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Olympia: Mikaela Shiffrin hatte Albträume – nun holt sie Slalom-Gold

Gold medal winner Mikaela Shiffrin of the United States celebrates on the podium after the women's alpine skiing slalom race at the 2026 Olympic Winter Games in Cortina d'Ampezzo, Italy, on  ...
Nach acht Jahren ist Mikaela Shiffrin wieder Olympiasiegerin.Bild: keystone

Wegen Olympia hatte sie Albträume – jetzt weint Mikaela Shiffrin nur Tränen der Freude

Mikaela Shiffrin erlebte 2022 bei den Olympischen Spielen in Peking ein Debakel, auch die Winterspiele in Mailand begannen enttäuschend. Im Slalom holte sie sich aber Gold – und lässt damit ihre Dämonen hinter sich.
18.02.2026, 15:2918.02.2026, 15:46

Was für eine Machtdemonstration von Mikaela Shiffrin! Um anderthalb Sekunden und mehr distanzierte die US-Amerikanerin im Olympia-Slalom in Cortina die Konkurrenz. Die Schweizerin Camille Rast kam der 30-Jährigen noch am nächsten, Anna Swenn-Larsson aus Schweden verlor schon 1,71 Sekunden.

Besonders beeindruckend war Shiffrins 2. Lauf. Zwar setzte sie dort «nur» die zweitschnellste Laufzeit, doch liess sie sich keinerlei Nerven anmerken. Ihre Goldmedaille geriet nie in Gefahr, von oben bis unten bewahrte sie die Kontrolle und hielt Rast und Co. deutlich auf Abstand. «Gold zu gewinnen, ist ein Traum», sagte Shiffrin danach bei NBC und fügte an: «Es fühlt sich an wie ein sehr grosser Moment.»

Den Weltcup eingerechnet, hat Shiffrin nun acht von neun Slaloms in dieser Saison gewonnen. Vor allem wegen ihrer Vorgeschichte ist dies eine eindrucksvolle Leistung.

Die nächste Olympia-Enttäuschung drohte

So erlebte die fünffache Gesamtweltcupsiegerin vor vier Jahren in Peking ein echtes Debakel. Schon damals reiste sie als grosse Favoritin an die Winterspiele. Dann schied sie im Riesenslalom und im Slalom nach wenigen Toren aus und weinte bittere Tränen. Im Super-G verpasste sie als Neunte die Medaillen ebenfalls deutlich. Danach sprach sie über Albträume: «Es wiederholte sich immer wieder. Die ganze Nacht. Ich wachte auf und schlief dann wieder ein.» Immer wieder hätte sie dieselben Bilder gesehen. «Ich fiel beim fünften Tor aus. Überraschung! Es fühlte sich grauenhaft an.»

Auch in diesem Jahr begannen die Olympischen Spiele für Shiffrin nicht nach Wunsch. In der Team-Kombination lieferte ihr Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson die bestmögliche Ausgangslage, doch Shiffrin vergab im Slalom noch die Medaille. Im Riesenslalom wurde sie nur Elfte. Schon vor den Winterspielen hatte sie gesagt: «Es lässt sich nicht verhindern, dass ich mit Angst starte.»

United States' Mikaela Shiffrin, left, is hugged by her teammate United States' Breezy Johnson at the finish area of an alpine ski, women's team combined race, at the 2026 Winter Olympi ...
Nach dem Slalom der Team-Kombination brauchte Shiffrin den Trost ihrer Teamkollegin Breezy Johnson.Bild: keystone

Nun drohte die nächste Enttäuschung bei den Olympischen Spielen – doch Shiffrin liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Irgendwann habe sie sich gesagt: «Hör auf zu träumen und fahr einfach Ski.» Dann krönte sie sich wie schon 2014 im Slalom und 2018 im Riesenslalom zur Olympiasiegerin.

Ihr Sturz hätte auch tödlich enden können

Damit lässt Shiffrin auch die Leidensgeschichte mit ihren Verletzungen in den letzten Jahren hinter sich. Im Januar 2024 zog sich Shiffrin in der Abfahrt von Cortina, wo sie nun Olympia-Gold holte, eine Bänderdehnung im Knie zu, woraufhin sie mehrere Wochen pausieren musste. Im November desselben Jahres zog sie sich im Riesenslalom in Killington eine tiefe Stichwunde am Bauch zu, die sie zwei Monate ausser Gefecht setzte. Dabei hatte sie Glück, denn der Sturz hätte auch tödlich enden können.

Mikaela Shiffrin gibt nach ihrem heftigen Sturz in Killington Einblick in die Momente im Spitalbett.
Die Folgen des Sturzes in Killington trug Shiffrin länger mit sich herum.Bild: screenshot youtube

Aus diesem Grund litt Shiffrin an einer posttraumatischen Belastungsstörung und Angstzuständen, wie sie später schrieb. Nach ihrer Rückkehr auf die Ski habe sich «alles irgendwie schrecklich angefühlt». Erst mit der Zeit konnte wieder das richtige Gefühl und die Freude beim Skifahren wiederfinden.

Erst 5 Prozent ihres Buchs sei geschrieben

Von ihrer Angst ist aber längst nichts mehr zu spüren. Mit dem Olympia-Sieg erlebte die 108-fache Weltcupsiegerin – einsamer Rekord – in dieser Saison ein weiteres Highlight. Obwohl sie nach den Verletzungen der letzten Jahre keine Speedrennen mehr fährt, ist sie auf dem Weg zur sechsten grossen Kristallkugel, ihre neunte Slalomkugel hat sie bereits auf sicher.

Olympics: Alpine Skiing-Womens Slalom Feb 18, 2026 Cortina d Ampezzo, Italy Mikaela Shiffrin of the United States reacts after winning the gold medal in the women s slalom during the Milano Cortina 20 ...
Eine überwältigte Mikaela Shiffrin nach ihrem Triumph im Slalom.Bild: www.imago-images.de

Und Mikaela Shiffrin hat noch einiges vor. «Wir haben noch nicht einmal fünf Prozent des Buchs hinter uns», kündigte sie nach ihrem dritten Olympiasieg an. Das verheisst für die Konkurrenz von Mikaela Shiffrin – zumindest in ihrer Paradedisziplin – nichts Gutes.

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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zaphod67
18.02.2026 15:33registriert Mai 2018
Schön, dass es für diese herausragende und sympathische Athletin geklappt hat.
Und toll singen kann sie auch noch...
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mstuedel
18.02.2026 16:05registriert Februar 2019
Keine hätte die Goldmedaille mehr verdient als Shiffrin. Neben ihrer Dominanz in den letzten Jahren: Es wirkt bei ihr alles so spielerisch und leicht, wie sie die Slalomstangen bändigt. Eine Augenweide.
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