders als in den vergangenen Jahren etwas mehr für Stromimporte ausgegeben als mit Exporten eingenommen.

Teurer Strom aus Frankreich und Deutschland

Insbesondere in den Wintermonaten ist die Schweiz von Stromimporten aus Frankreich und Deutschland abhängig. In Frankreich wird wegen diversen Problemen mit Atomkraftwerken deutlich weniger Strom produziert als üblich. Bisher zahlte die Schweiz 2022 rund 2.6 Milliarden Franken für Strom aus Frankreich, so viel wie noch nie zuvor. (sda/awp)

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104 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pat da Rat
20.10.2022 10:22registriert Mai 2022
Ich denke, dieser Abschnitt ist der relevanteste "Insbesondere in den Wintermonaten ist die Schweiz von Stromimporten aus Frankreich und Deutschland abhängig. ", zeigt es doch klar die Schwächen und Lücken der CH Stromversorgung auf; die CH Stromproduktion kann den Bedarf während den relevante Spitzenperioden, wenns wirklich draufankommt, nicht decken. Jede sinnvolle Massnahme wurde mit Beschwerden eingedeckt und abgewürgt. Das Verbandsbeschwerderecht, wo jeder dahergelaufene Joggeli-Verein Einsprachen machen kann (v.a. bei Strat. Interessen) hätte man schon lange auf die Halde kippen sollen.
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Dumbledore77
20.10.2022 10:16registriert August 2020
Hier stimmt etwas mit den einheiten nicht ;)
1700 Kilowattstunden Schweizer Strom im Wert von 370 Millionen

gemäss Dr. google kostet eine kWh in der CH im Schnitt 26.95 Rp!
womit eine Summe von ca. 450 Fr. erzielt würde. Ich gehe davon aus, dass dies TWh sein sollten ;)
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G.
20.10.2022 11:29registriert Dezember 2014
alles klar. und die happigen preiserhöhungen im 2023 kommen trotzdem.

Fazit:
Eigentlich gehts nicht darum, dass die Bevölkerung genügend Strom erhält, sondern dass die Stromlieferanten genügend Kohle machen…
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