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Der Zuercher Robert Nilsson, rechts, bezwingt mit seinem Penalty den Klotener Martin Gerber, links, und schiesst das Tor zum Meistertitel  im vierten Playoff-Finalspiel der National League Kloten Flyers gegen die ZSC Lions in Kloten am Samstag, 19. April 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Vielen ein Dorn im Auge: 2014 wurden die ZSC Lions gegen die Kloten Flyers nach einem Penaltyschiessen Meister. Bild: KEYSTONE

«Sudden Death» in den NLA-Playoffs entzückt die Fans – braucht es weitere Änderungen?

Gestern haben die National-League-Klubs als wesentlichste Veränderung für das Schweizer Eishockey beschlossen, dass in den Playoffs künftig die Overtime ausgespielt wird. Das kommt in der Fangemeinde gut an. Braucht es weitere Anpassungen?

Donat Roduner
Donat Roduner



User Amboss trifft den Tenor der Fan-Reaktionen ziemlich gut:

Der Entscheid der National-League-Verantwortlichen bei ihrer Versammlung in Ittigen, die Overtime nach dem Vorbild der NHL in den Playoffs auszuspielen, bis ein Tor fällt, statt nach 20 Minuten ein Penaltyschiessen zu veranstalten, kommt gut an. Ab der Saison 2017/18 wird also in der entscheidenden Meisterschaftsphase so lange 5-gegen-5 gespielt, bis das entscheidende Tor fällt, bis zum «Sudden Death».

May 23, 2015; Chicago, IL, USA; Chicago Blackhawks center Antoine Vermette (80) scores the game winning goal against the Anaheim Ducks during the second overtime period in game four of the Western Conference Final of the 2015 Stanley Cup Playoffs at United Center. The Chicago Blackhawks won 5-4 in two overtimes. Mandatory Credit: David Banks-USA TODAY Sports

Da geht es noch richtig zur Sache: Verlängerung im NHL-Playoff-Halbfinal 2015 zwischen den Chicago Blackhawks und den Anaheim Ducks. Bild: X02835

Das Mammutspiel von 1936

«Endlich keine Lotterie-Sieger mehr im Penaltyschiessen», meint beispielsweise Roger Schönenberger auf der Facebook-Fanseite «Eishockey ist der geilste Sport der Welt». Er spricht aus, was viele denken: Das Shootout bringt zwar stets einen Sieger hervor, aber nicht zwingend den richtigen – bei einer ausgespielten Verlängerung ist die «Fairness» höher. 

Kloten's forward Vincent Praplan, left, scores a goal against Geneve-Servette's goaltender Robert Mayer, right, during the shootout session at of the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and EHC Kloten, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Saturday, September 17, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Klotens Vincent Praplan gewinnt das Penalty-Duell gegen Genfs Goalie Robert Mayer. Bild: KEYSTONE

Penalty-Sympathisanten sind zwar enttäuscht, aber sie kommen in der Regular Season ja weiterhin auf ihre Rechnung, jeweils nach der 3-gegen-3-Verlängerung, die sich auch bewährt hat.

Ein Negativpunkt des «Sudden Deaths», das eben nicht immer so sudden (plötzlich) kommt, bringt Fabian Schincariol mit Ironie auf den Punkt: «Freue mich schon, morgens um 2 Uhr aus dem Stadion zu treten.» Dabei kommt einem das wohl epischste NHL-Spiel aller Zeiten in den Sinn: Detroit Red Wings gegen Montreal Maroons anno 1936.

Im damaligen Playoff-Halbfinal stand es nach 60 Minuten 0:0, also spielten die Teams weiter. Und weiter. Und weiter. Erst nach 176 Minuten und 30 Sekunden erzielte Mad Bruneteau den erlösenden Siegtreffer für Detroit – um 2.25 Uhr morgens. Es ist das bisher längste NHL-Spiel und das könnte es bald auch in der NLA geben.

Bild

bild: nhl.com

Für die meisten eine Freude: Mehr Eishockey bis zum «bitteren Ende», sagen sie. Aber was bedeutet das für den Davoser Fanblock in einem fiktiven Playoff-Halbfinal an einem Dienstagabend auswärts gegen Servette? Bleiben die Bündner dann bis zur Entscheidung oder gehen sie lieber auf den letzten Zug?

Grundsätzlich ist es aber sicher so, dass durch die Änderung die Playoff-Verlängerungen intensiver werden sollten, da die rettende Oase Shootout wegfällt. So gesehen ist es zulässig, von einem Fortschritt für das Schweizer Eishockey zu sprechen.

Oder wie siehst du das?

Was ist deine Meinung zum «Sudden Death» in den Playoffs?

Auf die Saison 2017/18 werden dann auch noch die flexiblen Banden für sämtliche National-League-Klubs obligatorisch. Aber:

Braucht es weitere Regeländerungen?

Mirko Bonacina schlägt auf Facebook beispielsweise vor, dass in der Verlängerung drittelsweise die Spieleranzahl um eins reduziert werden soll, um die Entscheidung zu erleichtern. Martin M. Sappls Vorschlag dagegen ist, gänzlich auf die Zusatzschicht zu verzichten und stattdessen ein Wettsaufen auszutragen, was sicherlich auch seinen Reiz hätte.

Aber was meinst eigentlich DU dazu? Findest du die neuste Regelanpassung gut? Braucht es weitere Änderungen? Und welche? Tob dich gerne in den Kommentaren aus!

Zur Erinnerung: Das sind die Änderungen auf diese Saison hin

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
baBIELon
17.11.2016 14:40registriert August 2016
Eine bitter nötige Änderung:
Zusatzrunde mit "Regiogruppe" abschaffen!!!
Das macht null Sinn und verfälscht die Quali
768
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Ari Gold
17.11.2016 16:03registriert March 2014
Das Top Scorer Outfit für ein und allemal aus unserer Liga verbannen!
5015
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Slotter
17.11.2016 14:55registriert July 2015
Gut ist das Penaltyschiessen weg! Direkter Auf-/Abstieg analog Fussball wäre ebenfalls dringend notwendig. Das gäbe Abwechslung in die NLA und die NLB würde aufgewertet. Zudem hätte ein Absteiger realistische Chancen auf den Wiederaufstieg.
4613
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43

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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