DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sieben Senators-Spieler lassen ihrem Frust während einer Uber-Fahrt freien Lauf.
Sieben Senators-Spieler lassen ihrem Frust während einer Uber-Fahrt freien Lauf.bild: screenshot yotube

Ottawa-Spieler lästern im Taxi über ihren Trainer – und werden dabei gefilmt

06.11.2018, 10:5606.11.2018, 12:37

Das zweitschlechteste Team der Regular Season, ständige Gerüchte um eine Verlegung des Franchise, ein Zwist zwischen Spielerfrauen, Fan-Aufstand gegen Besitzer Eugene Melnyk und der Abgang von Superstar Erik Karlsson – die Ottawa Senators haben ein regelrechtes Seuchenjahr hinter sich.

Die neue Saison sollte deshalb ganz im Zeichen eines radikalen Wiederaufbaus stehen. Doch kaum hat die neue NHL-Saison so richtig Fahrt aufgenommen, steht bei den «Sens» schon der nächste Skandal ins Haus: Ein Uber-Fahrer hat ein Video mit sieben Ottawa-Spielern veröffentlicht, die bei ihm im Wagen über das Trainerteam lästern. Es handelt sich dabei um Matt Duchene, Thomas Chabot, Dylan DeMelo, Alex Formenton, Chris Tierney, Chris Wideman und Colin White.

Sieben Senators-Spieler lästern über Assistenz-Coach Martin Raymond.Video: streamable

Die siebenköpfige Gruppe bespricht nach einem Auswärtsspiel in Phoenix vor gut einer Woche – nicht wissend, dass gefilmt wird – die defensiven Probleme des Teams. Neuzugang Tierney, der hinter dem Fahrer sitzt, sieht sich auf seinem Handy die Statistiken im Penalty-Killing an und sofort entsteht eine Diskussion um den dafür zuständigen Assistenz-Trainer Martin Raymond.

Duchene, einer von vier Assistant Captains im Team, spottet: «Marty Raymond, der einzige Trainer der NHL-Geschichte, der im selben Jahr das schlechteste Powerplay und das schlechteste Penalty-Killing hat.» Alle lachen.

Verteidiger Wideman kritisiert die Video-Analysen: «Er bringt überhaupt nichts bei. Er kommentiert nur, was passiert.» Duchene entgegnet darauf: «Wir ändern nie etwas. Wieso machen wir diese Analysen überhaupt. Seit über drei Wochen höre ich gar nicht mehr hin ... Als Wideman sagt, er hasse auch Raymonds ständige Fragerei, sagt Chabot: «Bitte stelle ihm eine Frage, nur dass er sagen kann: ‹Grossartige Frage!›»

Das Ottawa-Trainerteam mit Guy Boucher (l.) und Martin Raymond sieht nicht gerade glücklich aus.
Das Ottawa-Trainerteam mit Guy Boucher (l.) und Martin Raymond sieht nicht gerade glücklich aus.Bild: AP/The Canadian Press

Die Lästereien sind nicht bösartig, die Jungs lassen neben den kleinen Lästereien vor allem ihrem Frust über den miserablen Saisonstart freien Lauf. Das kommt in jeder Kabine der Welt vor. Dass der Uber-Fahrer das Video – ohne die Ottawa-Spieler um Erlaubnis zu fragen, versteht sich – veröffentlicht hat, birgt aber natürlich Zündstoff. Senators-Coach Guy Boucher, 2015 Cupsieger mit dem SC Bern, sah sich gezwungen, ein Statement abzugeben. Ausserdem mussten sich die Spieler entschuldigen:

«Wir möchten uns bei Marty Raymond, unseren Teamkollegen und Trainern für unsere Kommentare am 29. Oktober in Phoenix, Arizona, öffentlich entschuldigen. Unser privates Gespräch wurde ohne unser Wissen oder unsere Zustimmung aufgezeichnet. Wir sind begeistert von unserem Team und konzentrieren uns darauf, zusammen zu wachsen. Wir sind dankbar für die Unterstützung unserer Fans und unserer Organisation. Wir werden daraus lernen und es in Zukunft besser machen.»

Auch Uber hat sich für die Veröffentlichung des Video-Materials entschuldigt. Der Schaden, der ist aber bereits angerichtet. In aller Ruhe am Wiederaufbau arbeiten, das können die Senators nun definitiv vergessen. (pre)

Rekordsieger Montreal und wer noch? Diese Teams haben den Stanley Cup gewonnen

1 / 24
Rekordsieger Montreal und wer noch? Diese Teams haben den Stanley Cup gewonnen
quelle: ap
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach «Magglinger Protokollen» – Swiss Olympic beschliesst neue Organisation
Aus Antidoping Schweiz wird per 1. Januar 2022 «Swiss Sport Integrity». Die neue Organisation für den Kampf gegen Doping und Ethikverstösse im Schweizer Sport erhält vom Sportparlament den Segen.

Die Delegierten der Sportverbände genehmigten an ihrer Versammlung in Ittigen Änderungen in den Swiss-Olympic-Statuten und ein neues Ethik-Statut. Die beiden Reglemente bilden die Basis für die neue nationale Meldestelle für Ethikverstösse und die neue Stiftung, die aus Antidoping Schweiz hervorgeht.

Zur Story