Sport
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epa06025868 (FILE) Real Madrid's Portuguese striker Cristiano Ronaldo gestures during the opening of the first of four hotels following an agreement between Ronaldo and the Pestana Hotel Group in Funchal, Portugal, 22 July 2016 (reissued 13 June 2017). The Spanish General Attorney announced on 13 June 2017 a formal complaint against Cristiano Ronaldo accusing him of 'consciously' creating a corporate structure for a tax fraud of 14.7 million euros, media reports claimed.  EPA/GREGORIO CUNHA *** Local Caption *** 52906808

Nicht nur ein prominenter Fussballer steht am 31. Juli vor Gericht sondern das gesamte System Ronaldo/Mendes. Bild: EPA/LUSA

«Kampf gegen Hydra» – nicht nur CR7, sondern ein ganzes System steht am Montag vor Gericht



Ein Unternehmen in Irland, eine Briefkastenfirma in der Karibik, ein Konto in der Schweiz: Durch dieses Geflecht hat der bestbezahlte Fussballer der Welt jahrelang Millionen an Werbeeinnahmen geschleust. Am Montag wird Cristiano Ronaldo deshalb in Madrid von einer Ermittlungsrichterin angehört. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Real-Superstar Steuerhinterziehung von rund 14.7 Millionen Euro vor.

Ronaldo selbst bestreitet das. Er liess über seine Anwälte erklären, ein legales Konstrukt unterhalten, zumindest aber nicht absichtlich Steuern hinterzogen zu haben. Nach dieser Anhörung am Montag wird sich entscheiden, ob dem 32-Jährigen der Prozess gemacht wird, oder ob er noch einmal aus dieser Sache herauskommt – sei es durch einen Deal mit den Behörden oder durch die Einstellung der Ermittlungen.

Ronaldos Popularität ist ungebrochen.

So oder so handelt es sich dabei aber nicht bloss um einen «Fall Ronaldo». Seine Steueraffäre legt den Blick frei auf die gigantischen Millionenbeträge, die im Fussball fliessen, auf die Gier der Protagonisten, auf den gefährlichen Einfluss seines Berater Jorge Mendes. All das wird von der Internetseite «Football Leaks» sowie dem Magazin «Der Spiegel» seit Monaten enthüllt und in dem Buch «Football Leaks. Die schmutzigen Geschäfte im Profifussball» beschrieben.

Am 27. Juni sagte bereits Mendes vor Gericht in Madrid aus. Er arbeitet mit Ronaldo zusammen, seit dieser 16 Jahre alt ist. Sinngemäss erzählte Mendes der Richterin: Er handle mit den Vereinen nur die Löhne seiner Spieler aus. Für eine steuerliche Beratung oder die Gründung anderer Unternehmen habe er keine Zeit.

Fakt ist jedoch: Wer mit Ronaldo werben will, wer sein Gesicht für eine PR-Kampagne oder nur für die kleinen, berühmten Stickerbilder der Fussballstars verwenden will, musste die entsprechenden Verträge bis 2014 mit einer Firma in Irland abschliessen. Mehrheitsaktionär dieser Firma: Jorge Mendes. Geschäftsführer: Mendes' Neffe.

Die Firma in Irland behielt nach Abschluss jedes Vertrages aber nur eine Provision für sich ein und leitete das Geld auf die Britischen Jungferninseln weiter. Dort sass eine Briefkastenfirma, die ein Konto in der Schweiz besass und an die Ronaldo bis 2014 seine Bild- und Werberechte abtrat. Mehr als 70 Millionen Euro flossen auf diesem Weg zwischen 2009 und 2014 in die Karibik. Der Unternehmenssteuersatz auf den Britischen Jungferninseln liegt bei null Prozent.

Für Zwischendurch: Super-Transfers, die nie zustande kamen

«Es ist doch wirklich nicht nötig, Steuern zu hinterziehen, wenn man so viel Geld verdient», sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin dem «Spiegel». Der internationale Druck auf solche Steueroasen nimmt zwar zu. Trotzdem meint auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble: «Das ist ein Kampf gegen Hydra.»

Das System Mendes

Denn auch die «Football Leaks»-Enthüllungen zeigen: Hinter dem Modell Ronaldo steckt System. Im Juni erstattete die Staatsanwaltschaft in Madrid auch Anzeige wegen Steuerhinterziehung gegen den Startrainer José Mourinho. Sein Konstrukt: Eine Offshore-Firma in der Karibik. Sein Berater: Jorge Mendes. Kurz danach erschien auch der Stürmer Radamel Falcao vor Gericht und zahlte an den spanischen Fiskus mehr als acht Millionen Euro nach. Sein Berater: ebenfalls Jorge Mendes.

epa04601434 Portuguese soccer agent Jorge Mendes (C) talks to the press during the presentation of the book 'Jorge Mendes, The Special Agent' by Spanish journalists Miguel Cuesta and Jonathan Sanchez, in Lisbon, Spain, 02 February 2015.  EPA/MANUEL DE ALMEIDA

Jorge Mendes gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im Fussball-Business. Bild: EPA/LUSA

Die Ermittlungen gegen James Rodriguez laufen in Spanien derzeit noch. Der Klient von Mendes hat gerade erst von Real Madrid zu Bayern München gewechselt. Doch es gibt auch noch Pepe, Fabio Coentrão oder Angel di Maria: Sie alle spielten für Real Madrid, sie alle unterhielten eine Briefkastenfirma in der Karibik, sie alle zahlten Millionenbeträge an den Staat zurück und sie alle werden beraten von: Jorge Mendes. «Er ist der Mann, der Spieler schwindelerregend reich macht. Aber bei dem sie auch zu Zockern werden», schrieb der «Spiegel» über ihn.

