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Keeper Sandro Aeschlimann machte bei den beiden Gegentoren nicht die beste Figur.
Keeper Sandro Aeschlimann machte bei den beiden Gegentoren nicht die beste Figur.Bild: keystone

«Die Energie war nicht die gleiche» – Schweiz wahrt dank Zittersieg ihre weisse WM-Weste

Die Schweiz bewahrt an der Eishockey-WM in Finnland ihre weisse Weste. Nach Siegen gegen Italien und Dänemark besiegen die Schweizer mit 3:2 auch Kasachstan.
17.05.2022, 22:1817.05.2022, 22:27

Die Favoritenrolle machte den Schweizern in Helsinki erstmals zu schaffen. Gegen die Kasachen fehlte dem Team von Patrick Fischer am Anfang die Gradlinigkeit und die Intensität. Während der ersten Pause fand der Schweizer Trainer-Staff beim Stand von 0:0 aber offenbar die richtigen Worte. Im zweiten Abschnitt forcierten die Schweizer das Tempo. Brachten die Schweizer in den ersten 20 Minuten bloss acht Schüsse aufs gegnerische Tor, waren es im zweiten Drittel schon 22. Zwei dieser Abschlussversuche fanden den Weg ins Netz.

Wieder wies die zweite Schweizer Sturmlinie den Weg zum Sieg. Denis Malgin brachte die Schweiz mit seinem dritten WM-Treffer in Führung (25.). Dario Simion erhöhte mit seinem ersten Goal in Finnland zehn Minuten später auf 2:0. Malgin belegt mit drei Toren und drei Assists (und einer Plus-4-Bilanz) nach fünf WM-Tagen in der Skorerliste hinter Roman Cervenka (7 Punkte) den zweiten Platz.

Dass Malgin in Finnland mit Simion und Pius Suter zusammen stürmt, liegt primär daran, dass Sven Andrighetto (Hüfte) und Denis Hollenstein (Knie) verletzt auf die WM haben verzichten mussten. Pius Suter übernahm während der Vorbereitung den Part von Andrighetto; Simion jenen von Hollenstein. «Die Linie harmoniert sehr gut», stellt Patrick Fischer, der Nationalcoach, fest.

Dario Simion:

«Die Energie war sicher nicht wie in den ersten beiden Spielen. Ich glaube, wir waren etwas zu passiv und vor dem Tor müssen wir einfach härter arbeiten, dann schiessen wir auch mehr Tore. Natürlich ist es immer schön, ein Tor zu machen, aber für morgen müssen wir uns dringend steigern.»

Patrick Fischer:

«Es war sicher nicht unser bestes Spiel. Das Wichtigste ist am Ende, dass wir gewonnen haben. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Sie waren sehr gut eingestellt auf uns, wir hatten zu wenig Bewegung im Spiel, waren zu wenig konsequent. Ein Arbeitssieg – schlussendlich musst du auch solche Matches gewinnen. Man kann aber auch nicht erwarten, dass wir immer fünf, sechs Tore schiessen.

Sandro Aeschlimann hat uns die ersten zwei Drittel im Spiel gehalten, dann rutscht ihm einer zwischendurch. Aber wichtig ist, dass er den Sieg nach Hause gebracht hat.»

Schon vor dem ersten Tor erspielte sich die Malgin-Formation die besten Möglichkeiten. Hätte Malgin in der 2. Minute ins Tor statt den Pfosten getroffen, womöglich hätten die Schweizer den erwarteten, klaren Sieg eingefahren.

Zwei Fehler von Aeschlimann

So aber geriet die Partie auch nach der 2:0-Führung nach 40 Minuten für die Schweiz zum Zitterspiel. Jesse Blacker verkürzte für die Kasachen in der 46. Minute in Unterzahl (!) auf 1:2. Danach bot sich Kasachstan eine Powerplay-Chance. Selbst das 3:1 durch Fabrice Herzog sorgte nicht für die nötige Ruhe.

128 Sekunden vor Schluss verkürzte Waleri Orechow nochmals auf 2:3. Torhüter Sandro Aeschlimann (nur 12 Paraden) gab bei seinem WM-Debüt bei beiden Gegentoren nicht die beste Figur ab. Aeschlimann kam in seinem fünften Länderspiel mit der Schweiz zwar zum vierten Sieg, dennoch ist nicht unbedingt mit weiteren Einsätzen an dieser WM zu rechnen.

