Schweiz
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Wie die Pizzeria Toscana in Greifensee das Jahr überlebt hat - trotz Gratis-Essen für Arme

Die Pizzeria Toscana in Greifensee ZH tischt auch nach sieben Monaten weiter Gratis-Essen für Arme auf. Das hielten viele nicht für möglich. Finanziell lohnt sich die Aktion nicht, Chef Ramadani bekommt von den Menschen jedoch etwas, das für ihn viel wichtiger ist als Geld. 



Vor sieben Monaten hatte das Wirtepaar Elvira und Gino Ramadani die Idee, Gratis-Essen aufzutischen für Menschen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Dass sie seither über 1200 Menschen glücklich gemacht haben, dass auch heute noch fast täglich jemand nach einer Gratis-Pizza fragt, damit haben sie nicht gerechnet. 

Gino Ramadani blickt zufrieden und auch ein bisschen stolz auf das Jahr zurück: «Viele dachten, es wäre ein Marketing-Gag, wir würden das nicht lange durchziehen.» Jetzt habe er allen bewiesen, dass es ihm ernst sei; dass ihm Leute, die sich kein Essen in einem Restaurant leisten können, am Herzen liegen. 

Felix Pizza

Elvira und Gino Ramadani machen mit der Aktion sicher bis Ende Jahr weiter.  bild: zvg

Diese Menschen erzählen ihm in seinem Restaurant Toscana in Greifensee beinahe täglich ihre Schicksale. Es seien berührende Geschichten, sagt Ramadani: Alleinerziehende Mütter, die mit 3200 Franken über die Runden kommen müssen, Familienväter, die die Krankenkasse nicht bezahlen können. «Dass sie mir ihre Sorgen bei unserer ersten Begegnung erzählen, das ist eindrücklich.» Das brauche viel Mut. Dafür wolle er sich an dieser Stelle einfach einmal bedanken. Zahlreiche Gäste schreiben Ramadani ihre Lebensgeschichte schon vor dem Restaurantbesuch – per Brief oder in einer langen SMS. 

«Die Erfahrung, die ich mit all den lieben Menschen machen durfte, machen für mich das Jahr zum schönsten und tollsten überhaupt.»

Gino Ramadani, Pizza Toscana

Als Bonus hält er sein Restaurant dieses Jahr über die Festtage offen. Weil sein Koch Ferien hat, stellt sich Ramadani höchst persönlich in die Küche. 

DIE Pizzeria für arme Menschen ist in Greifensee Zuhause 

Denn Ramadani sind die hunderten Begegnungen mehr Wert als Geld. Wie lange er die Aktion noch weiterführen kann, ist dennoch ungewiss. Anfangs haben verschiedentlich Menschen gespendet, das ist nun nicht mehr der Fall. «Ende Jahr muss ich mit meinem Treuhänder über die Bücher, dann sehen wir weiter.» Die Schmerzgrenze liegt bei einem Einnahmeverlust von 50'000 Franken. 

Wenn irgendwie möglich, möchte der Mazedonier weitermachen. Für ihn ist die Würde das Wichtigste überhaupt. Dass er diese – wenn auch nur für einen kurzen Moment – einigen Leuten zurückgeben konnte, macht Ramadani glücklich: «Die Erfahrung, die ich mit all den lieben Menschen machen durfte, machen für mich das Jahr zum schönsten und tollsten überhaupt.»

Findest du gut, was die Pizzeria Toscana macht? Dann kannst du sie hier unterstützen: 

Pizzeria in Greifensee tischt Gratis-Essen auf – inzwischen kommen bis zu 10 Hungrige pro Tag
Diese Einzahlungsscheine liegen in der Pizzeria auf.

Pizza is life. Deshalb musst du dir diese Bilder anschauen: 

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43
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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Margherita Turdo 25.12.2016 18:02
    Highlight Highlight toll eifach nur toll respekt a die zwei es sött meh so lüt geh❤
  • DangerDanger 22.12.2016 23:59
    Highlight Highlight Cool, schöne und gute Sache! Werde morgen auch gleich was spenden, damit's für zwei, drei weitere Essen reicht!
  • Dummbatz Immerklug 22.12.2016 22:14
    Highlight Highlight BRAVO!! Wahre Grösse...
  • Siebenstein 22.12.2016 20:25
    Highlight Highlight Es kann jeden treffen, daran sollte jeder stets denken.

    Ich bin sehr dankbar auch solche Geschichten lesen zu dürfen wie diese, danke vielmals, liebe Familie Ramadani!
  • pun 22.12.2016 18:46
    Highlight Highlight Danke an die Ramadanis und Danke Herr Burch, dass du dran geblieben bist und nochmal berichtest :-)
    • Felix Burch 23.12.2016 08:50
      Highlight Highlight Danke auch Ihnen.
  • Spooky 22.12.2016 17:40
    Highlight Highlight Ich habe eben SFr 20.-- per E-Banking auf das Konto 85-742042 0 einbezahlt.

    Das sage ich nur, weil ich hoffe, dass mein Beispiel Schule macht.
    • rasca 23.12.2016 06:27
      Highlight Highlight Danke das du mir die Mühe gespart hast den Einzahlungsschein auf dem Handy abzutippen. Dank Copy Paste von dir jetzt auch gerade 20.- gespendet
    • Spooky 23.12.2016 09:48
      Highlight Highlight Also, ich habe die ganze Adresse plus Zahlen per Kugelschreiber auf einen Zettel notiert:

      Ristorante Pizzeria Toscana
      GmhH
      Greifensee

      CH74 0900 0000 8574 2042 0

      Konto 85-742042-0

      Dann habe ich die Adresse plus Zahlen in den virtuellen Einzahlungsschein auf der E-Banking-Seite auf meinem Computer eingetippt und abgeschickt.

