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Wallis akzeptiert aufschiebende Wirkung für Wolfsabschüsse

Le conseiller d'Etat valaisan Frederic Favre reponds aux questions des journalistes devant une carte de l'indice de presence du loup apres une conference de presse sur la regulation du loup  ...
Frédéric Favre, Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport, an einer Medienkonferenz zur Wolfsregulation am 20. November in Sion.Bild: KEYSTONE

Wallis akzeptiert aufschiebende Wirkung für Wolfsabschüsse «aus zeitlichen Gründen»

11.01.2024, 18:41
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Der Kanton Wallis akzeptiert wie bereits Graubünden die aufschiebende Wirkung der Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen die Abschüsse von Wölfen. Das Departement für Sicherheit, Institutionen und Sport verzichtet aus zeitlichen Gründen auf einen Rekurs.

Wegen des auf den 31. Januar 2024 festgelegten Endes der proaktiven Wolfsregulierung sei ein Entscheid durch das Bundesgericht in so kurzer Zeit unrealistisch, erklärte das von Frédéric Favre geleitete Departement am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es bestätigte damit eine Information der Zeitung «Walliser Bote».

Mitte Dezember musste das Wallis die Einstellung der Abschüsse für die Wolfsrudel von Hauts-Forts, Nanz und Le Fou-Isérables anordnen. Diese Entscheidung folgte auf eine Beschwerde von Naturschutzorganisationen beim Bundesverwaltungsgericht, welches die aufschiebende Wirkung für die Dauer des Verfahrens gewährte.

Daraufhin beantragten das Bundesamt für Umwelt (Bafu) und die betroffenen Kantone erfolglos die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung. Nach einer «summarischen Prüfung und nach Abwägung der verschiedenen Interessen» kam das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das Interesse an der Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung überwiege.

Seit dem 1. Dezember hat das Wallis 24 Wölfe von den rund 34 ursprünglich ins Visier genommenen Wölfen getötet. Während die Abschüsse für drei Rudel ausgesetzt wurden, geht die Jagd für die anderen neun weiter.

(hah/sda)

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Wolfsrudel im Wallis
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Wolfsrudel im Wallis
In einem abgelegenen Teil des Augstbordgebietes abseits von Siedlungen, Wanderwegen und Infrastrukturen ist es der Gruppe Wolf Schweiz (GWS) gelungen, das dortige Wolfsrudel mehrfach mittels Fotofallen und Direktbeobachtungen nachzuweisen.
(Bild: Gruppe Wolf Schweiz GWS)
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Forschende wollen mit Kamera Wölfe sichten – dieser Bär hat andere Pläne
Video: watson
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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Damsel
11.01.2024 18:51registriert Januar 2024
Wir hatten erst kürzlich eine Abstimmung über das neue Jagdgesetz; sie wurde medial zu „schützt den Wolf“ hoch stilisiert. Und ich hab auch aus diesem Grund nein gestimmt, als „urbaner, verbildeter Flachländer“ gegen die Bergler und die Bauern. Für mich ist der Wolf schützenswert. Und als solcher fühl ich mich von Bundesrat Rösti verarscht. Schützt den Wolf, gopf. Wir haben gewonnen.
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KOHL
11.01.2024 18:47registriert März 2019
Weshalb ist das "Departement für Sicherheit, Institutionen und Sport'" dafür zuständig? Sicherheit kann es ja nicht sein, da der Wolf die Sicherheit nicht gefährdet. Muss also Sport sein oder? Sinnloses abballern als Volkssport
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Chuchichäschtli
11.01.2024 19:23registriert März 2022
Darum hatten es die Rottu-Rambos mit Rotkäppchenkomplex ja so eilig in den ersten Tagen der Verordnung ein Massaker unter den Wölfen anzurichten, im Wissen das dies dann nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Die Walliser setzen alles daran ihre grossen Sympathien in der Üsserschwiiz ein für allemal zu verspielen.
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Eklat in der SVP: Christian Imark stellt pikante Forderung an Magdalena Martullo-Blocher
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Auf der einen Seite steht Christian Imark. Der SVP-Nationalrat aus Solothurn brachte am 2021 das CO₂-Gesetz praktisch im Alleingang zum Absturz. Im Februar 2024 reichte er als Mitglied des Initiativkomitees die Blackoutinitiative ein, die neue AKW wieder erlauben will. Und 2023 war er als Vertreter der Energiekommission (Urek) verantwortlich dafür, dass die SVP-Fraktion das Stromgesetz von SVP-Bundesrat Albert Rösti mit 36:18 Stimmen absegnete. Die Volksabstimmung findet am 9. Juni statt.

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