Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zurich's players disappointed at the end of the sixth leg of the Playoffs quarterfinals game of National League A (NLA) Swiss Championship between Switzerland's HC Lugano and ZSC Lions, on Thursday, March 16, 2017, in the Resega Stadium in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Konsternierte ZSC Lions nach dem frühen Out gegen Lugano. Bild: TI-PRESS

Analyse

Die Statistik zeigt: Darum hatte Lugano den ZSC in den Playoffs plötzlich im Griff

Für das frühe Playoff-Out der ZSC Lions gegen Lugano gibt es am Tag danach bereits unzählige Erklärungsversuche. Die nackten Statistiken deuten aber hauptsächlich auf eine Sache als Grund für das Scheitern hin.



Danach wissen es immer alle besser. Egal ob Fan, Journalist oder sonstiger Experte: Alle glauben den Grund für das erneute Scheitern der ZSC Lions im Playoff-Viertelfinal zu wissen. Einige monieren, den Zürchern sei die eigene Arroganz zum Verhängnis geworden, andere finden, die Lions hätten das Sieger-Gen verloren. Und wiederum andere sehen den Ausfall von Robert Nilsson als Hauptgrund für das Out. 

An diesen Ansichten ist sicherlich einiges Wahres dran, belegen kann man sie aber nicht. Fest steht: In der Qualifikation bezwangen die Lions Lugano drei Mal deutlich und verloren ein Mal erst in der Verlängerung. In den Playoffs setzten sich dann die Luganesi mit 4:2-Siegen durch. Die Gründe dafür haben wir mittels Statistiken analysiert.

Qualifikation vs. Playoffs:

Bild

Die Spiele und Resultate der Qualifikation SIHF.ch

Bild

Die Spiele und Resultate der Playoffs sihf.ch

Der verletzungsbedingte Ausfall von Topskorer Robert Nilsson wog sehr schwer. In der Regular Season war er der einzige Zürcher, der mehr als eine Punkt pro Spiel erzielte (1.11 Punkte pro Spiel). Natürlich gibt es keine Garantie, dass er auch in den Playoffs wieder solche Werte erreicht hätte. Aber nur schon der Verlust dieses Potentials und seiner Kreativität war für die Lions kaum zu kompensieren. 

Zuerichs Topscorer Robert Nilsson liegt schmerzverzerrt auf dem Eis im ersten Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano am Samstag, 4. Maerz 2017, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Topskorer Nilsson verletzte sich nach einem Zusammenprall mit Luganos Julien Vauclair. Bild: KEYSTONE

Fast kein «Secondary Scoring»

Kam erschwerend hinzu, dass bei den Lions das «Secondary Scoring» fehlte. Die Leute aus den Top-Linien, namentlich Geering, Rundblad, Thoresen, Suter und Herzog erfüllten ihre Pflicht. Einzig Roman Wick hatte von den Top-Spielern einen statistischen Rückgang zu Verzeichnen (Von 0.90 Punkten pro Spiel in der Regular Season zu 0.50 Punkten pro Spiel).

Zurich's player Inti Pestoni during the preliminary round game of National League A (NLA) Swiss Championship 2016/17 between HC Lugano and ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, February 25, 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Inti Pestoni vermochte in seiner ersten Saison beim ZSC noch nicht zu überzeugen. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Von den hinteren Linien kam beim ZSC aber zu wenig. Spieler wie Inti Pestoni, Ronalds Kenins, Ryan Shannon oder Chris Baltisberger waren allesamt zu wenig effizient. Aus diesem Grund ging die Zahl erzielter Tore pro Spiel von 3,32 aus der Qualifikation auf 2,00 in den Playoffs zurück. 

