Schweiz
Zürich

Zürcher Linke wollen im Seebecken Insel für Vögel aufschütten

Etwa so stellen wir uns diese Vogelinsel vor (rein fiktive Darstellung).
Etwa so stellen wir uns diese Vogelinsel vor (rein fiktive Darstellung).Bild: watson/imago

Zürcher Linke wollen im Seebecken Insel für Vögel aufschütten

13.02.2026, 15:4113.02.2026, 15:41

Die Flaniermeile am unteren Seebecken in Zürich soll künftig auch Wasservögeln gefallen: SP, Grüne und AL fordern in einem Vorstoss, dass eine künstliche Insel aufgeschüttet wird, um ihnen genügend Nistplätze zu bieten.

Für Zürich Tourismus ist die Seepromenade «Der beliebteste Spazierweg am Zürichsee». Für das Tiefbauamt, das auch für Umweltthemen zuständig ist, hingegen ein Ort «mit hohem Nutzungsdruck und grossen ökologischen Defiziten». Natürliche Vegetation fehle weitgehend.

SP, Grüne und AL fordern nun in einem Postulat, dass die Stadt an der Seepromenade den Lebensraum für Wasservögel verbessern soll. Diese seien wegen der Menschenmassen stark unter Druck. Abhilfe schaffen soll eine künstlich aufgeschüttete Insel im Seebecken.

Bildnummer: 58459966 Datum: 08.07.2012 Copyright: imago/imagebroker
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Die Seepromende am unteren Seebecken in Zürich ist schon heute bei Schwänen sehr beliebt.

Eine Insel für Enten und Schwäne

Dorthin sollen sich die Enten, Schwäne und Taucherli zurückziehen können. Auch als Nistplatz soll diese Insel dienen. Der Gemeinderat wird den Vorstoss in einer der kommenden Sitzungen debattieren. Sofern sich die Mehrheiten bei den bevorstehenden Wahlen vom 8. März nicht drastisch ändern, hat er gute Chancen, an den Stadtrat überwiesen zu werden.

Ein zürcher Schwan versucht sich vergeblich einen Nistplatz zu reservieren.
Ein zürcher Schwan versucht sich vergeblich einen Nistplatz zu reservieren.

Die Stadt plant ohnehin, das Seebecken umzugestalten – zumindest unter der Wasseroberfläche. Mit Aufschüttungen sollen Flachwasserbereiche entstehen. Dort erhalten Wasserpflanzen mehr Sonnenlicht, was neue Lebensräume entstehen lässt. Auch einzelne Uferbereiche sollen durch Abflachungen und Schilfpflanzungen renaturiert werden.

Aushub aus dem Stadelhofen-Tunnel

Der Stadtrat plant, diese Aufschüttungen über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren zu realisieren. Verwendet werden soll dafür das Aushubmaterial von SBB-Tunnelprojekten, etwa am Bahnhof Stadelhofen. Kosten dürfte das Projekt – noch ohne Vogel-Insel – 69 Millionen Franken. Das letzte Wort hat das Stadtzürcher Stimmvolk. Der Abstimmungstermin steht noch nicht fest.

Ganz freiwillig ist das Engagement der Stadt für die Unterwasserwelt am Seebecken nicht: Die Seeschüttungen sind eine ökologische Ersatzmassnahme. Ohne diese könnte der Kanton die Konzession für den Weiterbetrieb von Anlagen am Seeufer verweigern und sogar deren Rückbau fordern. Betroffen wären etwa die sechs städtischen Hafenanlagen, deren Konzession Ende 2026 ausläuft. Die neue Unterwasserwelt soll deren Neukonzessionierung sichern. (sda)

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