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Bundesliga: Leverkusens Amiri rassistisch beleidigt?

epa08940394 Nadiem Amiri (2 R) of Bayer 04 Leverkusen is challenged by Grischa Promel of 1. FC Union Berlin during the German Bundesliga soccer match between 1. FC Union Berlin and Bayer 04 Leverkusen ...
Amiri wurde offenbar Ziel von rassistischen Angriffen.Bild: keystone

Leverkusens Amiri rassistisch beleidigt? Schwere Vorwürfe gegen Union Berlin

Der Sieg der Berliner gegen die Werkself könnte von einem handfesten Skandal überschattet werden. Denn ein Nationalspieler macht den «Eisernen» nach dem Spiel schwere Vorwürfe.
16.01.2021, 09:1416.01.2021, 09:33
David Digili / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der 1:0-Sieg von Union Berlin gegen Bayer Leverkusen wird von einem Rassismus-Skandal überschattet. Nach der Partie erklärte Bayer-Verteidiger Jonathan Tah bei «DAZN», sein Teamkollege und Mit-Nationalspieler Nadiem Amiri sei Opfer einer fremdenfeindlichen Beleidigung geworden. «Was ich sehr bitter finde, ist, was mit Nadiem Amiri vorgekommen ist, wo anscheinend seine Herkunft und die seiner Eltern beleidigt wurden.» Auf Reporter-Nachfrage erklärte der Abwehrspieler genauer, was passiert war: «Es gab Diskussionen, und dann ist irgendwann der Begriff 'scheiss Afghane' gefallen. Egal, wie emotional die Situation ist, so etwas geht einfach nicht.»

Tatsächlich gab es direkt nach Abpfiff Diskussionen auf dem Platz, ein sichtlich wütender Amiri konnte von Mitspielern und auch Union-Trainer Urs Fischer kaum beruhigt werden. Bayer-Mittelfeldspieler Kerem Demirbay bestätigte bei «DAZN»: «Ich habe etwas mitbekommen, möchte mich aber nicht weiter dazu äussern.» Fischer sagte auf der Pressekonferenz nach der Partie, er habe nur durch "Hörensagen" etwas von der Beleidung mitbekommen. Er habe dabei gehört, dass Wörter auf beiden Seiten gefallen seien, «die nichts auf dem Fussballplatz verloren haben». Wenn Amiri beleidigt worden sei, entschuldige er sich dafür.

«Ich hoffe, dass das Konsequenzen hat»

Zuvor hatte Tah schon Folgen gefordert: Die Beleidigung sei «das Bitterste am ganzen Abend» gewesen. «Das gehört nicht auf den Fussballplatz, da ist auch egal, wie das Spiel ausgeht. Ich hoffe, dass das Konsequenzen hat.»

Amiris Eltern waren in den 80er Jahren aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet, der Mittelfeldspieler ist in Ludwigshafen am Rhein geboren, durchlief alle deutschen Jugendnationalmannschaften, wurde mit der U21 des DFB 2017 Europameister. Im Oktober 2019 debütierte der heute 24-Jährige auch in der A-Nationalmannschaft, absolvierte bisher fünf Länderspiele.

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