Bei ungefähr gleich bleibender Anzahl erhaltener Tore pro Spiel, reicht das dann in der Endabrechnung nicht mehr. Dabei darf man aber auch den Verteidigern der Luganesi ein Kränzchen winden, denn sie haben den ZSC Lions das Leben in jedem Spiel sehr schwer gemacht. Auch beim HC Lugano ist ein Gefälle bei der Punkteverteilung auf die einzelnen Spieler zu sehen. Sie schafften es aber, die phasenweise durchzogenen Auftritte von Spielern wie Topskorer Linus Klasen, Gregory Hofmann oder Alessio Bertaggia zu kompensieren.

First und Secondary Scoring des ZSC in den Playoffs:

Bild

infogr.am, watson

Lugano blockt und blockt

Auf das Tor geschossen haben die Lions eigentlich genug. In jedem Playoffspiel gegen Lugano brachten sie mehr Schüsse zustande als der Gegner. Doch die Schusseffizienz der Lions brach regelrecht ein. Lag sie in den vier Qualispielen gegen Lugano noch bei sehr guten 11,74 Prozent, gingen in den Playoffs nur noch 6,3 Prozent aller Schüsse rein. Das hat einerseits mit einer starken Leistung von Elvis Merzlikins zu tun (Fanquote von 93,65 Prozent), andererseits auch mit der grossen Opferbereitschaft der Luganesi. Im Durchschnitt blockierten sie über 17 Schüsse pro Spiel. Meistens ein vielfaches mehr als die Zürcher.

Anzahl Blocks der beiden Teams pro Playoff-Spiel

Bild

infogr.am, watson

Der Ort der Schussabgabe hat sich im Vergleich zur Qualifikation kaum verändert. Über 96 Prozent der Schüsse der ZSC Lions, die den Weg auf das Tor fanden, gaben sie laut Statistik aus dem Slot ab. Der Wert ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Die Verantwortlichen scheinen fast jeden Schuss als Schuss im Slot zu erfassen. Anders sind Zahlen, die teilweise um 50 Prozent höher sind als in der NHL, nicht zu erklären. Die Statistik wird diese Saison in der Schweiz allerdings auch zum ersten Mal erfasst. 

 Zurich's player Fabrice Herzog, left, fights for the puck with Lugano’s goalkeeper Elvis Merzlikins, right, during the sixth leg of the Playoffs quarterfinals game of National League A (NLA) Swiss Championship between Switzerland's HC Lugano and ZSC Lions, on Thursday, March 16, 2017, in the Resega Stadium in Lugano.  (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Merzlikins lief gegen die Lions zur Höchstform auf. Bild: TI-PRESS

Zu behaupten, die ZSC Lions hätten einfach Pech gehabt, entspricht nur teilweise der Wahrheit. PDO (benannt nach dem Nutzernamen eines Hockeyblog-Users, der als erstes den Nutzen dieser Statistik erkannt hat) ist ein statistischer Wert, bei dem die Trefferquote der Feldspieler zur Fangquote der Torhüter addiert. Über eine ganze Saison hin pendelt sich der Wert normalerweise bei rund 100 Prozent ein. Ein PDO unter diesem Wert bedeutet, dass ein Team derzeit kein Glück hat.

Der ZSC kam in den Playoffs auf einen PDO-Wert von knapp über 96 Prozent. Vom Pech verfolgt, waren die Zürcher indes nicht. Mit 0.5 Treffern an die Torumrandung pro Spiel, hatten sie den zweittiefsten Wert in dieser Statistik. Man könnte höchstens behaupten, sie hatten Pech, dass Merzlikins regelmässig derart zu Höchstform auflief und dass die Lugano-Spieler mit ihren Blocks so erfolgreich waren.

Umfrage

Nach dem Out des ZSC: Wer wird Schweizer Meister?

  • Abstimmen

1,857

  • SC Bern35%
  • EV Zug16%
  • HC Davos25%
  • HC Lugano22%

Deshalb geht es jetzt halt bereits allzu früh in die Ferien, wo die ZSC-Spieler das frühe Aus in Ruhe verdauen können. Sobald im Sommer dann wieder das Training auf dem Eis beginnt, sollten die Lions dringendst an ihrer Effizienz feilen.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

Eishockey-Quiz

Du darfst auch so jubeln – wenn du das Topskorer-Quiz bestehst

Link zum Artikel

Wir haben Schweizer Eishockey-Grössen etwas umgestylt – erkennst du sie trotzdem?

