Nati-Gegner USA kommt mit nur einem Olympiasieger – und ist doch gefährlich
Im vergangenen Jahr holten die Amerikaner erstmals seit 1960 wieder WM-Gold im Eishockey – und dies mit dem jüngsten Team des Turniers. Das kommt nicht von ungefähr. 1996 startete USA Hockey das National Team Development Program, das die besten U17- und U18-Spieler des Landes in einem Vollzeitprogramm zusammenzieht. Dabei wird der Fokus weniger auf Resultate gelegt, sondern vielmehr auf die Entwicklung der Spieler. So werden sie früh an ein professionelles Umfeld herangeführt und sie profitieren von perfekten Bedingungen.
2004 gewannen die USA erstmals seit Einführung dieses Programms den Titel an einer U20-WM. Seither kamen weitere sechs Goldmedaillen hinzu. Nur Kanada war in dieser Zeitspanne auf dieser Stufe erfolgreicher (zehn Titel).
Ein weiterer grosser Faktor ist das College-System. Wie gut die dortigen Spieler ausgebildet sind, bekamen die Zuschauer des letztjährigen Spengler Cups in Davos zu sehen, als die zusammengestellte Auswahl «US Collegiate Selects» begeisternde Auftritte zeigte und den Final erreichte, der gegen den Gastgeber 3:6 verloren ging. Trainer Guy Gadowsky sagte damals zu Keystone-SDA: «Wenn Schweizer in diese Liga gehen wollen, würde ich ihnen auf jeden Fall dazu raten, denn sie ist auch für die persönliche Entwicklung sehr hilfreich. Ich denke, es ist eine der besten Ausbildungen, die man bekommen kann.»
Im Februar in Mailand gewannen die Amerikaner dank eines 2:1-Siegs nach Verlängerung gegen das kanadische Starensemble auch Olympia-Gold. Allerdings ist vom damaligen Team im vorläufigen Kader einzig Matthew Tkachuk an der WM mit dabei. Von der letztjährigen WM-Mannschaft nehmen bloss Mason Lohrei und Isaac Howard teil. Zur Equipe gehören auch drei Spieler aus Universitätsteams. Das Kader ist im Vergleich zum vergangenen Jahr auf dem Papier deutlich schwächer besetzt.
Im einzigen Testspiel vor der WM siegten die USA gegen Deutschland 5:2. «Auch wenn es nicht die Topnamen wie an den Olympischen Spielen sind, sind es sehr, sehr gute Spieler», sagt der Schweizer Trainer Jan Cadieux über die amerikanische Mannschaft. «Man kennt ihren Kampfgeist. Aber wir werden uns auf uns konzentrieren.» (nih/sda)
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