Sandro Aeschlimann:

«Nur die zwei Fehler zu bewerten, ist auch doof. Wichtig ist der Sieg und der ist uns gelungen. Schade, konnte ich es nicht 60 Minuten durchziehen, aber zum Glück haben mir die Jungs vorne geholfen, damit wir diese Partie doch noch gewinnen konnten. Solche Dinger passieren mir lieber jetzt, als wenn die Fehler den Match entscheiden und du das Spiel verlierst.»

Trotz der unerwarteten Probleme und Schwierigkeiten: Zum dritten Mal in den letzten neun Jahren gestaltete die Schweiz an der Eishockey-Weltmeisterschaft die ersten drei Spiele alle siegreich. 2019 in der Slowakei gewann die Schweiz gegen Italien, Lettland, Österreich und Norwegen sogar die ersten vier Partien. 2013 in Schweden starteten die Schweizer mit Siegen gegen Schweden (3:2), Kanada (3:2 nach Penaltys) und Tschechien (5:2) ins Turnier und gewannen bis zur Final-Niederlage gegen Schweden sogar die ersten neun Spiele.

In Helsinki treffen die Schweizer am Mittwochabend auf die Slowakei. Die Slowaken starteten mit einem Sieg über Frankreich ins Turnier, verloren danach aber gegen Deutschland und Kanada. Die Schweizer sind sich bewusst: Gegen die Slowakei müssen sie sich wieder steigern.

Die kompletten Highlights.Video: YouTube/IIHF Worlds 2022

Das Telegramm:

Schweiz - Kasachstan 3:2 (0:0, 2:0, 1:2)
Helsinki. - 2858 Zuschauer. - SR Hansen/Stano (NOR/SVK), Beresford/Zunde (GBR/LAT).
Tore: 24. Malgin (Kuraschew, Siegenthaler) 1:0. 35. Simion 2:0. 46. Blacker (Ausschluss Schalapow!) 2:1. 56. Herzog (Ambühl) 3:1. 58. Orechow (Michailis, Falk) 3:2.
Strafen: je 2mal 2 Minuten.
Schweiz: Aeschlimann; Kukan, Siegenthaler; Fora, Janis Moser; Glauser, Geisser; Egli, Marti; Kuraschew, Hischier, Meier; Simion, Malgin, Suter; Ambühl, Corvi, Herzog; Riat, Bertschy, Miranda.
Kasachstan: Schutow; Danijar, Svedberg; Blacker, Orechow; Beketajew, Metalnikow; Schalapow; Schewtschenko, Schestjakow, Akolsin; Panjukow, Valk, Michailis; Sawizki, Sagadajew, Startschenko; Petuchow, Gurkow, Asetow; Rachmanow.
Bemerkungen: Schweiz ohne Scherwey, Thürkauf, Genoni (alle überzählig) und Berra (Ersatzgoalie). - 2. Pfostenschuss Malgin. 60. Timeout Kasachstan, von 59:11 bis 59:44 und von 59:49 bis 59:54 ohne Goalie. - Schüsse: Schweiz 43 (8-22-13); Kasachstan 14 (3-5-6). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/2; Kasachstan 0/2. (pre/sda)

Die Tabelle:

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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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JtotheP
17.05.2022 21:33registriert Februar 2018
Wieso Berra und Genoni International gesetzt sind, sieht man erst wenn ein anderer Top-NLA-Goalie eingesetzt wird.
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egemek
17.05.2022 22:27registriert Mai 2016
Der Bürgler hat das herauf beschworen!

Nichts passiert, vorne etwas weniger effizient als gegen die Dänen, dazu das Goalieduell verloren. Aber 3 Spiele, 9 Punkte. Mehr zu erwarten wäre selbst für einen Schweizer Nörgler vermessen...
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Jep.
17.05.2022 22:30registriert Januar 2022
Das erste Tor geht auf die Kappe von Meier für schlampige Puckbehandlung als fadt letzter Mann. Aeschlimann hat halt den Schuss des allein auf ihn ziehenden Stürmers nicht gehalten. Als Goalie sieht er zwar nicht gut aus, aber genau diese kleine Lücke zwischen Arm und Rippe zu treffen brauchte enorm viel Glück des Kasachen. Und ja, der zweite Treffer ist klar haltbar.
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