Den Piz Bernina im Engadin und Schreckhorn, Lauteraarhorn plus Mönch im Berner Oberland. Ueli Steck und Michael Wohlleben haben die ersten vier Gipfel ihres «82 Summits»-Projekts geschafft. Noch bleiben für die restlichen 78 Viertausender der Alpen rund 70 Tage. Allerdings ist das Wetter aktuell instabil. Warten ist angesagt.
Die beiden Bergsteiger haben ihr Lager in der Mönchsjochhütte (3650 Meter über Meer) aufgeschlagen, der höchsten bewarteten Hütte auf Schweizer Boden. Der gestrige Versuch, die Jungfrau zu besteigen, scheiterte hundert Meter vor dem Gipfel. Wegen starken Nebels war die Sicht so schlecht, dass Steck und Wohlleben vorzeitig in die Hütte zurückkehren mussten.
Watson erreicht Ueli Steck, als er sich für besseren Handyempfang auf dem Jungfraujoch aufhält.
Herr Steck, ist das Besteigen der Jungfrau in diesen Tagen realistisch?
Ueli Steck: Heute Freitag sicher nicht, heute können wir die Jungfrau vergessen. Selbst wenn es etwas aufreissen würde, das Wetter ist insgesamt zu instabil. Auch für die nächsten Tage sieht es nicht so gut aus.
Was macht Ihnen am meisten zu schaffen?
Sicherlich die Sicht, die momentan nicht gut ist. Dazu hat es viel geschneit, die Lawinengefahr ist gross, gepaart mit dem vielen Nebel ist eine Besteigung der Jungfrau vorerst nicht möglich. Dazu windet es auf dem Gipfel phasenweise mit 50 bis 60 km/h, was uns die ganze Sache auch nicht einfacher macht.
Bis jetzt haben sie drei der neun Viertausender in den Berner Alpen bestiegen, wie fahren Sie weiter?
Wir haben keine fixe Reihenfolge. Es ist aber so, dass das Schreckhorn und das Lauteraarhorn die anspruchsvollsten Berge sind. Die restlichen Gipfel, die nun auf uns warten, sind viel einfacher. Wir fahren nach der Jungfrau wohl mit dem Fiescherhorn weiter. Dort läuft man über einen Grat und es besteht keine Gefahr, ein Schneebrett zu berühren.
Wie viele Tage haben Sie für die restlichen Gipfel im Berner Oberland budgetiert?
Nun, das sind noch sechs Gipfel und diese sind je nach Wetterlage in 20 bis 24 Stunden zu besteigen.
Wird Ihnen und Michael Wohlleben in der freien Zeit nicht langweilig?
Wir haben ja gestern 4400 Höhenmeter gemacht, da schadet ein Tag Pause nichts. Ansonsten checken wir regelmässig das Wetter, spannen aus und trinken Tee (lacht).