«Ich kann es mir nicht erklären» – die Nati-Stars sind nach verlorenem WM-Final ratlos
Überall Tränen, leere Blicke und gesenkte Köpfe. Zum insgesamt fünften Mal verliert die Schweizer Eishockey-Nati den Final einer Eishockey-WM. Zu Hause in Zürich ist es nicht nur der dritte WM-Final in Folge, den man verliert, sondern gleich der dritte in Folge, in dem den Schweizern kein einziges Tor gelingt.
Die enttäuschten Nati-Stars sind ratlos. «Ich kann mir nicht erklären, wieso es nicht klappen will», sagt Captain Roman Josi. Sie hätten bis zum Schluss daran geglaubt, dass sie jetzt zu Hause endlich diesen Titel holen. Nun sei einfach eine grosse Leere vorhanden. Von dieser grossen Leere spricht auch Nino Niederreiter. «Es ist bitter. Jeder einzelne Spieler wollte sicher das Tor schiessen. Der Wille war sicher da, wir haben alles versucht», sagt der 33-jährige Stürmer. Am Ende habe vielleicht einfach ein wenig die Coolness gefehlt.
Den Spielern ist auch klar, dass sie nicht mehr so viele Chancen erhalten werden. «Die Mission Gold lebt weiter, man gibt nicht auf, bis man sie hat. Die Jahre sind auch gezählt, vor allem für mich. Es ist bitter, zum fünften Mal zu verlieren», hadert Niederreiter.
Auch Jan Cadieux ärgerte sich darüber, dass die Nati über längere Zeit ihr Spiel nicht durchgezogen hat. «Wir wurden in den ersten 30 Minuten von der Nervosität eingeholt», analysiert der Nationaltrainer. Am Ende fehle wieder ein Tor, was die Frustration noch grösser mache. Der Westschweizer ergänzt:
Bei den Spielern dominiert ebenfalls die Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat, den Fans den WM-Titel zu schenken. Aber sie zeigten sich auch dankbar für die Unterstützung in diesen zwei Wochen. «Es war eine schöne Euphorie. Natürlich hätten wir auch für die Fans gewinnen wollen», sagt Niederreiter. Und Roman Josi haderte: «Die zwei Wochen waren unglaublich mit der Stimmung im Stadion. Unsere Fans hätten den Titel so verdient gehabt.»
Auch der scheidende Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel schwankte zwischen Enttäuschung und Stolz. «Diese Mannschaft hätte mehr verdient und mir tut es von Herzen leid, dass sie jetzt nicht strahlt», sagte der 52-Jährige, den es als Sportchef zum HC Ambri-Piotta zieht.
Trainer Cadieux wird nun versuchen, die Spieler wieder aufzubauen: «Wir wollten Gold und sind nicht zufrieden mit Silber. Aber ich bin stolz auf diese Spieler und werde ihnen das auch sagen.» Am Montagabend findet ab 18 Uhr im Theatersaal des Zürcher Volkshaus die offizielle Medaillenfeier der Hockey-Nati statt. Die Enttäuschung wird auch dann noch dominieren.
