Schweiz
Zürich

Sechseläuten: Böögg-Verbrennung wegen starken Windböen abgesagt

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Ein historisches Bild: Der Böögg bleibt auch nach 18 Uhr unversehrt.Bild: keystone

Zürcher Böögg-Verbrennung abgesagt – er soll nun in Appenzell Ausserrhoden brennen

15.04.2024, 18:4016.04.2024, 02:47
Dario Bulleri
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Das Zürcher Sechseläuten findet dieses Jahr ohne seinen Höhepunkt statt – der Böögg kann nicht angezündet werden. Dies bestätigte Felix Boller, Präsident des Zentralkomitees der Zünfte Zürichs (ZZZ), kurz vor 18 Uhr gegenüber SRF. Grund dafür sind Windböen von mehr als 80 Kilometern pro Stunde. «Das ist total tragisch», so Boller, hält aber auch fest: «Die Sicherheit geht vor.» Es ist erst das zweite Mal in der langjährigen Geschichte des Sechseläuten, dass der Böögg die Feierlichkeiten überlebt. Einzig 1923 musste die Verbrennung ebenfalls abgesagt werden – damals wegen zu starken Regens.

Böögg-Verbrennung am Sechseläuten wird abgesagt

Video: watson

Dass das Anzünden des Bööggs nicht durchgeführt werden kann, ist für die Organisatoren keine Überraschung. Bereits am Sonntagabend gab es eine Windwarnung, die ein solches Szenario erahnen liess. Auch am Montag seien deshalb mögliche Alternativen besprochen worden, so Boller. «Wir haben geprüft, ob man den Böögg bewässern oder das Feuer weiter oben anzünden könnte», so Boller. «Aber all diese Varianten sind leider untauglich.»

Funkenflug zu riskant

Hauptsorge der Organisatoren waren die Funken, welche durch die Windböen ins Publikum hätten gelangen können. «Diese könnten die Leute im Gesicht oder an den Kleidern treffen und verletzen», sagt Boller. Durch den Funkenflug hätte es somit zu einer Massenpanik kommen können. «Wir konnten den Platz nicht mehr leeren», so Boller.

Teilnehmer kaempfen mit dem Wind am traditionellen Umzug der Zuenfte am Zuercher Sechselaeuten, aufgenommen am Montag, 15. April 2024, in Zuerich. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Zwei Zünftler unterwegs im Zürcher Wind.Bild: keystone

Dass es nun zu dieser Premiere kommen muss, sei den Organisatoren «sehr, sehr schwer gefallen», sagt Boller. Er versichert aber, dass der Rest des Fests normal ablaufen werde. So reiten die Pferde auch ohne Feuer um den Scheiterhaufen.

Verbrennung wohl im Gastkanton

Und was passiert nun mit dem Böögg? Dieser wurde am Abend abgebaut und zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich im Gastkanton Appenzell Ausserrhoden verbrannt. Landammann Yves Noël Balmer sagt gegenüber der NZZ, dies sei mehr oder weniger beschlossene Sache. Wann und wo genau die Verbrennung stattfindet, soll in den nächsten Tagen kommuniziert werden.

epa11280745 A fire brigade member carries a fire hose away in the front of the 'Boeoegg' figure on the Sechselaeuten square in Zurich, Switzerland, 15 April 2024. The Sechselaeuten, literall ...
Helfer räumen auf – der Böögg schaut zu.Bild: keystone

Ebenfalls noch nicht klar sind die kurzfristigen Pläne mit dem Böögg. Wie Victor Rosser, Kommunikationsbeauftragter des ZZZ, gegenüber dem «Tagesanzeiger» sagt, werden zwei Optionen geprüft: Entweder wird der Böögg noch am Montag abgebaut oder über Nacht bewacht und am Dienstag demontiert. (dab)

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158 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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insider
15.04.2024 16:32registriert Juni 2016
Der Typ trägt zu seinem Protest tatsächlich ON-Schuhe! :-))))
Ist das ein Teil seines Protest oder ein Versehen?
Auf jeden Fall bringen mich solche Details zum Lachen.
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pejot
15.04.2024 15:55registriert Juli 2018
Irgendwie lustig, dass eine Klimagruppe einen Umzug stört, der zu Fuss stattfindet, die Stadt weitestgehend für Motorfahrzeuge abriegelt und zuletzt Holz verbrennt, was ja weitestgehend CO2-neutral ist. Weiter so, das macht euch, liebe EndFossil, genau so beliebt wie die Strassenkleber :-)
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cucumberworld
15.04.2024 16:41registriert September 2019
Ziemlich peinlich, die haben wohl immer noch nicht verstanden, dass ihre Aktionen nur zu mehr Missgunst in der Gesellschaft führen.
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