Kevin Fiala verrät, weshalb er Patrick Fischer als Nati-Trainer vermissen wird
Wenn die Schweiz in rund drei Wochen in Mailand auf Frankreich trifft, wird es Kevin Fialas erster Auftritt an Olympischen Spielen sein. Als die NHL-Stars 2014 letztmals bei den Winterspielen dabei waren, war Fiala erst 17 Jahre alt, sein erstes grosses Turnier mit der Nati bestritt er wenige Monate später mit der Weltmeisterschaft.
Dass er nun endlich auch bei den Olympischen Spielen dabei sein darf, ist für ihn «ein Riesenhighlight. Ich freue mich sehr und bin sehr, sehr dankbar dafür.» Immer wieder sagt er fast schon staunend «Olympia ist Olympia».
Der Stellenwert des Events ist für den 29-jährigen Stürmer sichtlich gross. «Von klein auf habe ich die Olympischen Spiele verfolgt, auch die letzten beiden Male, als wir nicht spielen konnten», erzählt Fiala und fügt an: «Ich freue mich unglaublich auf die Atmosphäre und darauf, andere Schweizer Sportlerinnen und Sportler anzufeuern.»
Wie viel Zeit er dann wirklich haben wird, um andere Events zu besuchen, wird sich zeigen. Der Eishockey-Nati steht ein eng getaktetes Programm bevor. Noch in der Nacht auf den 6. Februar absolviert Fiala mit den Los Angeles Kings das letzte NHL-Spiel vor der Pause, das olympische Turnier beginnt für die Schweiz dann am Mittag des 12. Februars. Am Tag darauf folgt das Spiel gegen Kanada, bevor es am 15. Februar zum Abschluss der Gruppenphase gegen Tschechien geht. In der K.o.-Phase sind zwischen 17. und 22. Februar bis zu vier weitere Partien möglich.
An den letzten beiden Weltmeisterschaften gewann die Schweiz zweimal Silber, in Mailand werden viele Kader aber mit anderen Kalibern bestückt sein. «Alle Teams sind voll mit Topspielern. Jetzt ist es ‹Best on Best›, aber das ändert nichts. Wir sind ein sehr gutes Team», stellt Fiala klar. Die Nati im internationalen Vergleich einzuordnen, sei aber schwierig.
«Wir wissen nicht, wie es gegen Kanada wird, wir müssen das auch nicht gross analysieren», findet der Ostschweizer, schliesslich habe Kanada kaum einmal in dieser Konstellation gespielt. «Wir freuen uns auf die Herausforderung und mal schauen, was wir da machen können.»
Für Nationaltrainer Patrick Fischer und Nati-Direktor Lars Weibel werden es die letzten Olympischen Spiele sein, nach der Heim-WM im Mai tritt das Duo zurück. «Es ist traurig, weil die beiden sehr, sehr wichtig für die Schweizer Nati sind», sagt Fiala, «ohne sie hätten wir nicht geschafft, was wir auf die Beine gestellt haben.»
Fischer und Weibel hätten dafür gesorgt, «dass wir eine grosse Familie sind. Alle lieben einander, unterstützen einander, wollen füreinander spielen.» Während bei anderen Nationalmannschaften die Spieler abseits des Eises jeweils für sich seien, «chillen wir alle miteinander. Einzeln gibt es in der Schweizer Nati nicht.»
Der Abschied des Duos Fischer/Weibel sei aber auch eine Extramotivation – ähnlich wie bei Andres Ambühl im letzten Jahr. «Wir wollen es und sie verdienen es. Ohne sie hätten wir nicht dreimal WM-Silber geholt. Dafür sind wir sehr dankbar.»
