Schweiz
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Letzigrund-Streit zwischen Implenia und der Stadt Zürich geht in die nächste Runde



Nach der Niederlage vor dem Bezirksgericht Zürich im Verfahren um den ausstehenden Werklohn zieht der Baukonzern Implenia das Urteil ans Obergericht weiter, wie er am Montag mitteilte.

Der Streit zwischen der Stadt Zürich und Implenia dreht sich um knapp 1400 Änderungswünsche, die Mehrkosten von 23 Millionen Franken verursachten. Nach Ansicht der Stadt sind alle vertraglich vereinbarten Leistungen bereits bezahlt worden.

Implenia dagegen will extra dafür vergütet werden. Dabei stellt es sich auf den Standpunkt, dass die meisten Änderungen auf fehlerhafte Projektierung seitens der Stadt zurückzuführen seien.

Das Bezirksgericht kam seinerseits zum Schluss, dass Implenia selber das Risiko für fehlende oder fehlerhafte Ausschreibung- und Ausführungspläne trage. Das Unternehmen habe deshalb auch keinen Anspruch auf Mehrvergütung. Einzig in zwei der total 1392 Änderungswünsche entschied das Gericht im Sinne von Implenia.

Dass der Baukonzern auf 23 Millionen Franken verzichten soll, will dieser nach wie vor nicht akzeptieren. «Wir sind der Meinung, dass die Stadt für die Änderungen im Umfang von 23 Millionen Franken aufkommen muss», sagte Implenia-Sprecher Philipp Bircher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Implenia reduziert Forderung

Bei der sorgfältigen Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils habe Implenia allerdings festgestellt, dass bei Positionen im Umfang von 3 Millionen Franken «die Beweislage nicht ausreichend ist», sagte Bircher weiter. Aus diesem Grund habe man die Forderung auf 20 Millionen Franken reduziert.

Die Stadt Zürich und Implenia liegen sich wegen des Stadionbaus bereits mehrere Jahre in den Haaren. Neben der Werklohnklage sind derzeit zwei weitere Verfahren vor dem Bezirksgericht hängig. Dabei geht es einerseits um Mängelrügen, anderseits um den nachträglichen Einbau von Stützen.

Eine weitere hängige Klage betrifft die Bauarbeiten am Parkhaus Hardau, bei denen Implenia Nachtragsforderungen gegenüber der Stadt geltend macht. Das Obergericht hatte in diesem Fall gegen die Stadt entschieden, worauf diese Beschwerde beim Bundesgericht einreichte.

Zudem gelangte die Stadt Anfang Oktober an den Friedensrichter, weil schon wieder Wasser ins Stadiondach gelaufen sein soll – wie bereits im Jahr 2010. Implenia weist die Behauptung entschieden zurück. (whr/sda)

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Offen gesagt

«Lieber Herr Berset, Sie müssen das jetzt regeln ...»

Vergangenes Wochenende passierte, was sowieso passiert wäre, Lockerungsschritte hin oder her: Die Jugend tanzte und wird zum Sündenbock gemacht. Damit hat die Entsolidarisierung in der Bevölkerung begonnen. Das ist gefährlicher als jeder einzelne Infektionsherd.

Lieber Herr Berset

Es wäre wieder ein General-Dufour-Moment für Sie. Sie erinnern sich? Der Tagsatzungs-General im Sonderbundskrieg mit dem wichtigen Strategie-Grundsatz: «On verra ensuite».

Sie wussten, dass mit den weitreichenden Lockerungen der Corona-Massnahmen neue Infektionsherde entstehen würden. Und Sie mussten auch davon ausgehen, dass diese vorwiegend in Clubs und Gottesdiensten ausbrechen würden. So wie überall sonst auf der Welt auch.

Genau das ist geschehen, nachdem Clubs wieder …

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