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Schweiz
Wirtschaft

Krankenkassen: So steigen die Prämien in deinem Kanton

Alain Berset und die Krankenkassenprämien des Jahres 2023
Innenminister Alain Berset bei der Präsentation der Krankenkassenprämien 2023.Bild: keystone/watson

Die Prämien steigen im Schnitt um 6,6 Prozent – so sieht's in deinem Kanton aus

27.09.2022, 14:4128.09.2022, 11:52

Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr im Mittel um 6,6 Prozent. In den fünf vergangenen Jahren betrug der durchschnittliche Anstieg jährlich 1,5 Prozent. 2013 bis 2018 verteuerten sich die Krankenkassenprämien um jeweils 3,8 Prozent.

In den vergangenen Jahren konnten die Krankenkassen das Prämienwachstum dämpfen, indem sie ihre Reserven anzapften. Der Bundesrat hatte ihnen 2021 den freiwilligen Reservenabbau erleichtert. Das wirkte sich auf die Prämien 2022 aus.

>> Hier findest du den Ticker der Medienkonferenz

Nach vier Jahren relativer Stabilität sei der Anstieg «beträchtlich», teilte das für die Bewilligung der Prämien zuständige BAG mit. Die Coronavirus-Pandemie belastete das Gesundheitssystem stark.

Die Pandemie verursachte zum einen direkte Kosten, etwa für Spitalbehandlungen und Impfungen. Zum anderen verursachte sie indirekte Kosten, unter anderem durch verschobene Eingriffe. Diese Verschiebungen führten zu Nachholeffekten, die ab der zweiten Hälfte 2021 stark zunahmen. Das schlug sich in einem Kostenwachstum von 4,5 Prozent nieder. Die Gesundheitskosten stiegen zudem im ersten Halbjahr 2022 weiter.

Der Prämienanstieg in der Übersicht:

  • Die mittlere Prämie beläuft sich 2023 auf 334,70 Franken. Das entspricht im Schnitt einem Anstieg von 6,6 Prozent.
  • Wie deine Prämie konkret steigen dürfte, kannst du dem Prämienrechner des Bundes entnehmen.
  • Am deutlichsten drückt der Prämienanstieg aufs Portemonnaie von Bewohnern und Bewohnerinnen der Kantone Neuenburg, Appenzell Innerrhoden und Tessin. Dort steigen die Prämien um mehr als 9 Prozent an.
  • Den grössten Zuschlag müssen die jungen Erwachsenen in Appenzell Innerrhoden hinnehmen: Ihre mittleren Prämien steigen um 10,1 Prozent. Auf der besseren Seite stehen ihre Altersgenossen im Kanton Glarus: Sie müssen mit einem Anstieg von 1,5 Prozent rechnen.
  • Wer mit der Prämienanpassung für nächstes Jahr unzufrieden ist, kann die Krankenversicherung bis Ende November kündigen. Wie das funktioniert, erklären wir dir hier. Bis Ende Oktober müssen die Versicherten individuell über die für nächstes Jahr geltenden Prämien informiert werden.

Alle Altersklassen

Die Berechnung der Prämien basiert auf Schätzungen. Nach Angaben des BAG waren diese durch die Pandemie besonders schwierig. Es zeigte sich indessen, dass die Prämien 2021 und 2022 die Kosten nicht deckten. Deshalb ist der Nachholprozess 2023 vom Gesetz her zwingend.

Erwachsene ab 26 Jahren

Ein Ende des Kostenwachstums im Gesundheitssektor ist gemäss dem Bundesamt nicht in Sicht. Der medizinisch-technische Fortschritt, das zunehmende Leistungsvolumen und die alternde Bevölkerung treiben die Kosten weiter an.

Das BAG verweist indessen auf Massnahmen zur Kostendämpfung. Die Hebel dabei sind etwa eine Begrenzung von Überangebot und -nachfrage, Tarifanpassungen im ambulanten Bereich, die Spitalplanung und mehr Transparenz in der obligatorischen Krankenversicherung.

Junge Erwachsene bis 26 Jahre

Kürzlich verabschiedete der Bundesrat ein zweites Massnahmenpaket zur Kostendämpfung und einen Gegenvorschlag zur Kostenbremse-Initiative der Mitte. Zudem ist eine Verordnungsänderung in der Vernehmlassung, welche etwa die Generika-Förderung vorsieht. Bereits umgesetzt ist unter anderem die Senkung der Labortarife und der Medikamentenpreise.

Kinder bis 18 Jahre

(sda/mlu)

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236 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fairness
27.09.2022 15:09registriert Dezember 2018
Und keiner stoppt den Selbstbedienungsladen. Fast noch schlimmer ist, dass die sogenannte Spitzenmedizin nur noch selten eine ist. Spitze sind bloss die Prämien.
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Lebenundlebenlassen
27.09.2022 15:37registriert März 2019
Solange soviele Lobbyisten und Gesundheitsvertreter im Bundeshaus sitzen wird sich nie was ändern.. Augen auf bei den Wahlen..
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amore
27.09.2022 15:26registriert Februar 2014
Diese Kopfprämien sind sowas von unfair. Prämien in Abhängigkeit der wirtschaftlichen Situation der Versicherten wäre schon lange angebracht.
Ist unsere AHV die beste soziale Versicherung, so sind diese Kopfprämien das Gegenteil davon.
Dazu kommt, dass diese nicht einmal im Warenkorb der Konsumenten enthalten sind.
Das KK-Prämienwesen ist eine unsolidarische Fehlkonstruktion.
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