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Trotz Maske: Mehr Mobilität bedeutet höhere Corona-Infektionszahlen.
Trotz Maske: Mehr Mobilität bedeutet höhere Corona-Infektionszahlen.
Bild: sda

Wie die Mobilität und die Covid-19-Todeszahlen zusammenhängen

Die zweite Corona-Welle fordert mehr Todesopfer. Das liegt daran, dass die Bevölkerung viel mobiler ist als während der ersten Welle. Das zeigt eine Studie der ETH.
07.12.2020, 19:2708.12.2020, 13:40

Reisen per Zug, Auto oder Flugzeug: Die Mobilität der Bevölkerung weist darauf hin, wie viel Kontakt eine Person möglicherweise mit anderen hatte. Eine neue Studie der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) zeigt, wie die Mobilität der Schweizer Bevölkerung und die Covid-19-Infektionszahlen zusammenhängen. «Steigt die Mobilität, steigen auch die Corona-Infektionen und umgekehrt», sagt Heiner Mikosch, Co-Autor der Studie. Dieser Zusammenhang sei besonders jetzt in der zweiten Welle sehr stark.

Mobilität und Corona-Todesfälle

Sinkt die Mobilität, sinken die Corona-Todesfälle – ausser im Sommer.
Sinkt die Mobilität, sinken die Corona-Todesfälle – ausser im Sommer.
printscreen: KOF

Apelle der Politik sind leiser

Gründe für die hohe Mobilität in der zweiten Welle im Vergleich zur ersten nennt die Studie gleich mehrere. Im Gegensatz zum März habe es bis dato keinen Lockdown gegeben. Die Läden blieben offen, Angestellte pendeln zur Arbeit. Ausserdem seien die Appelle der Politik, wieder auf Homeoffice umzustellen, weniger eindringlich gewesen als während der ersten Welle.

Die Art des Transportmittels spiele dabei auch eine Rolle, sagt Mikosch. «Im Zug besteht ein grösseres Ansteckungsrisiko als im Auto», sagt Mikosch. Dass man generell an unterschiedliche Orte fahre und dort neue Personen treffe sei auf jeden Fall mitentscheidend, so der Forscher.

Handydaten analysiert

Um den Zusammenhang zwischen der Mobilität und den Infektionszahlen zu erkennen, dienten etwa Mobilitätsdaten von Smartphones. Das sei die beste Quelle, um Social Distancing einzukreisen, sagt Co-Autor Mikosch. «Ob Masken getragen werden, können wir nicht auf einer Tagesbasis analysieren, die Mobilität hingegen schon.»

Ende März 2020 lag die täglich gereiste Distanz bei knapp fünf Kilometern pro Tag. Anfang November waren es rund dreimal so viel, Tendenz steigend, wie es in der Analyse heisst.

Folgen der Mobilität kommen verspätet

Was gegen das Forschungsergebnis der KOF spricht, sind die Sommermonate: Dort blieben die Covid-19-Todesfälle tief, trotz hoher Mobilität. Dafür hat Mikosch eine mögliche Erklärung: «Die Bevölkerung hat es wohl geschafft, die Zahlen so tief zu halten, dass sich das Virus nur schwer verbreiten konnte.» Dass sich im Sommer viele Leute durchmischten, habe sich in den Corona-Zahlen im Herbst niedergeschlagen.

Der Forscher bezweifelt, dass dieser Zusammenhang rein zufällig ist. «Es gibt viele Evidenzen, dass die Mobilität einen Effekt auf die Pandemie hat.» Das liesse sich etwa daran beobachten, dass Leute in ihrer Freizeit eher zuhause bleiben oder im Homeoffice arbeiten, wenn sie in den Nachrichten sehen, dass die Fallzahlen stiegen.

Von Prognosen für Weihnachten sehen die Forschenden ab. Ob und wie sehr sich die Mobilität während der Festtage auf die Covid-19-Infektionszahlen auswirkt, wird sich zeigen.

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