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Lüthi will diese Saison voll angreifen.Bild: EPA/KEYSTONE
Moto2-Auftakt

Nach neun Jahren visiert Tom Lüthi seinen zweiten WM-Titel an

Am Sonntag beginnt mit dem Grand Prix von Katar in Losail die Motorrad-Saison 2014. Für den erfolgreichsten Schweizer Piloten Tom Lüthi ist der Titel einmal mehr zum Greifen nah - diesmal soll es endlich wieder klappen.
18.03.2014, 18:41

2002 startete der damals noch nicht 16-jährige Emmentaler seine Karriere mit einem 26. Rang beim GP von Deutschland. In den folgenden 179 WM-Rennen schauten immerhin 33 Podestplätze, davon sieben Siege heraus. Die Krönung: Der WM-Titel 2005 in der 125er-Kategorie und die anschliessende Wahl zum «Sportler des Jahres» (vor Roger Federer).

Neben dem grossen Roger Federer wirkte der aufstrebende Tom Lüthi bei der Wahl des «Sportler des Jahres» fast ein wenig verlegen.
Neben dem grossen Roger Federer wirkte der aufstrebende Tom Lüthi bei der Wahl des «Sportler des Jahres» fast ein wenig verlegen.Bild: PHOTOPRESS

Seither rast der heute 27-Jährige dem Erfolg hinterher, obwohl er in jeder Saison immer zum engsten Kreis der Favoriten gehört hatte. Doch es reichte in den letzten acht Jahren kein einziges Mal mehr aufs WM-Podest: Zwei 4. Gesamtränge in der Moto2 (2010 und 2012) waren die zu magere Ausbeute. Er selber und auch sein Entdecker, Förderer, Manager und Freund Daniel M. Epp wissen nur zu genau: Wenn es 2014 mit dem Titel nicht klappt, dann ist das grosse Ziel, der Aufstieg in die Königsklasse MotoGP, in noch weitere Ferne gerückt.

Moto2-Kalender
23. März: Katar
13. April: Amerika
27. April: Argentinien
4. Mai: Spanien
18. Mai: Frankreich
1. Juni: Italien
15. Juni: Katalonien
28. Juni: Holland
13. Juli: Deutschland
10. August: Indianapolis
17. August: Tschechien
31. August: England
14. September: San Marino
28. September: Aragonien
12. Oktober: Japan
19. Oktober: Australien
26. Oktober: Malaysia
9. November: Europa

«Die letzte Saison ist mir noch etwas schuldig»

Die Vorbereitungen auf die neue Saison verliefen so problemlos wie fast noch nie. Das war vor einem Jahr ganz anders. Tom Lüthi war am 14. Februar 2013 bei den Testfahrten in Valencia vom Thailänder Ratthapark Wilairot abgeschossen worden und hatte wegen eines zertrümmerten Ellbogens sowie gebrochener Schulter den Saisonstart verpasst. Dass danach trotz Schmerzen und fehlender Kraft noch sechs Podestplätze und WM-Rang 6 herausschauten, spricht für den Kämpfer Lüthi. «Ja, die letzte Saison ist mir noch einiges schuldig. Ich will jetzt das nachholen, was ich letztes Jahr verpasst habe. Die Folgen der Verletzungen spüre ich kaum mehr.»

Die offiziellen Testfahrten im Februar und März in Jerez de la Frontera und in Valencia deuten jedenfalls auf einen heissen Titelkampf hin. Stets klassierte er sich auf seiner Suter in den Top 3. «Ich war selber überrascht, dass ich gleich ein so gutes Gefühl hatte, denn ich trainierte zuvor den ganzen Winter auf keiner Motocross- oder Supermotard-Maschine», sagt er.

Tom Lüthi während der Testfahrt in Jerez.
Tom Lüthi während der Testfahrt in Jerez.Bild: freshfocus

Nachdem mit dem Spanier Pol Espargaro und dem Briten Scott Redding der Weltmeister und der WM-Zweite in die Königsklasse aufgestiegen sind, scheint sich der Kreis der Titelanwärter reduziert zu haben. Doch Lüthi warnt: «Es gibt sicher zehn Fahrer, die aufs Podest fahren können.» Er meint damit in erster Linie die Kalex-Piloten, den Spanier Esteve Rabat und den Finnen Mika Kallio (sein härtester Widersacher im Weltmeister-Jahr 2005), sowie den Japaner Takaaki Nakagami. Dieses Trio überzeugte bei Testfahren ebenfalls.

