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Migros: Ochsner Sport übernimmt Hälfte der SportX-Filialen

Ochsner Sport übernimmt Hälfte der SportX-Filialen – diesen Standorten droht das Aus

Die Migros verkauft Teile des Sporthändlers SportX an die Dosenbach-Ochsner Gruppe. In der Zentrale gehen dadurch 95 Stellen verloren.
09.07.2024, 15:0709.07.2024, 15:45
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Die SportX-Filiale im Dreispitz MParc in Basel, am Freitag, 2. Februar 2024. Der Migros-Genossenschafts-Bund sucht neue Besitzer fuer die Reisetochter Hotelplan, die Kosmetik- und Hygienetochter Mibel ...
Ochsner Sport übernimmt den Sporthändler SportX von der Migros. Bild: keystone

Die Migros hat einen Käufer für einen Teil ihrer SportX-Filialen gefunden. Die Dosenbach-Ochsner Gruppe übernimmt gut die Hälfte der Läden, wie die beteiligten Unternehmen am Dienstag mitteilten. In der Migros-Zentrale gehen dadurch 95 Stellen verloren.

Konkret übernimmt Dosenbach-Ochsner 27 der 49 SportX-Filialen. 24 Standorte werden unter der Marke Ochsner Sport, drei Standorte unter der Marke Dosenbach weitergeführt. Zum Kaufpreis machen die Beteiligten keine Angaben.

Vor allem Ochsner Sport wird durch den Deal merklich grösser: Heute gibt es 77 Läden. Bei Dosenbach (200 Filialen) fällt die Erweiterung hingegen nicht gross ins Gewicht.

Keine Sorgen wegen Weko

Umgebaut werden die Filialen laut den Angaben voraussichtlich ab März 2025. Die Integration der Filialen stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Prüfung durch die Wettbewerbskommission.

Es sei aber «nicht vorstellbar», dass die Weko Vorbehalte anmelde, sagte ein Ochsner-Sport-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Man sei in einem kompetitiven Umfeld tätig.

Und man werde mit dem Deal auch nicht zur Nummer 1 auf dem Schweizer Sportmarkt. Denn es gebe insgesamt etwa 1700 Fachgeschäfte, mit den übernommenen SportX-Filialen komme Ochsner Sport nur auf gut 100.

Jobs in Filialen bleiben

Die Dosenbach-Ochsner Gruppe übernimmt gemäss Mitteilung alle Mitarbeitenden der betroffenen Filialen. Die Lernenden könnten ihre Ausbildung bei Ochsner Sport weiterführen.

Allerdings kommt es in der Migros-Zentrale zu einem Jobabbau. In der Servicegesellschaft Migros Fachmarkt AG, welche für alle Fachmarkt-Formate der Migros die strategische Ausrichtung verantwortet und alle zentralen Leistungen erbringt, werden 95 Stellen gestrichen, wie es in der Migros-Mitteilung heisst.

Verhandlung über weitere Filialen

Wie es mit den verbleibenden 22 SportX-Filialen weitergeht, ist noch offen. Es liefen Verhandlungen mit verschiedenen weiteren Interessenten, so die Migros.

Die Gewerkschaft Unia fordert derweil die Migros mit Blick auf die verkauften SportX-Filialen auf, den Angestellten zumindest die gleichen Löhne und Arbeitsbedingungen zu garantieren und allfällige Verluste auszugleichen. Ausserdem müsse die Migros auf Kündigungen in den 22 weiteren Filialen und der Fachmarkt AG verzichten.

Der Detailhändler hatte im letzten Februar angekündigt, sich von SportX trennen zu wollen. Dies war Teil der Fokussierungsstrategie auf das Kerngeschäft. Ebenfalls verkaufen will die Migros ihre Reisetochter Hotelplan, das Einrichtungshaus Micasa, die Do it + Garden Geschäfte, den Velohändler Bike World sowie die Kosmetik- und Hygienetochter Mibelle. Bei der Ankündigung der Verkaufspläne wurde ein Abbau von bis zu 1500 der insgesamt rund 100'000 Stellen in Aussicht gestellt.

Schon in trockenen Tüchern ist derweil der Verkauf von Melectronics: 20 der 37 Elektronik-Fachmärkte gehen an Mediamarkt, die restlichen 17 werden geschlossen, wie kürzlich bekannt wurde. (awp/sda)

Bei diesen Standorten ist die Zukunft ungewiss
Aufgrund der Information der Migros, welche Filialen von Ochsner Sport und Dosenbach übernommen werden, dürfte es sich um folgende Standorte handeln, deren Zukunft ungewiss ist – auch weil sie teils in unmittelbarer Nähe einer Ochsner-Sport-Filiale liegen:

Wallisellen, Glattzentrum
Spreitenbach, Tivoli
Bremgarten Fachmarkt
Rapperswil, Zentrum
Brugg AG
Ebikon, Mall of Switzerland
Frauenfeld, Multiplex
Schaffhausen, Herblinger Markt
Ibach-Schwyz, Mythen-Center
Stans, Länderpark
Langenthal, M-Parc
Füllinsdorf, Schönthal
Basel, Claramarkt
Buchs SG, MParc
Allschwil, Paradies
Mels, Pizolpark
Thal
St. Margrethen, Rheinpark
Chur, Calandapark
Agy
Marin Centre
Glis, Simplon
Avry Centre
La Chaux-de-Fonds, Métropole Centre MS
Centro S.Antonino
Sierre, Rossfeld
Conthey, Forum des Alpes
Montagny
Vevey
Romanel-sur-Lausanne
Martigny, Quartz Center
Nyon
Carouge
(aargauerzeitung.ch)
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94 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ELMatador
09.07.2024 10:05registriert Februar 2020
"Kerngeschäft"

Für mich waren Do-It und SportX immer ein Teil des Migros-Kerngeschäftes. Meine gesamte Sportausrüstung als Kind (Snowboard, Inlines, Unihockey, Schlitten, Ski) kam von der Migros und viele Produkte ihrer Eigenmarken besitze ich jetzt noch. Was nicht Kerngeschäft der Migros ist und niemals war, ist, mit den grossen Luxusmarken Schritt zu halten. Würden sie sich darauf besinnen, Eigenmarken in besagten Bereichen anzubieten, wäre es wohl eine Goldgrube.

Als Genossenschaftler habe ich kein Verständnis für die Migros-Führung und das Missmanagement der letzten 20 Jahre.
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Rumpelstilz aka Motzbrocken
09.07.2024 09:08registriert November 2023
Da sag ich nur: Adieu Migros, es war eine gute Zeit. Aber dank Deinen unfähigen sogenannten Lokalfürsten aka Manager, einem MägGrinsy im Hause und Produkten die nicht mehr sind was sie mal waren (Tourist Schoggi z. Bsp) generiert nun das lokale Gewerbe im Dorf mehr Umsatz. Gut dabei, ich kann zu Fuss einkaufen.
Statt Cumulus Punkte, Märkli kleben….
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_Irgendjemand_
09.07.2024 09:10registriert Februar 2024
Das gute an der Sache ist, dass hier immerhin ein Schweizer Unternehmen zugeschlagen hat.

Ich ging gerne in den Sport X da Sie gute Produkte hatten. Finde es immer noch schade, dass die Migros dies verkauft.

Das jedoch Sport X gelitten hat ist aber teilweise auch Hausgemacht. 2 Beispiele: Bern Westside und Shoppyland. Dort verirren sich nur Leute hin die Explizit Wissen dass es ein Sport X gibt. Der Rest läuft nicht dort vorbei weil so am "Arsch der Welt"
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