So frenetisch feiern die Norweger und ihre Kommentatoren WM-Bronze
Norwegen schafft die ganz grosse Sensation. Obwohl die Skandinavier im Bronzespiel der Eishockey-WM gegen Grossmacht Kanada in den Schlussminuten einen 2:0-Vorsprung noch verspielen, holen sie am Ende Bronze. In der Verlängerung spielen die Kanadier erneut schludrig und fehlerhaft. Das nutzt Noah Steen aus. Der 21-jährige Stürmer zieht davon und bezwingt in der 64. Minute Goalie Jet Greaves zum 3:2.
Danach gibt es bei den Norwegern kein Halten mehr. Die Spieler brechen auf dem Eis in Jubelstürme aus und auch die Kommentatoren im norwegischen Fernsehen rasten komplett aus.
Und auch später in der Garderobe steigt bei den Norwegern eine grosse Party. Kein Wunder: Die Medaille ist für Norwegen absolut historisch. Noch nie zuvor war das Nationalteam der Nordeuropäer über den WM-Viertelfinal hinausgekommen. Und bei der Premiere reicht es gleich für ein erstes Mal Edelmetall – und das auch noch gegen Eishockey-Mutterland Kanada.
Der Erfolg der spielerisch unterlegenen Norweger war etwas glückhaft, aber am Ende nicht unverdient, weil sie den Sieg mehr wollten als die Kanadier mit ihren Superstars Sidney Crosby und Macklin Celebrini. Zudem hielt Goalie Henrik Haukeland (46 Paraden) von den Straubing Tigers herausragend.
Kanada, das am Samstagabend mit 2:4 im Halbfinal an Finnland gescheitert war, misst einer Bronzemedaille traditionell wenig Bedeutung bei. Im Mutterland des Hockeys gilt die Devise: Gold oder nichts. Letztmals gewannen die Kanadier 1995 ein Bronzespiel, seither verloren sie nun zum sechsten Mal im kleinen Final. (abu/sda)