Berührungsängste mit dem früheren Video-Verleiher und Nachtklub-Betreiber hat im europäischen Fussball niemand. Im Gegenteil: Mendes vermittelte zuletzt Rodriguez und Renato Sanches an die Bayern, Di Maria an Paris Saint-Germain, Nelson Semedo an den FC Barcelona, André Silva an Milan, Ederson und Bernardo Silva an Manchester City, Pepe an Besiktas Istanbul.

Ganze Klubs als Rundum-Paket

Laut «Football Leaks»-Enthüllungen dirigieren Mendes und der frühere Manchester-United-Direktor Peter Kenyon einen Fonds, der über Jahre an den Transferrechten von Fussball-Profis beteiligt war und besonders an den lukrativen Spielerverkäufen von Atletico Madrid partizipierte. 2014 und 2016 hiess das Champions-League-Finale Real gegen Atletico. Einige wichtige Real-Spieler beriet Mendes direkt, an einigen von Atletico verdiente er. So viel zu seinem Einfluss.

Das neueste Modell des 51-jährigen Portugiesen und seiner Beraterfirma «Gestifute» ist eine Art Rundum-Paket, bei dem Geschäftspartner oder Freunde von Mendes ganze Klubs aufkaufen und dann aus dem Portfolio des Agenten mit Spielern und Trainern versorgt werden. So passiert mit dem ruhmreichen Valencia in Spanien oder den Wolverhampton Wanderers in der zweiten englischen Liga.

Nicht nur Ruben Neves: Bereits fünf seiner Spieler hat Jorge Mendes in Wolverhampton «parkiert».

Ronaldo und Mendes haben in den vergangenen Wochen viel versucht, um in ihrer Steueraffäre aus der Defensive zu kommen. Mal gaben sie sich demonstrativ gelassen, mal drohten sie mit Ronaldos Weggang von Real Madrid. Am Montag steht aber nicht nur ein prominenter Fussballer vor einer Richterin, sondern das gesamte System Ronaldo/Mendes auf dem Spiel. Im Fall eines Prozesses droht «CR7» eine Haftstrafe und dem gesamten Fussball ein riesiges Imageproblem: Denn schon 2016 wurde mit Lionel Messi ein Superstar wegen Steuerhinterziehung verurteilt. (pre/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kastigator 31.07.2017 09:34
    Highlight Highlight "Er arbeitet mit Ronaldo zusammen, seit dieser 16 Jahre alt ist." Und wie lang ist Ronaldo nun schon 16? Oder vielleicht wolltet ihr ja eigentlich die Zeitenfolge einhalten und korrekt "war" setzen, aber die Tastatur war (in eurer Diktion: ist) grad kaputt?
  • Ruffy 30.07.2017 14:54
    Highlight Highlight Hey Gewinne über Briefkastenfirmen Nach Irland zu leiten ist doch ganz normal, machen Apple, Starbucks uvm. auch so. Offensichtlich ist diese Möglichkeit von der EU gewollt, sonnst könnte man sie ja abschaffen..
  • Linus Luchs 30.07.2017 08:28
    Highlight Highlight Mendes ist ein besonders einflussreicher Fall, aber das System, das er anwendet, ist lange nicht nur seins. Viele andere Berater tun genau das gleiche. Der Clubfussball auf oberem Champions League-Niveau ist total verseucht.
  • Staatsgebeutelter 30.07.2017 06:56
    Highlight Highlight Der Staat soll halt die Steuern abschaffen dann ist das Problem gelöst. Es gäbe ja genug Möglichkeiten etwas über eine Dienstleistung oder ein Produkt zu finanzieren aber eben es ist wie immer, Probleme habe ihre Wurzeln im System, im Staat der die Regeln macht, nicht nur Kriege wären vermeidbar, das meiste andere negative auch.
    • gnp286 30.07.2017 08:32
      Highlight Highlight Okay... Dienstleistung: Reisepass kostet 5000 Franken. Vigniette (natürlich für alle Strassen Pflicht, nicht nur Autobahnen!) kostet 8000 Franken, dass es Kostendeckend wird und alles was nicht verrechnet werden kann wird eh abgeschafft. Moll, supi Plan. Selten sowas dämliches gehört. Der ach so pöhse Staat das sind wir. Du und ich und 8 Millionen andere Leute.
    • Mia_san_mia 30.07.2017 08:47
      Highlight Highlight Was träumst Du in der Nacht?
  • Therealmonti 30.07.2017 04:23
    Highlight Highlight Profi-Fussball ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft: Gier, Gier, Gier!
    • pamayer 30.07.2017 10:49
      Highlight Highlight Genau.
      Und was sind die Berichte über die Fussballerbräute? Playboy und Penthouse Phantasien...
  • dä dingsbums 30.07.2017 01:26
    Highlight Highlight Ein kleiner, positiver Nebeneffekt der Finanzkrise in Spanien. Nicht einmal der heilige Fussball ist mehr vor dem Steueramt sicher.

