Silber für die Schweiz! Sensationelle Fähndrich sichert im Teamsprint Medaille
Nadine Fähndrich und Nadja Kälin holen im Teamsprint im Langlauf Silber für die Schweiz! Nach den 9 km in der Skating-Technik, bei der beide Fahrerinnen je drei Runden absolvierten, waren nur die Schwedinnen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist schneller.
Mit einer grandiosen Aufholjagd arbeitete sich Fähndrich im Val di Fiemme in der letzten Runde vom fünften auf den zweiten Platz vor. Auch Kälin zeigte eine gute Leistung und hielt das Schweizer Duo stets im Kampf um die Medaillen. Bis zum letzten Wechsel blieben Fähndrich und Kälin in Lauerstellung, Letztere übergab beim letzten Wechsel dann mit nur wenigen Zehntelsekunden Rückstand auf die Drittplatzierten Amerikanerinnen.
Fähndrich setzte sich aber sofort von der US-Amerikanerin Julia Kern, die ein Duo mit Jessie Diggins bildete, ab und holte auch die Finnin Jasmin Kahara schnell ein. Diese wurde bis zum Ende bis auf Platz 9 durchgereicht. Die 30-jährige Fähndrich kam auch der schwedischen Schlussläuferin Maja Dahlqvist in grossen Schritten näher – am Ende konnte sie die Partnerin von Jonna Sundling aber nicht mehr einholen. 1,5 Sekunden fehlten der Schweiz zu Gold. Bronze ging an das deutsche Duo Laura Gimmler und Coletta Rydzek.
«Es ist unglaublich, dass wir das erleben und die Silbermedaillen mitnehmen dürfen», sagte Nadine Fähndrich danach beim SRF. Nadja Kälin schwärmte: «Ich wusste, ich muss einfach so lange dranbleiben wie möglich, weil Nadine eine super Schlussrunde hat. Es war wirklich wunderbar, im Ziel auf sie zu warten.»
Besonders für Fähndrich war es nach der bitteren Enttäuschung im Einzelsprint mit dem Aus in den Viertelfinals eine grosse Genugtuung. Noch dazu in ihrem letzten Rennen bei Olympischen Spielen. «Es waren zuletzt keine einfachen Tage für mich», sagte sie nach dem grossen Erfolg, «deshalb ist es umso schöner, dass es im letzten Olympia-Rennen mit der Medaille geklappt hat.»
Für Fähndrich ist es die dritte Teamsprint-Medaille an einem Grossanlass: 2021 holte sie WM-Silber mit Laurien van der Graaff, 2025 dann WM-Bronze mit Anja Weber. Nun sicherte sie den Schweizer Langlauf-Frauen erst die zweite olympische Medaille nach Staffel-Bronze in Salt Lake City vor 24 Jahren.
Unruhe vor dem Wettbewerb
Vor dem Wettbewerb am heutigen Mittwoch gab es Unruhe, weil Kälin anstelle von Anja Weber für den Teamsprint nominiert wurde. Weber hatte im Vorjahr gemeinsam mit Fähndrich WM-Bronze gewonnen. Dass die 24-Jährige nun durch ihre gleichaltrige Teamkollegin ersetzt wurde, sorgte bei ihr für Unverständnis. «Überzeugende und transparente Argumente wurden mir nicht genannt», schrieb Weber auf Instagram und führte aus: «Die Art und Weise, wie der gesamte Prozess abgewickelt wurde, war weder fair noch akzeptabel.»
Weber hatte extra für den Teamsprint auf das Rennen über 10 Kilometer verzichtet. «Ich habe immer das Team an erste Stelle gesetzt, auch wenn das bedeutete, dass ich mich aus einem Einzelrennen zurückziehen musste, obwohl ich während der gesamten Saison die stärkste Schweizer Athletin war», lamentierte sie. Nach dem Ergebnis des Teamsprints und der Leistung von Kälin dürften sich die Verantwortlichen bestätigt fühlen.
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