Schweiz
Zürich

Raserdelikte sind im Kanton Zürich ein zunehmendes Problem

Raserdelikte sind im Kanton Zürich ein zunehmendes Problem

11.03.2026, 20:4711.03.2026, 20:47

Die Zürcher Strassen sind im vergangenen Jahr etwas sicherer geworden: Die Zahl der Verkehrsunfälle ist leicht zurückgegangen. Allerdings gab es auffallend viele Fälle von schweren Verkehrsdelikten mit tödlichen Folgen.

In der Stadt Zürich gab es im vergangenen Jahr 4714 Unfälle. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt der letzten fünf Jahre sind das 7,8 Prozent weniger. Erfreulich ist laut Kantonspolizei, dass in der Stadt Zürich trotz mehr Veloverkehrs die Velounfälle nicht zugenommen haben. Im Jahr 2025 ereigneten sich 510 solcher Unfälle. Auch die Zahl der verunfallten Kinder auf dem Schulweg sei gesunken, mit 16 Unfällen aber immer noch zu hoch.

23 Personen verloren vergangenes Jahr bei einem Verkehrsunfall ihr Leben, gleich viele wie im Jahr 2024.

Waghalsige Überholmanöver

Was der Kantonspolizei auffällt: Vergangenes Jahr gab es einen Anstieg der schweren Verkehrsdelikte, also wenn Lenker die Verkehrsregeln absichtlich missachten und einen Unfall mit Schwerverletzten und Toten in Kauf nehmen. 2025 wurden vier Personen bei solchen Verkehrsdelikten getötet, zwei weitere kamen wegen waghalsiger Überholmanöver ums Leben.

Meist handele es sich bei diesen sogenannten Verkehrsdelinquenten um junge Männer, sagte Thomas Iseli, Chef der Verkehrspolizei der Kantonspolizei Zürich. Diese überwiegend ausländischen Personen würden den Nervenkitzel suchen und häufig illegalerweise die Sicherheitssysteme des Fahrzeugs deaktivieren.

«Geleast, ausgeliehen oder gemietet»

«Die Fahrzeuge werden oftmals geleast, ausgeliehen, zur Verfügung gestellt oder gemietet und sind meist PS-stark und von den immer gleichen Marken», sagte Iseli weiter. Im Jahr 2024 kam es zu 142 Verurteilungen. Die Zahlen für 2025 sind noch nicht bekannt, dürften sich aber im gleichen Bereich bewegen.

Um das Problem zu bekämpfen und unbeteiligte Dritte zu schützen, hat der Kanton Zürich ein spezielles Programm. Die Unfallorte werden inspiziert und die Spuren gesichert. «Häufig kontrollieren wir Videokameras, falls vorhanden, werten die Fahrzeugsysteme aus oder befragen Beifahrer», erklärte Iseli. Nicht selten befänden sich auf den Handys der Mitfahrer Videos von Raserfahrten.

In Zürich häufen sich die E-Trotti-Unfälle

In der Stadt Zürich gab es im vergangenen Jahr 4714 Unfälle. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt der letzten fünf Jahre sind das 7,8 Prozent weniger. Erfreulich ist laut Kantonspolizei, dass in der Stadt Zürich trotz mehr Veloverkehrs die Velounfälle nicht zugenommen haben. Im Jahr 2025 ereigneten sich 510 solcher Unfälle. Auch die Zahl der verunfallten Kinder auf dem Schulweg sei gesunken, mit 16 Unfällen aber immer noch zu hoch.

Sorgen bereitet der Kantonspolizei jedoch die Zahl der Verunfallten auf E-Trottis. Die Zahl der Unfälle sei – entgegen den Erwartungen – im Vergleich zu den Vorjahren wieder angestiegen. 94 E-Trotti-Unfälle registrierte die Polizei. «Das ist ein Rückschlag», sagte Wernher Brucks, Leiter Verkehrssicherheit der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich. 60 Prozent der Unfälle seien auf Stürze von jungen Männern zurückzuführen, die nach dem Ausgang unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden hätten.

Generell ereigneten sich weniger Unfälle in der Stadt Zürich. Allerdings verbucht die Stadt 196 Schwerverletzte. Das ist die höchste Zahl seit 2018. Als Grund nannte Brucks, dass mehr Personen ungeschützt, also zu Fuss oder auf Zweirädern, unterwegs seien.

Weniger Schwerverletzte in Winterthur

In der Stadt Winterthur ereigneten sich im vergangenen Jahr 887 Unfälle. Das sind 163 weniger als im Jahresdurchschnitt der letzten fünf Jahre. «Besonders erfreulich ist auch, dass die Zahl der Schwerverletzten um 36 Prozent zurückgegangen ist», führte Christian Götz, Leiter Sicherheit und Verkehr der Stadtpolizei Winterthur, aus.

15 Personen wurden im letzten Jahr auf Stadtgebiet schwer verletzt. Das ist der tiefste Wert der vergangenen zehn Jahre. Hingegen ist die Zahl der Leichtverletzten mit 282 wieder etwas gestiegen. 2024 lag dieser bei 248 Personen. Zwei Unfälle, einer mit dem Auto und einer mit dem Velo, endeten für die Fahrer tödlich.

Raserfälle gab es in Winterthur im vergangenen Jahr sechs. Davon führten zwei zu Verkehrsunfällen. Auch in Winterthur würden diesbezüglich im nächsten Jahr wieder Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden, versicherte Götz. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sehr unterhaltsame Blitzer-Fotos, die Fragen aufwerfen
1 / 29
Sehr unterhaltsame Blitzer-Fotos, die Fragen aufwerfen

Shoutout an die Ente für die Rettung.

quelle: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kreisverkehr fahren können alle? Dann schau dir mal die Amis an
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
28 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hadock50
12.03.2026 06:31registriert Juli 2020
Konsequent büssen!

Busse abhängig machen vom Einkommen, Vermögen oder wie teuer das Auto ist...es muss weh tun.
Nur so lernen sie es.
Es sind KEINE Bagatellen, sondern riskieren Verletzte oder gar Tote!
284
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lou Disastro
11.03.2026 23:38registriert August 2020
Das ist schon krass. Kaum ist schönes Wetter, wimmelt es in Zürich von leistungsstarken Autos, höchstwahrscheinlich geleast, am Steuer junge Männer, aufgepumpte Muskulatur, wütender Blick. Sie lassen die Motoren aufheulen und die Reifen quietschen. So rasen sie durch Quartierstrassen an Kitas und Schulen vorbei. Die kommen von ausserhalb und spielen hier mit unserem Leben. Ich habe sehr gefährliche Szenen beobachtet und werde so lange rot und grün wählen, bis diese Stadt autofrei ist.
3314
Melden
Zum Kommentar
28
Manor in Winterthur wegen Brand in Tiefgarage evakuiert
Der Manor in Winterthur musste wegen eines Brandes in der Tiefgarage evakuiert werden. Die Stadtpolizei bestätigte einen Einsatz gegenüber dem «Blick».
Zur Story