bedeckt
DE | FR
Schweiz
Wirtschaft

Chef mit Nazi-Sympathien: Curdin Orlik beendet Zusammenarbeit mit Roviva

Peter Patrik Roth
Peter Patrik Roth posiert in einem White-Rex-Shirt.Bild: Instagram

Chef posierte mit Nazi-Symbolen – Schwinger Curdin Orlik kehrt Sponsor Roviva den Rücken

06.09.2019, 19:5207.09.2019, 19:10
Mehr «Schweiz»

Diese Woche hatten Recherchen von «Tages-Anzeiger» und der «Rundschau» von SRF Peter Patrik Roth, Geschäftsleiter der Berner Matratzenfabrik Roviva Roth & Cie. AG, in die Schlagzeilen gebracht: Roth posierte mehrfach mit Kleidung des neonazistischen russischen Mode-Labels White Rex mit rechtsextremistischen Erkennungszeichen wie den so genannten schwarzen Sonnen auf seinem Instagram-Profil. Dieses hat er unterdessen gelöscht.

Roth verkehrt in rechtsextremen Kreisen. Unter anderem gehört ihm gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der rechtsradikalen Partei national orientierter Schweizer (PNOS), Florian Gerber, die Firma Fighttext AG. Diese vertreibt die Kleidung von White Rex in der Schweiz. Mit dem Gründer von White Rex, dem rechtsextremen russischen Kampfsportler Denis Nikitin, ist Roth bekannt.

Für den traditionsreichen Matrazenhersteller Roviva sind die rechtsextremistischen Verbindungen seines Geschäftsführers eine heikle Angelegenheit. In der vergangenen hielt man bei der Firma den Ball flach: «Welche Kleidung Herr Roth in seiner Freitzeit trägt, ist seine private Angelegenheit. Dies steht in keinem Zusammenhang mit seiner Rolle bei Roviva», sagte eine Sprecherin zum «Tages-Anzeiger».

Curdin Orlik jubelt im 6. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Sonntag, 25. August 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Curdin Orlik am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug.Bild: KEYSTONE

Doch ganz so unbeschadet wie erhofft scheint sich Roviva nicht aus der Affäre ziehen zu können. Wie der «Blick» heute berichtet, will der Spitzenschwinger Curdin Orlik seine seit Anfang 2019 laufende Zusammenarbeit mit der Firma beenden. Er will den einjährigen Sponsoringvertrag Ende Jahr auslaufen lassen: «Für mich ist nach diesem Vorfall jetzt schon klar, dass ich den Kontrakt nicht verlängern werde», sagt der Bündner in Diensten des Berner Schwingerverbands.

Der 26-jährige Bündner hat mit Roviva-Geschäftsleiter Roth «ausser einigen oberflächlichen Gesprächen» bisher kaum Kontakt gehabt. Laut Blick hat Orlik versucht, in den letzten Tagen den Kontakt zur Firma gesucht, weil er «mehr über die Vorwürfe wissen wollte». Bei Roviva wollte man ihm allerdings keine Antworten geben. (cbe)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sieg Fail! Warum Nazis (sonst noch) Volldeppen sind
1 / 13
Sieg Fail! Warum Nazis (sonst noch) Volldeppen sind
Neonazis fehlt es nicht nur an Herz, Verstand und Sozialkompetenz, sondern offensichtlich auch an Sinn für Rechtschreibung. >> Hier geht's zur ganzen Story.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Was die Besucher am Eidgenössischen nervt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
77 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
pun
06.09.2019 21:01registriert Februar 2014
Schwingen gegen rechts! ✊
99039
Melden
Zum Kommentar
avatar
Friction
06.09.2019 20:47registriert September 2016
Schade für all die Mitarbeitenden, die einen guten Job machten und qualitative Ware produzierten.
Leider kein Produkt mehr, mit dem man gerne Werbung macht!
72026
Melden
Zum Kommentar
avatar
Trollerix
06.09.2019 21:39registriert September 2017
Bravo, Curdin! Die einzig richtige Reaktion. 👌
50216
Melden
Zum Kommentar
77
Schweizer Bauteile in nordkoreanischen Raketen – Bund startet Untersuchung
Russland beschiesst die Ukraine mit Raketen aus Nordkorea. In diesen Waffen sind Komponenten aus der Schweiz gefunden worden. Das Staatssekretariat für Wirtschaft startet darum eine Untersuchung – und schaltet weitere Behörden ein.

Im vergangenen September besuchte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Danach lieferte Nordkorea Raketen an Russland. Putin setzt sie in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Nach Medienberichten feuerte Russland seit Dezember mindestens 20 nordkoreanische Raketen ab.

Zur Story