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Dominique Aegerter will WM-Rang 5 bestätigen

Zum erweiterten Kreis der Podest-Anwärter gehört auch Dominique Aegerter. Der 22-jährige Oberaargauer überzeugte letztes Jahr mit WM-Rang 5. Er ist der konstanteste Fahrer im ganzen Moto2-Feld. Von den letzten 44 Rennen beendete der Suter-Pilot 43 in den Punkterängen, einzig vor zwei Jahren beim Saisonstart in Katar schaute nur Rang 18 heraus. Mit Podestplätzen harzt es allerdings noch. Erst zweimal, in Valencia 2011 und in Assen 2013, wurde er Dritter.

Aegerter blickt auf eine konstant gute Saison zurück.
Aegerter blickt auf eine konstant gute Saison zurück.Bild: Gold&Goose

Ob Aegerter Platz 1 in der «Schweizer Hierarchie» behaupten kann, ist für ihn persönlich nicht wichtig: «Ich will einfach meine letzte Saison bestätigen und wenn möglich einige Podestplätze und vielleicht gar meinen ersten Sieg einfahren.» Von der Schulteroperation im letzten November hat sich der Sonnyboy und Frauenliebling noch nicht gänzlich erholt. «Auf den Geraden kann ich mich noch nicht wie gewünscht unter der Verschalung verstecken. Aber das kommt sicher noch.»

MotoGP-Klasse
Titelverteidiger Marquez geht mit einem kleinen Handicap in die am Sonntag in Losail startende Saison. Der Spanier hatte zwar die dreitägigen MotoGP-Testfahrten Anfang Februar in Sepang von A bis Z dominiert, doch einige Tage später zog er sich bei einem Trainingsunfall in Lleida einen Bruch des rechten Wadenbeins zu. Danach nahm sich der 21-jährige Honda-Werksfahrer den Ratschlag der behandelnden Ärzte zu Herzen und forcierte die Rückkehr nicht. Deshalb verpasste der Katalane, der 2013 in seiner Rookie-Saison zum jüngsten Weltmeister der obersten Kategorie des Motorradrennsports avanciert war, die weiteren MotoGP-Testfahrten.
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Krummenacher muss, Mulhauser darf punkten

Unterschiedlich sieht die Ausgangslage für die beiden anderen Schweizer im Moto2-Feld aus. Randy Krummenacher muss in die Punkteränge fahren, um seine Karriere nicht zu gefährden, für Neuling Robin Mulhauser gilt es in erster Linie Erfahrungen zu sammeln. Der 23-jährige Zürcher Oberländer, letztes Jahr noch Aegerters Teamkollege, wechselte zum italienischen IodaRacing-Team und wurde im Technomag carXpert-Team durch den 22-jährigen Freiburger ersetzt.

Randy Krummenacher muss sich auf das verpatzte Jahr 2013 steigern.
Randy Krummenacher muss sich auf das verpatzte Jahr 2013 steigern.Bild: Gold&Goose

Krummenacher steigt in seine achte ganze Saison. Nur 2008 hat er mit 10 WM-Punkten weniger Zähler gewonnen als 2013 (20 Zähler). Seinen einzigen Podestplatz (Dritter 2007 in Barcelona) konnte das «ewige Talent» nie bestätigen. Wie Lüthi und Aegerter kam auch Krummenacher nicht heil durch die letzte Saison (Hirnerschütterung, gebrochene Finger, verschobene Wirbel). Er bereitete sich unter anderem mit einem Trainingscamp bei MotoGP-Fahrer Colin Edwards in den USA auf die Saison vor. «Gut ist, dass ich bei den Wintertests nie gestürzt bin. Das hat es noch nie gegeben. Mein Ziel ist es, in die Top 10 zu fahren.»

«Ich will einfach nicht Letzter werden ...»
Robin Mulhauser schildert seine Ziele des Jahres 2014.

Ganz ohne Druck kann Mulhauser seine GP-Karriere lancieren, die eigentlich schon letztes Jahr als Ersatz von Krummenacher beim GP von Aragon (23.) begonnen hatte. Er besitzt einen Zweijahresvertrag und weiss, dass keiner im Team von ihm Wunderdinge oder gar WM-Punkte erwartet. «Ich will einfach nicht Letzter werden und kontinuierlich Fortschritte machen», umschreibt er seine Ziele. Seine Referenzen: Ein 6. Rang im Yamaha R6-Cup in Deutschland 2011 und ein 7. Rang in der Superstock-600-EM 2013. (si/qae)

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