Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
27.11.2015; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - SCL Tigers; 
Thomas Nuessli (Tigers) gegen Timo Helbling (Bern) und Torhueter Janick Schwendener (Bern)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Janick Schwendener ersetzt zurzeit beim SCB den verletzten Marco Bührer.
Bild: freshfocus

Der SC Bern hat ein Goalieproblem – zum ersten Mal seit 30 Jahren

Die Pessimisten befürchten, der SC Bern könnte werden wie YB. Diese Angst ist unbegründet. Der SCB hat bloss ein Goalie-Problem.



Ach, endlich wieder ein echtes Derby im Berner Hockey-Tempel. Tore, Emotionen und ein überraschender Ausgang. Langnau siegt 6:5 n.P. Taktische Puritaner mögen bemängeln, dass sich die Ordnung zeitweise aufgelöst hat. Aber aus der taktischen Anarchie stiegen immer wieder wie Leuchtraketen individuelle Glanzlichter oder gar ganze Lichterketten von wunderbaren Spielzügen auf.

Der Berner Martin Pluess, links, und der Langnauer Torhueter Ivars Punnenovs, rechts, kaempfen um den Puck beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers am Freitag, 27. November 2015, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Das Berner Derby lieferte gestern beste Unterhaltung. 
Bild: KEYSTONE

Gott sei dank wieder einmal Hockey für die Fans und nicht für die Trainer. Hockey, fast wie in den goldenen 1970er Jahren. Ein wildes, für die Schiedsrichter heikles Spiel. Aber Daniel Stricker und Marc Wiegand lösen die schwierige Aufgabe sehr gut.

Parallelen zu YB

Der SCB fährt gegen den Aufsteiger im dritten Derby schon die zweite Niederlage ein. Die Anhänger murren. Bereits ein Trainer- und Sportchef-Wechsel, schon sechs Ausländer-Lizenzen eingelöst – und doch keine dauerhafte Besserung in Sicht. Inzwischen ist sogar SCB-Manager Marc Lüthi in die Kritik geraten.

Marc Luethi, Geschaeftsfuehrer des SC Bern, waehrend einer Medienkonferenz in der PostFinance Arena in Bern am Mittwoch, 18. November 2015. Guy Boucher ist per sofort nicht mehr Trainer des SC Bern. Die Berner gaben die Trennung an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz bekannt. Nachfolger von Boucher wird der bisherige Assistent Lars Leuenberger. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Marc Lüthi hat zurzeit keine leichte Phase. 
Bild: KEYSTONE

Der grosse SCB ist nur noch ein gewöhnliches Hockeyunternehmen. Ja, die Pessimisten sehen immer mehr Parallelen zu YB.

Ist es so schlimm? Der SCB wie YB? Ein Albtraum! Gewiss, wir sehen diese Saison einen kleinen SCB. Die Berner werden noch Wochen brauchen, um den Schaden auszubessern, den Guy Boucher angerichtet hat. Aber der Fehler ist erkannt und korrigiert, Guy Boucher gefeuert worden.

Oder braucht es noch mehr Personalwechsel? Nein. Dass es diese Saison nicht zu einem Spitzenplatz in der Qualifikation und wahrscheinlich auch nicht zum Titel reicht, hat, wenn wir die ganze Angelegenheit ganz nüchtern betrachten, einen klar erkennbaren Grund. Der SCB hat diese Saison zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg von 1986 ein Torhüter-Problem. Zum Trainer-Problem auch noch ein Torhüter-Problem – das kann selbst der grosse SCB nicht verkraften.

Das lange Warten auf Genoni

Seit dem Wiederaufstieg hat der SCB in 30 Jahren drei Torhüter beschäftigt: Edgar Grubauer (bis 1987), Renato Tosio (1987 bis 2001) und Marco Bührer (seit 2001). Diese Saison hat der SCB erstmals seit Menschengedenken keine charismatische Nummer 1 mehr. Marco Bührer, der Meistergoalie von 2004, 2010 und 2013 fällt bis Saisonende aus.

Die SCB-Torhüter haben über Jahrzehnte hinweg so gut und konstant gespielt, dass die starken letzten Männer zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Überhaupt gehören grosse Torhüter zur Kultur dieses Unternehmens. René Kiener und Jürg Jäggi prägten den Klub in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren.

Und nun muss der SCB erstmals mit einem Torhüterproblem fertig werden. Mit einem Marco Bührer in Normalform hätte der SCB das Derby am Freitagabend gegen Langnau nicht verloren. Und viele Diskussionen würden gar nicht geführt.

30.10.2015; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - HC Davos; 
Torhueter Marco Buehrer (Bern)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Der Verlust von Bührer für diese Saison wiegt beim SCB schwer. 
Bild: freshfocus

Die starken Goalies haben jahrelang manchen Fehlentscheid in der SCB-Sportabteilung kompensiert. Das Hüst und Hot bei der Besetzung der Trainerposition seit der Entlassung von Larry Huras im Herbst 2012 und die vielen Ausländerflops hätten mit durchschnittlichen Goalies nicht nur zu einer (Abstiegsrunde 2014), sondern zu mehreren schweren Krisen geführt.

