FCB-Präsident Degen rechnet mit Spielern ab – und gibt Lichtsteiner Job-Garantie
«Der FC Basel muss von der Erwartungshaltung und dem Renommee international spielen», sagt Vereinspräsident David Degen. Doch in der nächsten Saison wird der FCB definitiv nicht im Europacup dabei sein. Dies ist nach der 1:3-Niederlage gegen den FC St.Gallen klar. Für Degen eine grosse Enttäuschung. Dementsprechend hart geht er mit seinem Team am Mikrofon von «Blue» ins Gericht.
«Unsere Ziele waren ganz andere, die haben wir alle verpasst», sagt Degen. Im letzten Jahr feierten die Basler das Double aus Meisterschaft und Cupsieg, Titel waren erneut das Ziel. Nun brauche es eine gnadenlose Analyse. «Wir müssen jeden Stein umdrehen und hart mit uns ins Gericht gehen.»
Klar ist: Es wird im Sommer einen deutlichen Umbruch geben. Im letzten Jahr setzte der Klub auf Konstanz, verkaufte ausschliesslich Leon Avdullahu, Kevin Carlos und Anton Kade. Im Nachhinein befindet Degen deutlich: «Es war eine Fehleinschätzung in gewissen Bereichen.» Mit den Spielern geht er knallhart ins Gericht: «Wir brauchen Leute, die 100 Prozent rotblau sind und alles geben für den Erfolg. Das haben wir diese Saison nicht gemacht.» In mehreren Spielen sei der FCB trotz guter Leistung leer ausgegangen, «am Ende fehlte immer etwas». Das will Degen nicht mehr länger akzeptieren, weshalb er Änderungen im Staff und bei den Spielern ankündigt.
Trainer Stephan Lichtsteiner spricht der 43-Jährige hingegen eine Jobgarantie aus. «Wir werden definitiv mit ihm in die neue Saison gehen», so Degen. Man könne dem Trainer nicht alles in die Schuhe schieben. Zwar habe auch der Fehler gemacht – vor allem in der Kommunikation –, aber: «Er ist hier, um zu lernen.» Lichtsteiner wolle immer Erfolg haben, wegen seiner Verbissenheit komme nicht immer alles so rüber, wie er es wolle. Doch seine Mentalität passe zum FCB, findet Degen. «Hätten alle die Mentalität von ihm, wären wir nicht Fünfter.»
Lichtsteiner hatte im Januar von Ludovic Magnin übernommen. Gleich in seinen ersten drei Spielen schied der FCB aus der Europa League und dem Cup aus und verlor das Duell gegen den späteren Meister Thun. Bisher feierten die Basler in 15 Spielen unter dem ehemaligen Nati-Verteidiger nur sechs Siege und fuhren im Schnitt 1,11 Zähler ein.
In der nächsten Saison muss sich das Team schnell steigern, sonst dürfte auch Lichtsteiner trotz Vertrags bis 2029 ins Visier von Degen geraten. Schliesslich verspricht dieser: «Wir werden eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen, die oben mitspielen wird.» (nih)
