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Nach Check gegen Holloway

Sperre gegen Alatalo: Ein «böser» Zuger zwischen zehn Spielsperren und dem Freispruch

Santeri Alatalo, dem Verteidiger von Zug, drohen nach dem Foul gegen den Kanadier von Bern, Bud Holloway, bis zu zehn Spielsperren – aber er kann auch auf ein mildes Urteil hoffen. 

10.01.15, 11:57 10.01.15, 14:00

Einzelrichter Reto Steinmann hat den Restausschluss gegen Santeri Alatalo bei der 4:6-Niederlage gegen den SC Bern in eine Matchstrafe umgewandelt und ein Verfahren eröffnet. Der Zuger ist ab sofort bis auf weiteres gesperrt. Reto Steinmann hat, da er Zuger ist, das Verfahren an seinen Ersatzrichter Oliver Krueger abgetreten.  

Santeri Alatalo hat in der 24. Minute in der Partie gegen Bern Bud Holloway mit dem Ellenbogen von hinten in die Bande gecheckt. Es ist also regeltechnisch eine Kombination der Vergehen «Check von hinten» und «Bandencheck». 

Der Check von Santeri Alatalo gegen Bud Holloway. Video: NLA

Schulter und Finger ausgerenkt: Holloway fällt länger aus

Der SCB-Kanadier fällt mit einer ausgerenkten Schulter und einem ausgerenkten Finger für längere Zeit aus. Der Einzelrichter beurteilt jedoch nicht die Folgen von der Tat. Sondern nur die Tat selber. Stark vereinfacht formuliert: Für das Strafmass spielt es theoretisch keine Rolle, ob der Gefoulte verletzt wird oder nicht. Psychologisch allerdings schon. 

Die Kombination aus «Check von hinten» und «Bandencheck» ist extrem gefährlich. Santeri Alatalo drohen demnach bis zu zehn Spielsperren. Dieses Strafmass hat auch SCB-Trainer Guy Boucher im kontrollierten Zorn nach dem Spiel gefordert. Damit liegt er theoretisch durchaus im Einklang mit der Hockeygesetzgebung. 

Berns Byron Ritchie, links, und Bud Holloway, rechts, feiern einen Treffer beim dritten Viertelfinalspiel des Swiss Ice Hockey Cups 2014/15 zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern am Montag, 15. Dezember 2014, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bud Holloway (r.) hatte sich beim Check ungeschickt verhalten. Bild: KEYSTONE

Eher Unfall als Foul?

Gibt es mildernde Umstände? Ja, die gibt es und die können im Extremfall bis zu einem Freispruch führen. Ein bösartiges Rumpelfoul mit der Absicht den Gegenspieler zu verletzen ist es nämlich nicht. Die Videobilder zeigen auch ein gerade für einen nordamerikanischen Spieler ungewöhnliches und ungeschicktes Verhalten des Opfers in Bandennähe. Zudem wird Bud Holloway durch den Check ja nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel überrascht. Alles in allem entsteht bei der Analyse von den TV-Bildern eher der Eindruck, dass es ein äusserst unglücklicher Zusammenstoss war. Stark vereinfacht formuliert: eher Unfall als Foul. 

Das alles können sehr wohl strafmildernde Umstände sein und das macht es äusserst schwierig, den Fall gerecht zu beurteilen. Der Finne mit Schweizer Lizenz ist auch nicht ein Wiederholungstäter mit entsprechendem Vorstrafenregister. Extrem formuliert: Theoretisch lassen sich zehn Spielsperren aufgrund der Hockeygesetzgebung ebenso begründen wie ein Freispruch. Also wird es einen Kompromiss geben: Zwei bis fünf Spielsperren. So oder so ein heikler Fall für Ersatzrichter Oliver Krueger. 



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • subreena 10.01.2015 23:32
    Highlight Geits no? Das war volle Absicht vo Alaatalo. und was soll Holloway bitte machen? Er muss nicht damit rechnen so hinterhältig und mies gecheckt zu werden. Hier ihm die Schuld zu geben ist etwas gar billig. Erst recht wenn die Aussage von einem selbsternannten Hockeyexperten kommt. Aber wahrscheinlich gibts mal wieder die minimalistischen 2-3 Sperren. Vergehen von Zigern am Bernern errden im allgemeinen sehr milde bestraft, wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt
    6 3 Melden
  • sste87 10.01.2015 13:21
    Highlight Holloway den Fehler zuzuschieben ist ein bisschen gar einfach. Klar, wäre er direkt an der Bande, wären die Folgen geringer.
    Alatalo dagegen checkt Holloway mit voller Absicht in den Rücken und in sehr gefährlicher Bandennähe. Zudem geht er kurz vor dem Check absichtlich auf Distanz, damit er voll durchziehem kann. Würde er an Holloway dran bleiben, gäbe es kein solch harten Check. Eindeutig Absicht und kein Unfall. Er gehört definitiv für einige Spiele aus dem Verkehr gezogen ...
    14 5 Melden
  • Hugo Wottaupott 10.01.2015 12:21
    Highlight Die Videobilder zeigen auch ein gerade für einen nordamerikanischen Spieler ungewöhnliches, ungeschicktes Verhalten des Opfers in Bandennähe.
    8 22 Melden

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Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

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