Link zum Artikel

Zum Saisonstart: Wie viel Prozent Eishockey steckt wirklich in dir? Stelle dich unserem knallharten Psychotest

Link zum Artikel

Wenn du diese Hockey-Slang-Begriffe nicht kennst, musst du heute für Schweden sein

Link zum Artikel

Bist du bereit für die Playoffs? Dann musst du die Hockey-Spieler auch als Emojis kennen

Link zum Artikel

Erkennst du diese NHL-Stars anhand ihrer Kinderfotos?

Link zum Artikel

Kennst du dich aus in Hockey-Nordamerika oder suchst du Roman Josi in Näschwil?

Link zum Artikel

Erkennst du diese Hockeyaner nur anhand ihres Karriereverlaufs? – Teil 2

Link zum Artikel

Wenn du von einem Hockeyaner nur den Karriereverlauf siehst: Weisst du, wen wir suchen?

Link zum Artikel

Hockey-Stars ohne Helm: Kennst du die Schweizer NHL-Spieler auch abseits des Eisfelds?

Link zum Artikel

Finde es ein für alle Mal heraus: Wie viel Eismeister steckt in dir?

Link zum Artikel

Kopf oder Zahl? Das 50:50-Quiz zum Schweizer Eishockey Cup 

Link zum Artikel

Kennst du die kuriosen Namen der AHL-Teams? Wenn nicht, musst du ab ins Farmteam!

Link zum Artikel

Erkennst du die NLA-Spieler auch ohne Helm?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jekyll & Hyde 17.03.2017 14:25
    Highlight Highlight Meiner Meinung liegt es eher am HC Lugano der in der Regular Season klar unter wert gespielt hat. Dazu kommt das man überall lesen konnte der ZSC ist klar Favorit. Wenn du das dauernd zu hören bekommst, glaubst du das irgendwann wirklich....und dann spielt dein Gegner plötzlich viel agressiver und Leidenschaftlicher als du das erwartet hast, und schon bist du im Nachteil. Und Plötzlich gehen deine Schüsse nicht mehr ins Tor. Voilà und schon bist du raus
  • EnnoConda 17.03.2017 12:54
    Highlight Highlight Bei 4 Spielen auf die Torstatistik zu gehen...nicht gut. Viele blockierte Schüsse könnten ja auch ein Anzeichen sein, für allgemein viele Schüsse aufs Tor. Da würde ein Prozentsatz (wenn schon) mehr bringen. Was wir in der NLA endlich brauchen sind die Schüsse bei 5on5 und wenn möglich für jeden Schuss noch einen Zeitstempel...
  • Mike Schüpbach 17.03.2017 12:48
    Highlight Highlight Seger und Wick sassen heute Morgen sichtlich verkatert in einer
    Cafeteria am Limmatplatz
    • Altorez 17.03.2017 13:33
      Highlight Highlight Das kann ich mir ehrlich gesagt sehr gut vorstellen ....

Hersteller von Hockey-Ausrüstung produziert jetzt Schutzmaterial für Mediziner

Auch Kanada kämpft an allen Fronten gegen die Coronavirus-Pandemie. Der Nationalsport Eishockey ruht im ganzen Land und sorgt dennoch für Schlagzeilen. Denn «Bauer», eigentlich ein bekannter Hersteller von Hockey-Ausrüstung wie Schlittschuhen, Helmen oder Handschuhen, hat angekündigt, nun neuerdings Gesichtsschütze für Mediziner herzustellen.

«Schutzausrüstung, die es erlaubt, dass Menschen alles für ihr Team geben, ist unser Hintergrund. Im Moment sind wir alle im gleichen Team», schreibt …

Artikel lesen
Link zum Artikel