    Writer so.
  • welefant 29.07.2017 23:34
    Highlight Highlight der schmiert sie mit ein paar millionen und alles ist gut. kein spanisches gericht haut cr7 für so etwas in den knast.
    Aus gründen
  • Stromer5 29.07.2017 23:21
    Highlight Highlight Bin ich froh, dass mich Fussball nicht interessiert und dieses Drecksgeschäft noch nie mit einem T-Shirt-Kauf unterstützt habe...
    • gnp286 30.07.2017 08:36
      Highlight Highlight Aber wirklich. T-Shirts in Bangladesch für 2 Franken herstellen lassen und dann hier für 80 verticken. Sauberes gewinnbringendes Geschäft. Niiicht.

      Achja von Kindern für Kinder gemacht. Ist doch auch schön. Ziemliches Drecksgeschäft...
  • seventhinkingsteps 29.07.2017 22:40
    Highlight Highlight Wahrscheinlich würden ihm seine Fans noch nachlaufen wenn er jemand auf offener Strasse umbringen würde.

    Erinnert mich an einen anderen Typen...
    • welefant 29.07.2017 23:32
      Highlight Highlight Gilbert Gress?
    • Mia_san_mia 30.07.2017 08:47
      Highlight Highlight Andy Egli?
    • N. Y. P. D. 30.07.2017 10:24
      Highlight Highlight Christoph Darbelley ?
    Weitere Antworten anzeigen
  • äti 29.07.2017 22:18
    Highlight Highlight RB macht doch genau dasselbe und nicht bloss im Fussball.
    • gnp286 30.07.2017 08:36
      Highlight Highlight Ich nicht aber er auch!
  • N. Y. P. D. 29.07.2017 21:49
    Highlight Highlight ALLE machen mit, alle Profis der reichen Clubs.
    Und Messi ist ein ganz besonderes Exemplar. Der hat sogar die Frechheit, Kohle aus Benefizspielen einzubehalten.
    Desweitern explodieren Löhne und Transfersummen. Fernsehrechte kosten Milliarden.
    Dirigiert wird das alles durch die FIFA mit dem ehrenwerten G. Infantino, der seinerseits alle rausgeschmissen hat, die den Sauladen aufräumen wollten.

    Äh, ansonsten läuft es aber rund im Fussball.
    • EvilBetty 30.07.2017 08:36
      Highlight Highlight ... die Leute gehen ja nach wie vor in die Stadien, bezahlen horrende PayTV Preise um die 24. Kreisliga aus Mikronesien zu sehen... lassen sich melken wie die Kühe... Stamm sollte mal ne SektenKolumne über Fussballfans schreiben.
  • pamayer 29.07.2017 21:12
    Highlight Highlight Die selben gierige Säcke wie die Topkader Leute.
    Die kleinen Dagoberts haben nie genug.

    Die Folge davon: vor allem ärmere Staaten reichen die Steuereinnahmen nicht für die soziale Wohlfahrt in ihrem Land aufzubauen bzw zu unterhalten.

    Das betrifft zynischerweise tausende von Hinterhof-Rinaldos ohne Chance auf eine gute Ausbildung, Krankenversicherung, Altersvorsorge etc.
  • derEchteElch 29.07.2017 21:06
    Highlight Highlight Kampf gegen Hydra! Lang lebe SHIELD.. 😁

    Ernsthaft, ich würde eine Verurteilung begrüssen. Das wäre ein Signal an all seine Freunde. Wir Normalbürger haben ein, zwei, höchstens drei Konten und zahlen unsere Steuern, legen bei der Steuererklärung alles offen. Das sollen auch sie, die Stars & Sternchen der Fussballwelt und Promis.

    Und ja, ich mag CR7 überhaupt nicht.
  • D. Saat 29.07.2017 20:56
    Highlight Highlight 🤢

Toni Kroos macht sich (unfreiwillig) auf Instagram über Ronaldo lustig

Wer zu Klaas Heufer-Umlauf in die Sendung geht, der muss mit allem rechnen. Das weiss man als Promi eigentlich – und Toni Kroos hat es am Montagabend zu spüren bekommen. Bei «Late Night Berlin» musste er zeigen, dass er mehr sein kann als nur der sympathische (und verdammt gut verdienende) Profi-Fussballer von nebenan.

Klaas wies Kroos an, auf Instagram zu pöbeln. Die Aufgabe: Accounts von Promis besuchen, sich ein Bild raussuchen und darunter was Doofes kommentieren.

Wer die Sendung gesehen hat, …

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