Schweiz
Zürich

«Drag-Lesungen» in Zürich finden nicht mehr statt

Sicherheit nicht mehr garantiert: Zürcher «Drag-Lesungen» finden nicht mehr statt

18.11.2024, 09:59

Brandy Butler, die Veranstalterin der Zürcher «Drag-Lesungen», wird vorerst keine Vorlesestunden für Kinder mehr durchführen. Der Anlass mit Drag-Queens und -Kings wurde von der rechtsextremen «Jungen Tat» gestört und von der SVP kritisiert.

epa10601278 A member of the collective LGBTI Citizen Council of Monterrey 'Cuenti Drag' participates in Children's Day celebrations by telling stories to chuildren, in the Antiguo neigh ...
Eine Drag-Lesung in Mexiko.Bild: EPA EFE

Butler sagte dem «Tages Anzeiger» vom Montag, dass sie die Sicherheit der Kinder nicht mehr habe garantieren können. Die Veranstaltungen seien stets ausgebucht gewesen. «Wir wollten den Kindern einen geschützten Raum bieten, um sich selber neu zu denken, frei von gesellschaftlichen Erwartungen», wird Butler zitiert.

Störaktion der «Jungen Tat»

Drei Jahre lang habe die Öffentlichkeit kaum Notiz von der Vorlesestunde genommen. Ein Artikel in der «Weltwoche» und eine Störaktion der «Jungen Tat» hätten alles verändert. Die städtische SVP forderte danach, dem Tanzhaus, in dem die «Drag Story Time» stattfand, die Subventionen zu kürzen. Erfolg hatte sie damit nicht.

Eine «Drag Story Time» in Oerlikon im Jahr 2023 musste wegen einer Gegendemonstration unter Polizeischutz durchgeführt werden. Ob Butler die «Drag Story Time», die sie im vergangenen Jahr aufgegeben hatte, wieder durchführen will, ist laut «Tages Anzeiger» offen. Wenn, dann nur, wenn sie keinen Polizeischutz brauche.

Von Stadt Zürich ausgezeichnet

Die Stadt Zürich zeichnete Veranstalterin Butler 2023 für «besondere kulturelle Verdienste» aus. Die Sängerin und Performancekünstlerin habe sich zu einer der wichtigsten Kulturvermittlerinnen und Aktivistinnen in Zürich entwickelt, teilte die Stadt damals mit. (dab/sda)

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99 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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eldorak
18.11.2024 10:19registriert April 2019
Wofür muss man da gegen Demonstrieren?
Für mich wär das jetzt auch nichts, aber Eltern können doch selbst entscheiden, wo sie ihre Kinder anmelden und wer ihnen vorlesen darf.
Oder muss man jetzt vor Kitas Demonstrieren gehen, weil man findet, die Eltern sollen die Kinder Betreuen?
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Menel
18.11.2024 11:57registriert Februar 2015
Aber dann wieder lautstark "Freiheit" schreien. Das sind alles Menschen, die mit Freiheit gar nicht klarkommen, sogar eine Heidenangst vor Freiheit haben.
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Unicron
18.11.2024 11:36registriert November 2016
Da haben wir es wieder, es sind die Rechten welche Cancelculture betreiben, und das schon seit jeher.
Ihnen haben die Veranstaltungen nicht gepasst, also haben sie ein Drama daraus gemacht bis sie nicht mehr durchgeführt werden konnten.

Bravo, toll gemacht, ihr grossen Krieger.
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