      (Ich bin wahrscheinlich noch in der Steinzeit ;-)

  • pamayer 22.12.2016 16:53
    Highlight Highlight Wer ist der Mutigste im Land und riskiert 'freiwillig-vorsätzlich' Max 500 000 Einnahmeverlust ? Gesucht: der Mutigste in der Schweiz.

    Voilaaaaaaaà: ein Mazedonier.

    Grossartig. und etwas penibel für die reiche Schweiz.
    • Siebenstein 22.12.2016 20:28
      Highlight Highlight Ich vermute die Rechtschreibkorrektur hat Dir das Wort "peinlich" verunstaltet. 😋

      Übrigens kann ich Dir aus eigener Erfahrung auch von sehr großzügigen Aktionen von Schweizern berichten, nur um einem Zerrbild der Realität vorzubeugen.
    • pamayer 22.12.2016 22:00
      Highlight Highlight @7stein
      Keine Korrektur in diesem Fall, wollte 'penibel' schreiben.

      Ja. Kenne diese auch aus eigener Erfahrung. Sind jedoch generell eher dünn gesät. Unabhängig von Herkunft.
    • Tom Garret 23.12.2016 00:34
      Highlight Highlight Es geht doch nicht darum wer besser ist... Es soll jeder so viel gutes tun wie er kann. Freuen drab darf man sich natürlich. Aber es ist doch kein Wettbewerb...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pokefan 22.12.2016 16:46
    Highlight Highlight Mehr! Es braucht mehr solcher Menschen! Besonders in der jetzigen Zeit. Integration in der Schweiz funktioniert gut, siehe oben.
  • lilie 22.12.2016 16:08
    Highlight Highlight Ein wirklich tolles, mutiges Engagement! Habe bereits gespendet. Ich hoffe sehr, dass Elvira und Gino Ramadani weitermachen können!

    Gäbe es keine Möglichkeit, in diese Artikel und auch auf der Website direkte Möglichkeiten zum Spenden via SMS, Paypal etc. zu integrieren?

    Ich wette, dass so regelmässig genug Spenden zusammenkommen könnten, damit die beiden ihren wertvollen Beitrag weiterführen können!
  • Tom Garret 22.12.2016 15:31
    Highlight Highlight Wir haben letztes mal beim Geburi meines Sohnes dort gegessen. Habe die Gäste eingeladen und sie gebeten trotzdem das zu geben was sie möchten um die Sache zu unterstützen. Finde es Grossartig. Ich kann jedem in der Nähe ein Besuch empfehlen, die Preise sind mehr als Fair, das Essen okey und die Leute Herzlich. Schon kurz nach Eröffnung bekam man einfach einen Grappa nach dem Essen, oder Kaffee aufs Haus, echt super!
  • ThePower 22.12.2016 15:21
    Highlight Highlight Muss momentan selber ein bisschen rechnen, aber 10.- sind unterwegs😃Tolle Aktion, weiter so👍🏻
  • Posersalami 22.12.2016 14:31
    Highlight Highlight Cool, endlich eine Anschrift zur Unterstützung! Ein Hunni ist unterwegs zu euch.
  • Olf 22.12.2016 14:30
    Highlight Highlight Spenden? Pffffff..... Diese Menschen können arbeiten gehen und ihr Essen selber bezahlen.
    • DomiNope 22.12.2016 15:20
      Highlight Highlight Immer wieder schockierend zu sehen, dass es doch tatsächlich solche Menschen wie dich bei uns gibt...
    • mrgoku 22.12.2016 15:53
      Highlight Highlight ach du meine Güte.....
    • ElendesPack 22.12.2016 18:24
      Highlight Highlight Olf, das war jetzt ironisch, oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Radesch 22.12.2016 14:20
    Highlight Highlight Schön, dass solche Menschen noch nicht ausgestorben sind. Das beste für ihn und seine Familie :).
  • Sillum 22.12.2016 14:17
    Highlight Highlight In meiner Wohngemeinde gehen mehr als die Hälfte der Steuereinnahmen (Gemeindesteuer) zu Lasten der Sozialabgaben. Ergo zahle ich vermutlich mindestens sinngemäss ebenfalls manche Pizza an "Bedürftige". Schön blöd nur, weil sich kein Schein interessiert wieso manch einer überhaupt "Bedürftig" wurde oder sich so nennt.
    • Tsunami90 22.12.2016 14:27
      Highlight Highlight Mannche Menschen entscheiden sich, nur das schlechte in dieser Welt zu sehn. Schade!
    • SuicidalSheep 22.12.2016 14:32
      Highlight Highlight Immer wieder heisst es, man solle bedürftigen Schweizern statt Flüchtlingen helfen.

      Jetzt macht es dieses Ehepaar auf ihre Art und Weise und es ist auch nicht okay.

      Manchen Leuten kann mans echt nie recht machen...
    • Louie König 22.12.2016 14:38
      Highlight Highlight Wow, gratuliere. Du bist ein Samariter erster Güte. Deine Menschlichkeit ist bewundernswert und dein Sinn für Solidarität ebenfalls.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gringoooo 22.12.2016 14:09
    Highlight Highlight Ein wahrlich guter Mensch! Ich wünsche ihm nur das Beste!

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