Das SCB-Goalieproblem ist für Lars Leuenberger ganz besonders bitter. Er hat jetzt die Chance seines Lebens, sich als Cheftrainer zu profilieren. Aber selbst dann, wenn er alles richtig macht, kann er wegen der Torhüter scheitern. Nächste Saison steht HCD-Meistergoalie Leonardo Genoni im Kasten. Er ist ein grosser Torhüter und kann den SCB wieder zu einem grossen Hockey-Unternehmen machen.

Lars Leuenberger, neuer Trainer vom SC Bern, gibt den Journalisten Interviews waehrend einer Medienkonferenz des SC Bern in der PostFinance Arena in Bern am Mittwoch, 18. November 2015. Guy Boucher ist per sofort nicht mehr Trainer des SC Bern. Die Berner gaben die Trennung an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz bekannt. Nachfolger von Boucher wird der bisherige Assistent Lars Leuenberger. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Eine schwierige Aufgabe: Lars Leuenberger muss das Goalie-Problem in den Griff bekommen.
Bild: KEYSTONE

Unternehmen machen. Es wird ein langes, banges Warten auf Leonardo Genoni. Und es ist eine bittere Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet Sportchef Sven Leuenberger, der den Genoni-Transfer so geschickt orchestriert hat, auch wegen des aktuellen Goalie-Problems den Job verloren hat und zum Nachwuchschef degradiert worden ist.

Diese Spieler schnuppern zum ersten Mal NLA-Luft

Error
Cannot GET /_watsui/filler/
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Staal 29.11.2015 10:43
    Highlight Highlight Arno setzt nicht nur auf Senn. Der " Belgier " kommt.

    • Amboss 29.11.2015 16:05
      Highlight Highlight Wer ist " der Belgier"?

      Und wer hast du im anderen Kommentar gemeint mit "spielt hölzern"?
      Der SCB? Schwendener?
  • Porcupine Tree 28.11.2015 19:39
    Highlight Highlight der scb hat seit 3, 4 jahren ein goalieproblem. bührer war 2014 mit ein grund für die playoutteilnahme. und zum letzten meistertitel hat bührer nicht viel gutes beigetragen. dank seinen ausflügen wurde es gegen zug und genf erst richtig eng, für diejenige welche sich noch erinnern können.
  • Darkside 28.11.2015 19:17
    Highlight Highlight Komischer Artikel. Wie oft hat Zaugg den Bührer als Lottergoalie bezeichnet. Und jetzt soll er der abwesende Heilsbringer sein?
  • Mario 66 28.11.2015 16:42
    Highlight Highlight Wieder mal ein schulbeispiel, dass kz gerne nach dem prinzip "was interessiert mich mein geschwätz von gestern" verfährt. Das 1. goalieproblem seit 30 jahren? Bührer zum himmel loben. Ok, solange der leser nicht "lottergoalie" googelt...
  • Staal 28.11.2015 14:03
    Highlight Highlight nur, dass Leo die Misere alleine nicht lösen kann. Ein guter Trainer zu finden wird nicht leicht, miserable, hölzerne Verteidiger wie Helbling auch nicht. Und weit und breit kein Mittelbau. Ausländer Durchschnitt

    wiedermal hatte AdC ein feines Näschen und liess Schwendener ziehen statt Senn. Danke
    • MARC AUREL 28.11.2015 16:06
      Highlight Highlight Die SCB Verteidigung ist seit Jahren praktisch die Gleiche und hatte auch Erfolg.. Daher Blödsinn was du da verzapfst lieber Staal.
    • Amboss 29.11.2015 00:53
      Highlight Highlight @Staal: Hast du hellseherische Fähigkeiten?
      Wie kannst du bitteschön behaupten, Arno hätte richtig entschieden, dass er auf Denn setzt? Der Junge hat genau 122 Minuten NLA-Erfahrung...

      Nee, Arno ist total im Blindflug, wenn er auf Senn setzt.
      Nee, es tut sich noch was auf der Goalieposition
    • Staal 29.11.2015 10:49
      Highlight Highlight wie hölzern hinten ist hat man gestern gesehen, frei von jeglichem Talent. Ausser Kampf war da nix. hätten Arnos Jungs ab der 30. Minute nicht bereits die CHL im Kopf gehabt, wäre es am Ende 7:0 gestanden. Punkt verloren
    Weitere Antworten anzeigen

Hockey-Fans starten Petition – sie fordern, dass der Bundesrat die 1000er-Grenze aufhebt

Hinter den Kulissen des Sports bewegt sich viel: Eishockey-Fans haben am Donnerstagnachmittag die Petition «Verantwortungsvolle Sportevents» gestartet. Und Vertreter des Eishockey- und Fussballverbands sprachen beim Bundesamt für Gesundheit vor.

Nun kommt doch noch Druck auf die Politik – aus dem Eishockeybereich. Fans, Spieler, Klubs und sportinteressierte Politiker haben sich hinter den Kulissen zusammengerauft. Sozusagen in letzter Sekunde versuchen sie, den Bundesrat mit einer Petition davon zu überzeugen, die 1000er-Grenze für Sportanlässe aufzuheben.

Die Regierung berät am 12. August – der ersten Sitzung nach der Sommerpause – über das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als tausend Zuschauern.

Der Bundesrat werde darüber …

Artikel lesen
Link zum Artikel